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Das Kalenderblatt 110811

10/08/2011 - 13:26 von WM | Report spam
Shaxpeareologie (11)

And ere a man hath power to say "Behold!"
The jaws of darkness do devour it up:
So quick bright things come to confusion.

{{Die Anfànge von Cantors Beschàftigung mit der Bacon-Shakespeare-
Frage datieren vom Dezember 1884. Nachdem er im August und November
1884 variierende Aussagen zur Màchtigkeit des Kontinuums gemacht und
widerrufen hatte, verlor er das Vertrauen in seine Theorie und wollte
sich der Philosophie widmen. Er betonte gern, daß er als Ordinarius
der philosophischen Fakultàt sogar über Sanskrit zu lesen das Recht
habe. Zu Zeiten wàhlte er die Bacon-Shakespeare-Frage als Gegenstand
seiner Vorlesungen und Übungen, frei nach dem antizipierten Motto:
Mathematics is what mathematicians do.}}

Es wird Sie vielleicht interessiren, dass ich im Verfolg der Studien,
bei denen Sie mich vorigen Sonntag, als Sie mir die Ehre Ihres
Besuches erwiesen, betroffen haben, immer mehr und mehr in der
Ueberzeugung bestàrkt werde, dass die von einigen Americanern und
Englàndern vertretene Ansicht über die Autorschaft der unter
Shakespeare's Namen bekannten Dichtungen, welche zu den grossartigsten
Schöpfungen aller Zeiten gehören, ganz die richtige ist. /Francis
Bacon/, er und nur er allein kann der Autor dieser Meisterwerke
gewesen sein; denn es ist ein und derselbe Feuergeist, der uns in den
Dramen einerseits, und in den „Moral essays" sowie den übrigen Werken
Bacons andrerseits entgegentritt; dazu kommen noch andere, schlagende
Beweise für die Autorschaft Bacons, so dass der Schauspieldirector
Shakespeare nur eine unbedeutende, vorgeschobene Person gewesen ist.

Die jetzt auch in Deutschland auftauchende Bacon-Shakespearefrage
interessirt mich sehr; ich kann nur empfehlen, die Baconschen „Moral
essays" mit der in Shakespeare vorkommenden Ausdrucks und
Anschauungsweise zu vergleichen. Ich habe mich vollkommen überzeugt,
dass Bacon zugleich der Dichter /aller/ dem Schauspieldirektor
Shakespeare zugeschriebenen /grossen Dichtungen ist/. [Cantor an
Laßwitz, 27. 12. 1884]

[A. Schoenflies: "Die Krisis in Cantor's mathematischem Schaffen",
Acta mathematica 50 (1927) p. 21; H. Meschkowski, W. Nilson (Hrsg.):
"Georg Cantor Briefe", Springer, Berlin (1991) p. 233ff]

Gruß, WM
 

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#1 karl
10/08/2011 - 14:02 | Warnen spam
Am 10.08.2011 13:26, schrieb WM:
Shaxpeareologie (11)

And ere a man hath power to say "Behold!"
The jaws of darkness do devour it up:
So quick bright things come to confusion.

{{Die Anfànge von Cantors Beschàftigung mit der Bacon-Shakespeare-
Frage datieren vom Dezember 1884. Nachdem er im August und November
1884 variierende Aussagen zur Màchtigkeit des Kontinuums gemacht und
widerrufen hatte, verlor er das Vertrauen in seine Theorie und wollte
sich der Philosophie widmen. Er betonte gern, daß er als Ordinarius
der philosophischen Fakultàt sogar über Sanskrit zu lesen das Recht
habe. Zu Zeiten wàhlte er die Bacon-Shakespeare-Frage als Gegenstand
seiner Vorlesungen und Übungen, frei nach dem antizipierten Motto:
Mathematics is what mathematicians do.}}

Es wird Sie vielleicht interessiren, dass ich im Verfolg der Studien,
bei denen Sie mich vorigen Sonntag, als Sie mir die Ehre Ihres
Besuches erwiesen, betroffen haben, immer mehr und mehr in der
Ueberzeugung bestàrkt werde, dass die von einigen Americanern und
Englàndern vertretene Ansicht über die Autorschaft der unter
Shakespeare's Namen bekannten Dichtungen, welche zu den grossartigsten
Schöpfungen aller Zeiten gehören, ganz die richtige ist. /Francis
Bacon/, er und nur er allein kann der Autor dieser Meisterwerke
gewesen sein; denn es ist ein und derselbe Feuergeist, der uns in den
Dramen einerseits, und in den „Moral essays" sowie den übrigen Werken
Bacons andrerseits entgegentritt; dazu kommen noch andere, schlagende
Beweise für die Autorschaft Bacons, so dass der Schauspieldirector
Shakespeare nur eine unbedeutende, vorgeschobene Person gewesen ist.

Die jetzt auch in Deutschland auftauchende Bacon-Shakespearefrage
interessirt mich sehr; ich kann nur empfehlen, die Baconschen „Moral
essays" mit der in Shakespeare vorkommenden Ausdrucks und
Anschauungsweise zu vergleichen. Ich habe mich vollkommen überzeugt,
dass Bacon zugleich der Dichter /aller/ dem Schauspieldirektor
Shakespeare zugeschriebenen /grossen Dichtungen ist/. [Cantor an
Laßwitz, 27. 12. 1884]

[A. Schoenflies: "Die Krisis in Cantor's mathematischem Schaffen",
Acta mathematica 50 (1927) p. 21; H. Meschkowski, W. Nilson (Hrsg.):
"Georg Cantor Briefe", Springer, Berlin (1991) p. 233ff]

Gruß, WM



Aus den Erlàuterungen zum Zweck der Gruppe de.sci.mathematik:

Worum geht es hier?

Die Gruppe de.sci.mathematik soll zur Diskussion über
mathematische Probleme aller Art dienen. Dies schließt auch
Fragen wie "Wie mache ich x mit dem Programm y?" ein. Die
Gruppe dient allerdings nicht dazu, Hausaufgaben rechnen zu
lassen.


Wieso hàltst Du Dich nicht dran?
Bist Du etwa ein Troll?
Kannst Du mal antworten oder antwortest Du nur auf Grobheiten, Deinem Niveau
entsprechend?

Ciao

Karl

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