Der Boersencrash von Vancouver

05/06/2008 - 15:41 von Ralf Kusmierz | Report spam
X-No-Archive: Yes

begin Thread


Moin,

s. <http://www.dradio.de/dlf/sendungen/...95396/>:

"Die Börse florierte recht anstàndig, die meisten Werte legten im
Laufe der Monate zu. Doch seltsam - der Index fiel. Und zwar tiefer
und tiefer, so stetig wie ein Jumbojet beim Landeanflug.
Er hat sich nicht von 1000 nach oben entwickelt, sondern sank immer
tiefer. Nach einem Jahr hat man gedacht: Das kann irgendwie nicht
sein! Da stand der Index ungefàhr bei 520. Also ein Indexverlust von
48 Prozent! Und dann hat man Experten rangeholt, die sich mit der
Index-Berechnung befassten.
Fachleute aus Toronto und Kalifornien wurden eingeflogen. Sie
grübelten, analysierten, rechneten nach. Und dann, im November 1983,
hatten sie den Fehler aufgespürt:
Jedes Mal, wenn sich ein Aktienkurs verànderte, was ungefàhr 3000 Mal
am Tag geschah, wurde der Index neu berechnet. Dann wurde der Index
auf die vierte Nachkommastelle berechnet.
Aber, und jetzt kommt's:
Bei der Indexberechnung, immer wenn man den neuen Durchschnittswert
bildete, hat man die vierte Nachkommastelle weggelassen. Man hat also
nicht gerundet, sondern hat einfach weggeschmissen!
Ein simpler Rechenfehler - und ein ziemlich dummer dazu. Denn wie man
richtig rundet, sollte eigentlich jedes Kind wissen, und nicht nur ein
promovierte Mathematiker wie Jörg Liesen:
Ab 0,5 rundet man auf eins auf. Und darunter rundet man eben ab. Das
lernt man eigentlich in der Schule!
Nun könnte man meinen, es sei doch ziemlich egal, ob ein Aktienindex
bei der vierten Stelle hinterm Komma falsch gerundet wird. Schließlich
betràgt der Fehler allerhöchstens 0,0005 - eine ziemlich mickrige
Zahl. Nur: Der Index wurde ja 3000 Mal am Tag neu berechnet. Und
dadurch konnte sich der Fehler hochschaukeln auf immerhin einen Punkt
pro Handelstag. Über einen Zeitraum von zwei Jahren, also von Anfang
1982 bis Ende 83, hatte das fatale Auswirkungen, rechnet Jörg Liesen
vor."

Verzeihung: Ist das nicht schlicht Unfug? Ein Index wird nicht durch
fortlaufende Addition von Änderungen, sondern durch gewichtete
Addition der relativ wenigen Einzelwerte berechnet - eine stàndige
Addition von Verànderungen geht zwangslàufig auf die Dauer immer in
die Grütze, egal, mit welcher Stellenzahl und welchem
Rubndungsverfahren gerechnet wird.

Was meint Ihr?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

Lesen sie die antworten

#1 Jan Fricke
05/06/2008 - 18:21 | Warnen spam
Ralf Kusmierz wrote:
Was meint Ihr?


Ich meine, dass Dein "No-Archive"-Zeugs reichlich unsozial ist: Man hat
keine Möglichkeit, wenn man mal eine Woche lang keine News gelesen hat,
das versàumte nachzuholen. Entweder willst Du öffentlich diskutieren
oder nicht. Anscheinend nicht.

Und: Keine Entschuldigung wegen Off-Topic: Du gibst keine zustellbare
E-Mail-Adresse an.

Viele Grüße Jan

Ähnliche fragen