Das Kalenderblatt 110812

11/08/2011 - 12:44 von WM | Report spam
Shaxpeareologie (12)

O God, I could be bounded in a nutshell, and count myself a
king of infinite space - were it not that I have bad dreams.

Nàmlich, Ihr wißt, daß ich seit lange einen Kanal suche, um meine
Shakespeare-forschung ohne Kosten hinein in's Gelehrtenpublicum zu
leiten, damit meine Resultate geprüft werden und was an ihnen gut ist,
der Menschheit zu statten komme. Ihr wisst die vielen vergeblichen zum
Theil kostspieligen Versuche die ich habe machen müßen, um zu diesem
Ziel zu gelangen. Wie viele Körbe habe ich nicht bekommen von
Verlegern, Redacteuren etc etc. D. h. ich suchte den Kanal, stieß aber
bisher nur auf Kanaillen, die mich schnöde behandelt haben.
Hochmüthige Gesellen und Wasserköpfe, die von meiner Sache nichts
wißen, mir nicht helfen wollten, weil die Gelehrtenzunft die von mir
bekàmpfte Theorie mit ihrem aufgeblasenen Ansehen und mit ihren lange
Zöpfen schützt, der berüchtigten Mauer vergleichbar, welche das
chinesische Reich seit Jahrtausenden umgiebt.
Nun also bin ich [...] mit dem Redacteur des "Magazin für
Literatur" dem Dr. Rudolf Steiner
http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner
einem Oesterreicher bekannt geworden. Er ist hier angestellt von der:
"Freiliterarischen Gesellschaft", die er dirigirt und dessen Organ
jene Fachzeitschrift ist.
Steiner war 10 Jahr in Weimar, als Mitherausgeber bei der neuen
Ausgabe von Göthes Werken und zwar für den naturwissenschaftlichen
Theil derselben. Er ist seines Faches Naturforscher und Philosoph. Wie
Husserl
http://de.wikipedia.org/wiki/Husserl
von der Mathematik her, ist Steiner von der Physik ausgehend Philosoph
und Literat geworden.
Ich war heute bei ihm in Friedenau; er ist ein junger Mann von
circa 37 Jahren. Die Hauptsache: er ist ein von der herrschenden
Clique unabhàngiger Mann; er steht in der Shakespearefrage auf meiner
Seite und, was die Hauptsache, er nimmt mit Vergnügen meine Aufsàtze
für sein Journal, zunàchst den Aufsatz, welchen ich vor Kurzem im
Thüringisch-sàchsischen Verein vorgetragen und den die Hallische und
die Saaleztg. nicht abdrucken wollten, weil die Redacteure auf Seiten
der alten Shaxpearefabel zu stehen für ihre Pflicht hielten. [...]
Ich bin glückselig, daß ich den Dr. Steiner habe, ein prachtvoller
Mensch, veredeltes Gemüth, gediegener Character etc. etc.
[Cantor an seinen Sohn Erich, 1. 2. 1900]

Die Begegnung Cantors mit Rudolf Steiner, dem Begründer der
Anthroposophie, hat nicht zu intensiverem Kontakt der beiden Gelehrten
geführt. Es ist kein weiterer Artikel im Magazin für Litteratur
erschienen; "Shaxpeareologie und Baconianismus" bleibt die letzte
Publikation Cantors über die Bacon-Shakespeare-Frage. [H. Meschkowski,
W. Nilson (Hrsg.): "Georg Cantor Briefe" , Springer, Berlin (1991) p.
424]

Gruß, WM
 

Lesen sie die antworten

#1 karl
11/08/2011 - 15:45 | Warnen spam
Am 11.08.2011 12:44, schrieb WM:
[Mist entsorgt]

Das ganze hat mit Mathematik überhaupt nix zu tun.
Halt die Klappe!

Ciao
Karl

Ähnliche fragen