"Der Mensch ist Jäger und Sammler"... oder "die neue Kamera"

16/11/2013 - 18:05 von Peter Becker | Report spam
oder "irren ist menschlich"...

Wem das zu viel Getipptes ist, kann zwei Absàtze überspringen.

Eigentlich müsste man ja irgendwann zufrieden sein.
Vor einiger Zeit schrub ich begeistert ne Menge Zeugs zu meiner neuen
Kamera, der kleinen Nikon V1. Nein, ich will daran nichts zurück nehmen
oder korrigieren. Sie ist eine feine, kleine Kamera die einen wirklich
guten Job macht.
Jedoch hat die zeit gezeigt, dass sie es schwer hat. Manchmal
jedenfalls. Wenn ich mich entscheiden muss.
Ursprünglich habe ich sie als Immerdabeikamera angeschafft. Immerdabei
ist sie jedoch nur mit dem 10/2,8 drauf. Wenn ich dann nàher ran haben
möchte, vermisse ich das Zoom.
Also wàre es schon gut, zusàtzlich das 10-30mm einzustecken, um sicher
zu gehen, vielleicht auch noch das 30-110mm. Schon ist eine kleine
DSLR-Ausrüstung komplett. Klein und handlich, geschweige für die Tasche
ist das nicht mehr. Und wenn ich mit meinen Überlegungen so weit
gekommen bin, habe ich ruckzuck die 5D mit dem 28-135mm umhàngen.

Also bin ich zur Hausmessse meines Fotohàndlers und wollte mir
kompromissbereit das 10-100mm anschauen. Gar nicht schlecht...
aber da war da noch der Stand von Fujifilm. Das stand eine kleine Kamera
auf dem Tisch. Der Typ von Fuji sah meinen Blick und drückte mir das
Teilchen in die Hand. Relativ klein, fein, schön retro, sauber
verarbeitet, und ein Sucher zum durchgucken mit Einblendung des Fokus
und der wichtigsten Belichtungswerten verlockend.
Es war die Fuji X20, Nachfolgerin der X10.
Wenn auch nicht hosentaschentauglich, so aber doch für die Jackentasche.
Ich machte ein paar Testbilder in den hell erleuchteten Ràumen und
schaute die auf dem Display an.
Was ich da sah war sehr überzeugend.
Dann machte man mir noch ein Angebot ein Stückchen unter dem Preis des
Objektives von Nikon.

Kurz entschlossen kaufte ich die X20.
Voller Erwartung machte ich mich auf den Heimweg und machte unterwegs
noch ein paar Bilder mit der Standartautomatik.
Das Bild mit der Taube vor den Türen war schon nicht mehr so schön,
sondern krieselig. Hmmm...
In der Oberwelt angekommen machte ich noch ein paar Bilder im Freien.
Die sahen auf dem Display eigentlich ok aus.
Zuhause am Monitor erschrak ich dann doch. Sollte dieses kleine
Wunderwerk der Technik überwiegend aus Marketing bestehen?

Am großen Monitor sahen die Bilder bei hellem Kunstlicht immer noch
wirklich gut aus. Satte Farben, wenig Rauschen, schöne Schàrfe, alles
bestens. Beim dunkleren Kunstlicht (Taubenbild) war es schon flauer,
verrauscht und teilweise glattgebügelt. Irgendwo zwischen Aquarell und
Kontrastanhebung. Ok, nicht so schön...
Dann die Bilder im Freien. Die Sonne hatte genau die richtige
Wolkensoftbox davor. Also schön hell und weich. Also optimale
Bedingungen. Auch hier war die Kamera nicht in der Lage zufrieden zu
stellen. Insgesamt blau, Lücken in den Wolken noch blauer, Schatten am
blauesten. Natürlich probierte ich gleich mal am Rechner mit dem
Weißabgleich zu korrigieren. Das ging nicht, weil diese seltsame
Blauverteilung nicht gleichmàßig war.
Jetzt könnte man auf die Automatik schimpfen.
In den Nàchsten Tagen bestàtigte sich jedoch das seltsame Verhalten,
selbst wenn der Weißabgleich vorgewàhlt wurde.
Denn dann verfàrbten sich andere Farben unnatürlich. In der Folge
stellte ich auf RAW um. Mit dem passenden Profil in LR ging es dann.
Das waren aber nicht alle Schlechtigkeiten der kleinen Zicke.
Dunkle Kleidung und Schatten wurden richtig dunkel. Die Kamera schaffte
es dort beim Aufhellen sogar bei 200ASA zu rauschen. Um das
auszugleichen, machte sie helle Stellen dafür auch schön hell.
Die Kamera hat ja eine einstellbare Dynamikunterstützung. Ich war nicht
in der Lage egal mit welcher Einstellung dieses Verhalten zu verbessern.
Dann noch...
Schon bei leichtem Gegenlicht wurde das Bild matschig. Tonwertkorrektur
sorgte dann für Rauschen auch bei 200ASA.
Grundsàtzlich waren Schàrfe und Kontrast bei optimalem Licht ok.
Fazit: Wer gerne RAW entwickelt, bekommt mit der Kamera genug zu tun.
Die Bilder werden dann auch gut.
Ich mag bei einer Hosentaschenknipse nicht auch noch mit RAW rum machen.

Ist jetzt alles schlecht? Nein, im Vergleich zu anderen Kompakten mit
àhnlichem Sensor schlàgt sie sich gut. Vielleicht bin ich zu
anspruchsvoll. Das manuelle Bedienen des Objektives ist eine schöne
Sache. Auch dass damit die Kamera ein und ausgeschaltet wird. Der Sucher
ist schön hell und nicht so ein Guckloch wie bei der G-Serie von Canon.
Auch die Einblendungen gefallen mir. Auch die Bedienelemente sind gut
angeordnet. Die kleine Kamera fühlt sich in der Hand sehr gut an, gut
verarbeitet und an jeder Stelle stabil.
Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, wie sie es schaffte in den Tests
1. und 2. Plàtze zu belegen.
Eine Canon A95 macht z.B. bessere Fotos.

Ich habe sie nach ein paar Tagen Krampf zum Hàndler zurück gebracht.

Ich habe dort noch was drauf gelegt und die Sony RX100 M2 mitgenommen.
Wer klein und Bildqualitàt möchte kommt wohl momentan an der Sony nicht
vorbei.

Liebe Grüße
Peter Becker
http://www.unblind.de
 

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#1 Thomas Kruse
16/11/2013 - 19:31 | Warnen spam
Peter Becker Wrote in message:

Ich habe dort noch was drauf gelegt und die Sony RX100 M2 mitgenommen.
Wer klein und Bildqualitàt möchte kommt wohl momentan an der Sony nicht
vorbei.



Bei Dpreview schneiden die Fuji und die Sony etwa gleich ab. Die
Sony ist dabei aber auch 200 Euro teurer.
Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen das die Fuji so schlecht
sein soll, jedenfalls den Samples auf Dpreview siet man es nicht
an.

MfG Thomas





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