Das Unendliche und die Theologie (38)

22/11/2013 - 11:04 von wolfgang.mueckenheim | Report spam
{{An mindestens vier verschiedenen Stellen seiner erhaltenen Korrespondenz (und das ist leider nur ein kleiner Bruchteil der gesamten) betont Cantor:}} Zur Auffassung des Grundgedankens der Lehre des Transfiniten bedarf es keiner gelehrten Vorbildung in der neueren Mathematik; dieselbe kann dazu sogar hinderlich sein, weil in der sogenannten Infinitesimalanalysis das potenziale Unendliche sich in den Vordergrund gedràngt und selbst bei den Heroen die Meinung gezeitigt hat, als beherrschten sie mit ihren "Differentialen“ und "Integralen“ die Höhen des Wissens und Könnens. Strenggenommen ist aber überall das potenz. Unendl. ohne ein zu Grunde liegendes A. U. (über das sich nur die meisten jener Herren keine Rechenschaft geben mögen oder können) undenkbar. Wenn Sie also etwa in diesen Kreisen auf "fachmànnisch" competentes Urtheil zu der vorliegenden Frage zàhlen sollten, so könnten Sie sich vielleicht getàuscht sehen; das alleinige Forum ist hier die höchstgebietende Vernunft, welche kein Ansehen der privilegirten, gelehrten, akademischen Zünfte anerkennt; *sie* bleibt und herrscht, wir Menschen kommen und gehen.
[Cantor an Prof. Aloys Schmid, 18.? April 1887 nach C. Tapp: "Kardinalitàt und Kardinàle: Wissenschaftshistorische Aufarbeitung der Korrespondenz zwischen Georg Cantor und katholischen Theologen seiner Zeit." Boethius Vol. 53, Franz Steiner Verlag (2005) p. 504]

Gruß, WM
 

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#1 Rudolf Sponsel
22/11/2013 - 12:22 | Warnen spam
Am 22.11.2013 11:04, schrieb :
{{An mindestens vier verschiedenen Stellen seiner erhaltenen Korrespondenz (und das ist leider nur ein kleiner Bruchteil der gesamten) betont Cantor:}} Zur Auffassung des Grundgedankens der Lehre des Transfiniten bedarf es keiner gelehrten Vorbildung in der neueren Mathematik; dieselbe kann dazu sogar hinderlich sein, weil in der sogenannten Infinitesimalanalysis das potenziale Unendliche sich in den Vordergrund gedràngt und selbst bei den Heroen die Meinung gezeitigt hat, als beherrschten sie mit ihren "Differentialen“ und "Integralen“ die Höhen des Wissens und Könnens. Strenggenommen ist aber überall das potenz. Unendl. ohne ein zu Grunde liegendes A. U. (über das sich nur die meisten jener Herren keine Rechenschaft geben mögen oder können) undenkbar. Wenn Sie also etwa in diesen Kreisen auf "fachmànnisch" competentes Urtheil zu der vorliegenden Frage zàhlen sollten, so könnten Sie sich vielleicht getàuscht sehen; das alleinige Forum ist hier die höchstgebietende


Vernunft, welche kein Ansehen der privilegirten, gelehrten, akademischen Zünfte anerkennt; *sie* bleibt und herrscht, wir Menschen kommen und gehen.
[Cantor an Prof. Aloys Schmid, 18.? April 1887 nach C. Tapp: "Kardinalitàt und Kardinàle: Wissenschaftshistorische Aufarbeitung der Korrespondenz zwischen Georg Cantor und katholischen Theologen seiner Zeit." Boethius Vol. 53, Franz Steiner Verlag (2005) p. 504]

Gruß, WM



Begründet Cantor auch irgendwo, warum das AU dem PU vorausgehen muss (PU
"undenkbar" ohne AU)?

Rudolf Sponsel, Erlangen

P.S. Beim Antworten zeigt der Thunderbird eine ellenlange Zeile ohne
Umbruch an. Wie kann dem abgeholfen werden?



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