Das Kalenderblatt 110531

30/05/2011 - 08:41 von WM | Report spam
Das KB110527 kommentierte eine Autorin mit den etwas genervten und
offensichtlich nicht für die dauerhafte Lektüre bestimmten (Diese
Nachricht wird aus den Gruppen entfernt in 6 Tage, 2 Jun., 15:16), nun
aber doch dauerhaft archivierten Sàtzen:

"Nimmt der Wahnsinn nie ein Ende?
Nein, in Deutschland ist Cantor nicht Staatsreligion. Man darf sogar
sagen, Einstein hatte unrecht. Und wenn man nur grundsàtzlich genug
argumentiert, sieht man auch bei Einstein einige Fehler, nicht wahr,
Herr Mückenheim?"

Über Einstein habe ich keine diesbezüglichen Informationen, aber das
mit der Staatsreligion ist freilich richtig. Wenn Sie in Deutschland
Einen fragen, ob er Cantor kennt, so wird seine Antwort in 99 von 100
Fàllen nein lauten, und Zermelo oder ZFC haben ganz sicher sogar einen
nullpromilligen Bekanntheitsgrad zu beklagen. Doch darum geht es ja
gar nicht. Es geht um die matheologische Gemeinde, die so felsenfest
auf ihr ZFC baut, dass die Möglichkeit einer vernunftmàßigen
Diskussion ausgeschlossen ist. Schon der Novize, der seine Sache noch
nicht versteht, schleudert jedem sein Glaubensbekenntnis in Form einer
apodiktische Forderung nach "Beweis in ZFC" entgegen - nicht weil er
das Argument dort besser verstehen würde, sondern weil er weiß, dass
die Übersetzung des Argumentes in ZFC so viel Willkür erfordert (die
Terme für Gegenstànde gewöhnlicher Mathematik sind schließlich nicht
axiomatisch festgelegt - wie sollte die Übersetzung objektiv
nachvollziehbar sein?) dass das Argument, so es mit der Matheologie
kollidiert, in jedem Falle zurückgewiesen werden kann und ZFC rein und
unbefleckt bleibt. Das ist der "Rahmen anerkannter Mathematik", von
dem im Essay gesprochen wird.

Dass diese Matheologie nur eine kleine Gruppe von Matheologen umfasst,
aber, würde man es prüfen, von der überwiegenden Mehrheit der
denkfàhigen Bevölkerung nicht akzeptiert würde, was ganz sicher nicht
auf deren geistiges Unvermögen zurückzuführen wàre, zu dieser
Erkenntnis sollen die Kalenderblàtter beitragen.

Gruß, WM
 

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#1 wernertrp
31/05/2011 - 20:04 | Warnen spam
On 30 Mai, 08:41, WM wrote:
Das KB110527 kommentierte eine Autorin mit den etwas genervten und
offensichtlich nicht für die dauerhafte Lektüre bestimmten (Diese
Nachricht wird aus den Gruppen entfernt in 6 Tage, 2 Jun., 15:16), nun
aber doch dauerhaft archivierten Sàtzen:

"Nimmt der Wahnsinn nie ein Ende?
Nein, in Deutschland ist Cantor nicht Staatsreligion. Man darf sogar
sagen, Einstein hatte unrecht. Und wenn man nur grundsàtzlich genug
argumentiert, sieht man auch bei Einstein einige Fehler, nicht wahr,
Herr Mückenheim?"

Über Einstein habe ich keine diesbezüglichen Informationen, aber das
mit der Staatsreligion ist freilich richtig. Wenn Sie in Deutschland
Einen fragen, ob er Cantor kennt, so wird seine Antwort in 99 von 100
Fàllen nein lauten, und Zermelo oder ZFC haben ganz sicher sogar einen
nullpromilligen Bekanntheitsgrad zu beklagen. Doch darum geht es ja
gar nicht. Es geht um die matheologische Gemeinde, die so felsenfest
auf ihr ZFC baut, dass die Möglichkeit einer vernunftmàßigen
Diskussion ausgeschlossen ist. Schon der Novize, der seine Sache noch
nicht versteht, schleudert jedem sein Glaubensbekenntnis in Form einer
apodiktische Forderung nach "Beweis in ZFC" entgegen - nicht weil er
das Argument dort besser verstehen würde, sondern weil er weiß, dass
die Übersetzung des Argumentes in ZFC so viel Willkür erfordert (die
Terme für Gegenstànde gewöhnlicher Mathematik sind schließlich nicht
axiomatisch festgelegt - wie sollte die Übersetzung objektiv
nachvollziehbar sein?) dass das Argument, so es mit der Matheologie
kollidiert, in jedem Falle zurückgewiesen werden kann und ZFC rein und
unbefleckt bleibt. Das ist der "Rahmen anerkannter Mathematik", von
dem im Essay gesprochen wird.

Dass diese Matheologie nur eine kleine Gruppe von Matheologen umfasst,
aber, würde man es prüfen, von der überwiegenden Mehrheit der
denkfàhigen Bevölkerung nicht akzeptiert würde, was ganz sicher nicht
auf deren geistiges Unvermögen zurückzuführen wàre, zu dieser
Erkenntnis sollen die Kalenderblàtter beitragen.

Gruß, WM



Wo findet in der Mathematik der Übergang von der Anzahl zur Menge und
von der Menge
zur unendlichen Menge und wann und wo zur (neuen) Qualitàt(en) statt ?

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