Datenaustauschformat für Bauteilbibliotheken?

09/08/2008 - 23:09 von Frank Buss | Report spam
Kennen wohl viele: Man hat einen schönen neuen Baustein entdeckt und möchte
den in seine Schaltung einbauen. Leider ist der in der Bibliothek des
Schaltplaneditors nicht enthalten und das Package ist auch was spezielles,
also erstmal eine Stunde (oder auch gerne ein paar Tage, wenn's ein BGA mit
300 Anschlüssen ist) mit dem Einpflegen in die Bibliothek und Verifizieren
der Anschlüsse verschwenden. Bei kleinen Schaltungen ist das ein nicht
geringer Aufwand, der redundant von vielen Leuten für immer wieder
dieselben Bauteile erbracht werden muß.

Wie könnte man diese Situation verbessern? Ich kenne nur Eagle, da gibt es
Packages, Devices und Symbols. Ein Package ist die Gehàuseform mit den
Anschlüssen. Ein Symbol ist das Symbol im Schaltplaneditor und ein Device
kann mehrere Symbols enthalten, denen man Anschlüsse in einem Package
zuordnet. Man kann verschiedene Package-Varianten in einem Device
definieren, um ohne das Bauteil im Schlatplan zu wechseln, das Package zu
àndern (z.B. von einem 0805 Widerstand auf 0603).

Ich denke diese Aufteilung ist eine gute Idee. Wenn man jetzt ein
Datenaustauschformat definiert (z.B. in XML), um ein Bauteil auf diese
Weise zu definieren, dann könnte der Hersteller einmal das Bauteil damit
beschreiben und alle Programme, die dieses Format einlesen können, könnten
dann das Bauteil ohne eigene Arbeit in die eigene Bibliothek aufnehmen.

Kann man noch weiter spinnen: Die Programme könnten auch einen Export in
das Format anbieten. So bràuchte noch nicht mal der Hersteller das Bauteil
anlegen, sondern der erste, der es einsetzen will, exportiert es und
veröffentlicht es, z.B. in einer zentralen Internet-Datenbank (was auch
automatisch von den Programmen per Mausklick geschehen könnte), die die
Programme bei Bedarf abfragen können. Da der Hersteller wahrscheinlich
sowieso Prototypen entwirft, wird er wohl das Bauteil auch exportieren, da
es für ihn kein Mehraufwand bedeutet. Also sowas wie das CPAN-Repository
für Perl-Bibliotheken bietet.

Gibt es sowas schon? Welche Dinge müsste man bedenken? Gibt bestimmt
Probleme mit der Abbildung verschiedener Features der EDA-Programme, aber
zumindest das richtige Package, Anschlussbezeichnungen und die Zuordnung in
einem Symbol würde ja bereits einen Mehrwert bieten und sollte
programmübergreifend möglich sein, oder?

Frank Buss, fb@frank-buss.de
http://www.frank-buss.de, http://www.it4-systems.de
 

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#1 Joerg
10/08/2008 - 01:51 | Warnen spam
Frank Buss wrote:
Kennen wohl viele: Man hat einen schönen neuen Baustein entdeckt und möchte
den in seine Schaltung einbauen. Leider ist der in der Bibliothek des
Schaltplaneditors nicht enthalten und das Package ist auch was spezielles,
also erstmal eine Stunde (oder auch gerne ein paar Tage, wenn's ein BGA mit
300 Anschlüssen ist) mit dem Einpflegen in die Bibliothek und Verifizieren
der Anschlüsse verschwenden. Bei kleinen Schaltungen ist das ein nicht
geringer Aufwand, der redundant von vielen Leuten für immer wieder
dieselben Bauteile erbracht werden muß.




Hatte ich am Mittwoch auch. War zwar nur ein Butterfly Laser Package,
doch dabei kam es auf die genauen Abmasse an. Da sitzt man dann erstmal
mit Mikrometerschraube und Ultranahsichtbrille. Danach alles huebsch in
tausendstel Zoll umrechnen ... <duck>


Wie könnte man diese Situation verbessern? Ich kenne nur Eagle, da gibt es
Packages, Devices und Symbols. Ein Package ist die Gehàuseform mit den
Anschlüssen. Ein Symbol ist das Symbol im Schaltplaneditor und ein Device
kann mehrere Symbols enthalten, denen man Anschlüsse in einem Package
zuordnet. Man kann verschiedene Package-Varianten in einem Device
definieren, um ohne das Bauteil im Schlatplan zu wechseln, das Package zu
àndern (z.B. von einem 0805 Widerstand auf 0603).

Ich denke diese Aufteilung ist eine gute Idee. Wenn man jetzt ein
Datenaustauschformat definiert (z.B. in XML), um ein Bauteil auf diese
Weise zu definieren, dann könnte der Hersteller einmal das Bauteil damit
beschreiben und alle Programme, die dieses Format einlesen können, könnten
dann das Bauteil ohne eigene Arbeit in die eigene Bibliothek aufnehmen.

Kann man noch weiter spinnen: Die Programme könnten auch einen Export in
das Format anbieten. So bràuchte noch nicht mal der Hersteller das Bauteil
anlegen, sondern der erste, der es einsetzen will, exportiert es und
veröffentlicht es, z.B. in einer zentralen Internet-Datenbank (was auch
automatisch von den Programmen per Mausklick geschehen könnte), die die
Programme bei Bedarf abfragen können. Da der Hersteller wahrscheinlich
sowieso Prototypen entwirft, wird er wohl das Bauteil auch exportieren, da
es für ihn kein Mehraufwand bedeutet. Also sowas wie das CPAN-Repository
für Perl-Bibliotheken bietet.

Gibt es sowas schon? Welche Dinge müsste man bedenken? Gibt bestimmt
Probleme mit der Abbildung verschiedener Features der EDA-Programme, aber
zumindest das richtige Package, Anschlussbezeichnungen und die Zuordnung in
einem Symbol würde ja bereits einen Mehrwert bieten und sollte
programmübergreifend möglich sein, oder?




Moeglich ist das. Als ich einen Cadsoft-Ingenieur danach fragte, kam die
Antwort, die ich erwartet hatte: Sie wuerden das gern tun, aber die
anderen EDA Unternehmen meist nicht. Dieses ganze EDIF Geraffel war IMHO
ein grosser Mumpitz. Vielleicht sind die Leute auch nur zu den Meetings
gegangen, weil es dort gutes Essen und Fassbier gab ;-)

Gruesse, Joerg

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