Der Unsinn von "offiziellen" Hintertüren

07/05/2015 - 17:49 von Mok-Kong Shen | Report spam
Internet-Pioneer Vint Cerf hat U.S. Federal Bureau of Investigation und
U.S. Justice Department kritisiert wegen ihrer neuerlichen Bemühungen
bzgl. Einbau von "offiziellen" Hintertüren in Verschlüsselungssoftware.
(http://www.eweek.com/cloud/internet...ments.html)

Wàhrend solche Hintertüren sicherlich sehr effektiv sein können, ihre
"praktische" Effektivitàt würde m.E. im Eindringen in die Privatsphàre
von unschuldigen Normalbürgern und keinesfalls in der Verhinderung von
kriminellen Aktivitàten von (zumindest bißchen intelligenten) Mafias,
Terroristen etc. liegen. Denn die letzteren könnten das Entdecken ihrer
geheimen Kommunikation dadurch verhindern, indem sie (1)
hintertüren-freie Verschlüsselungssoftware in anonymer Weise verwenden
oder (2) andere Kommunikationskanàle als das Internet benützen.

Etwas analog gilt m.E. in der Verfolgung der Standorte von Benutzern
von Handys. Wàhrend der tàgliche Weg einer ehrlicher Person mit
ordentlicher Registrierung mit Hilfe seines Handy minutiös verfolgt
werden kann, könnte ein Krimineller ganz leicht eine in gewissen
fremden Làndern kàuflich erwerbare Sim-Karte mit einem anderen
Besitzernamen verwenden, wodurch seine reelle Identitàt in den
gesammelten Daten unerkannt bleibt. (Ich war neuerlich in einem Vortrag
über die Verfolgung von Standorten und war beeindruckt von der
Leichtigkeit, Umfang und Art der Informationen, die in der Praxis
logisch abgeleitet werden können.)

Eine gute Antwort zu den gesagten unsinnigen Hintertüren ist
klarerweise zu versuchen, die Verfügbarkeit von leicht zu bedienten
Ende-zu-Ende-Verschlüsselungssoftware zu erhöhen, die ausreichend
sicher sind in dem Kontext von privatsphàre der unschuldigen
Normalbürger. Selbstverstàndlich, solche Software könnten gleichwohl
ebenfalls von den Kriminellen benützt werden. Aber, wie oben
argumentiert, die Kriminellen könnten ja, wenn auch für sie unbequem
und mit Mühe, es sowieso schaffen, den Maßnahmen der Behörden zur
Entdeckung ihrer geheimen Kommunikation auf dem Internet zu entgehen.

M. K. Shen
 

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#1 Michael Uplawski
09/05/2015 - 08:36 | Warnen spam
Hash: SHA256

Moin.

On Thu, 07 May 2015 17:49:48 +0200,
Mok-Kong Shen wrote:

Wàhrend solche Hintertüren sicherlich sehr effektiv sein können, ihre
"praktische" Effektivitàt würde m.E. im Eindringen in die Privatsphàre
von unschuldigen Normalbürgern und keinesfalls in der Verhinderung von
kriminellen Aktivitàten von (zumindest bißchen intelligenten) Mafias,
Terroristen etc. liegen.



Ich mache mal 'was Mutiges. Für Frankreich, soweit ich mich dort
auskenne, vor den Zutand der hiesigen Gesellschaft, ihrem Verfall und
der Art und Weise wie für Interessen gestritten und gekàmpft wird, gilt:

Der Unschuldige Normalbürger ist kriminell. Unter den Unschuldigen
Normalbürgern finden sich erstaunlich viele jüngere Menschen. Der Feind,
der Terrorist, der Umstürzler, ist darum in vielerlei Kontexten schlicht
und ergreifend: Die denkende Jugend.

Mach' deinen Artikel nochmal.
M. K. Shen


El Oopso (Michael Uplawski)


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