Das Kalenderblatt 110816

15/08/2011 - 14:25 von WM | Report spam
Shaxpeareologie (16)

When beggars die there are no comets seen;
The heavens themselves blaze forth the death of princes.

Meines Wissens hat Steiner in seinem schriftlichen Werk und in seinen
überlieferten Vortràgen Cantor nie explizit erwàhnt. Abgesehen von
Cantors Lektüre von Steiners Nietzsche-Buch (Brief vom 7. Februar
1900) scheint es auf der anderen Seite auch keine konkreten Hinweis
auf eine Beschàftigung Cantors mit Steiners Werk zu geben. Es gibt nur
einen indirekten Hinweis auf Steiners Kenntnisnahme einiger
Grundbegriffe der Cantorschen Mengenlehre und zwar in der
Fragenbeantwortung vom 15. Oktober 1920. Dort heißt es:
"Hat man keinen Wirklichkeitssinn, so kann man, wenn man eben nur
die mathematische Formel und die mathematische Methode handhabt, in
der allergeistreichsten Weise in den Raum und auch in die Zeit
hineinrechnen, und man kann da zu ganz furchtbaren {{kein
Druckfehler!}} Abstraktionen aufsteigen.
Und diese Abstraktionen, die haben manchmal etwas so
verführerisches. Ich erinnere nur an die moderne Mengenlehre, nicht
wahr, die zur Grundlage gemacht wird für die Erklàrung des
Unendlichen. Da haben Sie eine Auflösung des mathematischen Prinzips
in sich selbst, eine Auflösung der Zahl in sich selbst, indem nicht
mehr die Zahl im Sinne der gewöhnlichen Zahl nur genommen wird {{und,
schlimmer noch, inkonsequent mit dem Unendlichen gerechnet wird, indem
der Grenzwert einer streng monoton steigenden Folge von Kardinalzahlen
einer Mengenfolge nicht die Kardinalzahl des Grenzwertes der
Mengenfolge, sondern Null sein kann, obwohl von der Kardinalzahl
aleph_0 der Menge |N aller natürlichen Zahlen behauptet wird, sie sei
größer als alle Kardinalzahlen der endlichen Anfangsabschnitte von |N,
weil die Kardinalzahl des Grenzwertes einer streng monoton steigenden
Folge von Kardinalzahlen einer Mengenfolge nicht kleiner als die
Kardinalzahlen der Folge sein kann}}, sondern indem irgend eine Menge
verglichen wird mit einer anderen, bei der man von der Qualitàt der
einzelnen Einheiten und auch von der Ordnung der einzelnen Einheiten
absieht und nur eine Zuordnung vornimmt. Und man kommt ja dann zu der
Möglichkeit, gewisse Unendlichkeitstheorien aufzubauen. Aber man
schwimmt fortwàhrend in Abstraktionen. Im konkreten Wirklichen lassen
sich die Dinge durchaus nicht durchführen." {{Sie lassen sich nicht
einmal im Abstrakten durchführen, denn würde man tatsàchlich von den
Qualitàten absehen, so müssten die Quantitàten der folgenden beiden
Prozesse identisch sein:

Supertask 1:
Hinein 1 bis 10, hinaus 1,
hinein 11 bis 20, hinaus 2,
hinein 21 bis 30, hinaus 3,
und so weiter.
Schließlich sind alle Zahlen draußen.

Supertask 2:
Hinein 1 bis 10, hinaus 10,
hinein 11 bis 20, hinaus 20,
hinein 21 bis 30, hinaus 30,
und so weiter.
Schließlich sind nicht alle Zahlen draußen.
}}

[Renatus Ziegler: "Georg Cantor und Rudolf Steiner", Beitràge zur
Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe, Veröffentlichungen aus dem Archiv der
Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung, Dornach, Doppelheft Nr. 114/115
(1995) 53-61]
http://www.reinesdenken.ch/fileadmi...teiner.pdf

Gruß, WM
 

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#1 karl
15/08/2011 - 14:42 | Warnen spam
Am 15.08.2011 14:25, schrieb WM:
Shaxpeareologie (16)

When beggars die there are no comets seen;
The heavens themselves blaze forth the death of princes.


Gruß, WM



Man sieht, daß gutes Zureden doch was nutzt. Jetzt bringt WM zumindest wieder sein
pseudomathematisches Geschwafel von unendlich großen Vasen, in die er nicht Blumen,
sondern natürliche Zahlen steckt (die armen!).
Er spielt wenigstens wieder Mückemathik und labert nicht mehr über
Shakespeare.

Ciao

Karl

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