Das Unendliche und die Theologie (20)

31/10/2013 - 09:54 von WM | Report spam
Soll ich auch einen Punct erwàhnen, worin ich mit Ihnen nicht ganz einverstanden bin, so ist es das unbedingte Vertrauen, welches von Ihnen dem modernen sogenannten Gesetz von der Erhaltung der Energie entgegengebracht wird. Ich will durchaus nicht die Lehre von der Aequivalenz der verschiedenen sich ineinander umsetzenden natürlichen Kraftformen in Zweifel ziehen, soweit sie experimentell hinreichend begründet ist. Das wogegen ich ernste Bedenken hege, ist sowohl die Erhebung des angeblichen Gesetzes zu einem metaphysischen Prinzip, von dem die Erkenntniss so gewichtiger Sàtze, wie die Unsterblichkeit der Seele abhàngig sein soll wie auch die von den Herren Thomson, v. Helmholtz, Clausius und Genossen beliebte und durch nichts gerechtfertigte Ausdehnung und Anwendung des Satzes von der Erhaltung der Energie auf das Weltganze, woran phantastische Speculationen geknüpft werden, die ich für ganz werthlos halte. {{Tja, wie man sich (und andere) tàuschen kann.}}
[Cantor an Prof. Dr. Constantin Gutberlet, 1. Mai 1888]
 

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#1 wernertrp
31/10/2013 - 10:39 | Warnen spam
On Thursday, October 31, 2013 9:54:14 AM UTC+1, WM wrote:
Soll ich auch einen Punct erwàhnen, worin ich mit Ihnen nicht ganz einverstanden bin, so ist es das unbedingte Vertrauen, welches von Ihnen dem modernen sogenannten Gesetz von der Erhaltung der Energie entgegengebracht wird. Ich will durchaus nicht die Lehre von der Aequivalenz der verschiedenen sich ineinander umsetzenden natürlichen Kraftformen in Zweifel ziehen, soweit sie experimentell hinreichend begründet ist. Das wogegen ich ernste Bedenken hege, ist sowohl die Erhebung des angeblichen Gesetzes zu einem metaphysischen Prinzip, von dem die Erkenntniss so gewichtiger Sàtze, wie die Unsterblichkeit der Seele abhàngig sein soll wie auch die von den Herren Thomson, v. Helmholtz, Clausius und Genossen beliebte und durch nichts gerechtfertigte Ausdehnung und Anwendung des Satzes von der Erhaltung der Energie auf das Weltganze, woran phantastische Speculationen geknüpft werden, die ich für ganz werthlos halte. {{Tja, wie man sich (und andere) tàuschen kann.}}

[Cantor an Prof. Dr. Constantin Gutberlet, 1. Mai 1888]





Stützend greif die Mathematk in die Physik ein.
Rückwirkungen von der Physik auf die Mathematik
sind nicht zu befürchten.
Erhaben beschreitet die Mathematik die unendlichen
Ràume und Zahlenreihen, wàhren die Physik sich an Meßgeràte
mit deutlich abzàhlbaren Zehnerstellen klammert.
Wàhrend Physiker sich oft selbst wiederlegen mußten,
ist das dem eleganten Mathematiker höchst selten passiert.
Mathematiker sind mit ihrem Denkorgan den Physikern
immer Jahrhunderte voraus. Sie lösten Probleme an denen die
Denkeinsparungshilfen (Computer) der von den Physikern betriebenen
Meßparks scheitern scheiterten und sich in unendlichen
Schleifen verirrten und/oder abstürzend den binàren Geist aufgaben.
Solange Mathematiker keine Vor-Aussagen über die Physik unseres
Universum machen werden, sind ihre Leiber geschont gepflegt und
zur unendlichen Aufbewahrung in den Elfenbeintürmen niedergebracht.

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