Das Kalenderblatt 110801

31/07/2011 - 12:34 von WM | Report spam
Shaxpeareologie (1)

How poor are they that have not patience!
What wound did ever heal but by degrees?
Thou know'st we work by wit, and not by witchcraft;
And wit depends on dilatory time.

Die Arbeiten Georg Cantors zur Bacon-Shakespeare-Theorie sind von der
für ihn typischen Gründlichkeit, Impulsivitàt, Polemik und
Temperamentfülle gekennzeichnet. Er hat sich die deutliche Ablehnung
der Bacon-Shakespeare-Theorie durch den größten Teil der Gelehrtenwelt
sehr zu Herzen genommen. Schon früh sah er sie an, als würde sie von
ihren Gegnern "mit Feindschaft verfolgt" - Die psychologischen
Parallelen zu dem, was seine schwierige Position in der deutschen
Mathematikerwelt und die schleppende Akzeptanz seiner neuen
mathematischen Theorie für ihn bedeutete, scheinen auf der Hand zu
liegen. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen, hat Cantor sich von
seinem Standpunkt der Identifikation Francis Bacons als Autor der
Shakespeare-Dramen nicht abbringen lassen und sehr intensive Studien
betrieben. Wie oben dargestellt wurde, hat er mit diesen Studien
vermutlich 1884 begonnen. Ein Höhepunkt [...] lag 1889 vor. [...] Er
fühlte sich geradezu angetrieben von einem "furor Shakespearo-
Baconianus", wie er seinen Forschungseifer 1891 einmal bezeichnet. Und
tatsàchlich trifft diese Bezeichnung wohl nicht nur auf die eigenen
wissenschaftlichen Studien zu, die naturgemàß eher in der nicht-
öffentlichen Atmosphàre des hàuslichen Studierzimmers angesiedelt
waren, sondern auf sein öffentliches Eintreten für diese Theorie, das
er 1896 startete. Spàter hielt er eine ganze Reihe von Vortràgen, z.
T. sogar Vortragszyklen. Die Presse berichtet nicht selten von diesen
Auftritten des Halleschen Mathematikprofessors. Und mindestens ein
Fall ist bekannt, in dem Cantor selbst eine Gegendarstellung zu einem
àußerst kritischen Bericht über einen seiner Vortràge in der Saale-
Zeitung veröffentlicht hat.
[C. Tapp: "Kardinalitàt und Kardinàle: Wissenschaftshistorische
Aufarbeitung der Korrespondenz zwischen Georg Cantor und katholischen
Theologen seiner Zeit." Boethius Bd. 53, Franz Steiner Verlag (2005)
p. 211 f]
http://www.steiner-verlag.de/progra...54670.html

Dem ist hizuzufügen, dass es auch heute Historiker gibt, die
Shakepeare nicht für den Urheber der berühmten Dramen halten:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/haup...grave;tsel
http://books.google.com/books/about...0NAAAAYAAJ
Der konspirative Ton in manchen Briefen Cantors làsst allerdings
ebenso wie seine oft ans Alberne grenzenden Scherze (zum Beispiel
benutze er den Decknamen Vincentio de Montemore, als sein
"Lusitanisches Pseudonym" und wollte, dass dieser nur Jesuiten bekannt
würde: "Ich vertraue diesen /'Namen' dem Geheimniß/ und der /erprobten
Verschwiegenheit/ der verehrungswürdigen Vàter der S. J. an; nur /sie
allein/ werden alsdann, wenn sie ihm begegnen, wißen, wem er zukommt.
Also auch unser Freund Fr. W. {{der Hallesche Pfarrer Franz Woker, eng
mit Cantor befreundeter Geistlicher, aber nicht Jesuit}} darf von
dem /'Namen' / nicht erfahren!" {{Woker durfte nur Cantors Pseudonym
Vincent Regnàs kennen}}) auf seine fortschreitende Geistesstörung
schließen.

Gruß, WM

http://www.hs-augsburg.de/~mueckenh/KB/
 

Lesen sie die antworten

#1 Ralf Bader
31/07/2011 - 18:48 | Warnen spam
WM wrote:

[irgendwelchen Blödsinn über Cantor und Shakespeare]

Mückenheim, was soll das eigentlich, daß Sie Ihren Scheiß jetzt auch noch
ein zweites mal unter dem Namen "Walter Malter" absondern? Daß Sie zu
Sockenpuppenspielereien neigen, ist bereits hinlànglich deutlich geworden.
Möchten Sie diejenigen àrgern, die Sie im Filter haben? Man muß sich
de.sci.mathematik nicht antun, und angesichts des Zustands, den die
Veranstaltung durch Ihr Dauergeblödel angenommen hat, entgeht einem auch
nichts, wenn man hier verschwindet, wie es fast alle "Guten" ja schon getan
haben. Dann können Sie hier Zwiegespràche mit "MathQCD", oder wie der hieß,
und "Walter Malter" führen.

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