Der Markt und die Spiegellosen....

01/03/2014 - 00:35 von Patrick Rudin | Report spam
Dpreview hatte die letzten Tage an der CP+ einige Interviews gemacht.
Ich habs mal kurz zusammengefasst, vielleicht stossen einige Thesen hier
ja auf Widerspruch:


Fuji:

Der Highend-Markt sei deshalb so wichtig, weil diesen Kunden der Vorteil
der X-Trans-Sensoren leichter zu vermitteln sei. Hm. Tun sie das?

In Japan machten Spiegellose 40 Prozent des Marktes aus, ansonsten in
Asien etwa 25, in den USA und Europa aber nur 10 Prozent. Dem
Zusammenhang interpretiere ich das so, dass das lediglich für Fuji gilt.
Und er sagt nicht, worauf sich diese Prozentzahlen beziehen. Vermutlich
Umsatz.

Firmware-Update für "alte" Modelle mache man, auch wenn man damit den
neueren das Wasser abgrabe: Man sei eine relativ neue Marke, und man
wollte damit Vertrauen bilden.

In Europa und vor allem in den USA verkaufe mehr Highend-Gehàuse als
Low-End. Man mache so auch mehr Profit, weil "we sell at a higher
price". Hm...macht man wirklich dort das Geld?
Auch habe jemand mit einer X-Pro 1 im Schnitt 3.8 Objektive, bei der
X-A1 hingegen 1.2.

Er hàlt die X-T1 für konkurrenzfàhig bei Sport und will auch den
Vollformat-Bereich angreifen.

Er ràumt ein, man habe in zu kurzer Zeit zuviele Modelle auf den Markt
geworfen und wolle es jetzt ruhiger angehen. Auch die Objektivpalette
soll überprüft werden.

Er denkt, mindestens 50 Prozent des Marktes könnte künftig Spiegellos
sein. Man müsse das dem Konsumenten aber erst noch beibringen. Er
beschuldigt Canon und Nikon, mit der 1 und M die Leute enttàuscht zu
haben, das fàrbe generell auf Spiegellose ab.

Er würde es begrüssen, wenn Nikon und Canon eine Highend-Spiegellose
anbieten würden, weil das beim Konsumenten das generelle Bewusstsein für
Spiegellose veràndern würde.

Derzeit müsse man dem Konsumenten einen guten Grund geben, um seine
Kamera aufzurüsten oder zu ersetzen, wenn man im Geschàft bleiben wolle.

Sensorgrösse: Derzeit konzentriere man sich auf APS, langfristig sei
aber alles offen


Sigma:

Bezieht sich vor allem erstmal auf die dp2 Quattro. Entspreche 39
Megapixel, Man habe lange daran gearbeitet, das Patent stamme aus dem
Jahre 2005. ISO-Performance sei um einen Blendenstop verbessert worden,
aber unschlagbar sei die Kamera eben bei niedrigen ISO-Werten.

Das Geschàft bestehe aber vor allem aus Objektiven. Die Kameras machen
weniger als 10 Prozent des Umsatzes aus.

Sigma macht Objektive für DSLR und Spiegellose -- bei Spiegellosen
werden im Schnitt aber nur 1.3 Objektive gekauft, bei DSLR 1.7.
Highend-Spiegellose seien zwar höher, aber die meistens kauften eben
Einsteigerklasse.

Man möchte gerne alle Systeme unterstützen, etwa auch Sony Alpha 7/7R,
aber habe nur beschrànkte Ressourcen.

Das Design habe sich veràndert: Durch die neuen Kameras mit 24/36MP
seien die Anforderungen gestiegen. Die MTF-Messungen mache man mit dem
Foveon-Sensor.

Die Objektive sind billiger, weil Sigma hauptsàchlich beim Marketing
spare. Wachsen wolle man nur leicht. Zur Gründerzeit von Sigma (wann
genau war das eigentlich?) habe es 50 Objektivhersteller in Japan
gegeben, heute seien es faktisch nur noch drei: Tamron, Cosina und Sigma.



Nikon:

Der Markt für Kompakte ist dramatisch geschrumpft, aber auch die
Stückzahlen der Kameras mit Wechselobjektiven seien geschrumpft.

In Japan würden DSLR gut verkauft (schwacher Yen, Panikkàufe vor
VAT-Erhöhung). Bei den Spiegellosen seien die regionalen Unterschiede
gross: In Japan und Asien wachse der Markt, in USA und Europa schrumpfe
er. Besonders die USA sei der schlimmste Markt für Spiegellose, dort
setze man Qualitàt mit DSLR gleich. In Europa laufe DSLR aber speziell
bei Frauen gut, habe wohl etwas mit Statussymbolen zu tun.

Videofàhigkeiten der Kamera seien in Europa viel wichtiger als in Japan.
Cinema EOS wollte man nicht direkt konkurrenzieren.

Nikon empfiehlt er auch deshalb generell, weil man Nikon F-Objektive 55
Jahre zurück nehmen könne. In punkto Dritthersteller-Objektive verliere
man keine signifikanten Marktanteile.

Die Df verkaufe sich gut, in Japan müsse man derzeit zwei Monate auf
eine warten. Gerade auf junge Leute wirke das Design sehr frisch. Intern
habe man aber wohl gestritten, wie man das Ding genau im Markt
positionieren soll.

Sorgen mache man sich, weil der Kompaktkamera-Markt schrumpfe, ebenso
DSLR. Kosten spare man bei den "Komponenten". Die Df wie die 1AW1 seien
einzigartig, die Konsumenten seien deshalb bereit dafür mehr zu bezahlen.


Olympus:

Auch er sagt klar, Kompaktkameras seien auf dem àusserst absteigenden
Ast, wobei auch die Verkàufe bei Kameras mit Wechselobjektiven
rücklàufig seien. Der Markt für Spiegellose wachse aber.

Schlüssel seien die Spiegellosen. Es gebe aber auch Nachfrage nach
Nischen, so etwa die Tough-Reihe. Lichtstarke Blenden könne kein
Smartphone liefern. Mit OM-D und PEN wolle man bewusst Einsteiger
einerseits und Enthusiasten andererseits ansprechen. Beides sei wichtig.

Bessere Videofàhigkeiten forderten vor allem Kunden aus USA und Europa.
Micro Four Thirds sei für Foto wie Video optimiert. Olympus sei ein
Optikfabrikant, der auch Kameras mache.

Konsumenten aus Asien seien àusserst heikel in punkto Ergonomie,
Stichwort Ràdchen.

Die Vorurteile gegenüber Spiegellosen hingen auch an den Verkàufern. Und
bis vor Kurzem seien Spiegellose höchstens 4/3 gewesen. Man wisse als
Optikfabrikant durchaus, dass man nicht einfach simpel sagen könne, ein
grösserer Sensor liefere generell bessere Bildresultate.

In Japan sei derzeit 50 Prozent des Marktes Spiegellos. Aber noch vor
wenigen Jahren war der Anteil deutlich tiefer wie heute in USA und Europa.

Eine gute Spiegellose von Canon/Nikon könnte den Markt stimulieren. Aber
vielleicht würden die absichtlich aus strategischen Gründen sowas nicht
machen, immerhin hàtten sie ihre SLR-Systeme über Jahre ausgereift.


Kurzum: Spiegellos ist die Zukunft, sagen alle...


Grüsse

Patrick
 

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#1 Falk Dµ?b bert
01/03/2014 - 18:07 | Warnen spam
Patrick Rudin:
Kurzum: Spiegellos ist die Zukunft, sagen alle...




Ja. Genau wie Betamax.

Falk D.

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