Desulphatieren von Blei(-Gel)-Akkus "mit der Bürste" (zerlegen)?

17/03/2011 - 22:56 von Tobias Claren | Report spam
Hallo.

Ich interessiere mich dafür, wie ein Blei-Akku bzw. auch Blei-Gel-Akku in
seiner Leistung wieder zu verbessern bzw. wiederzubeleben sein könnte.
Aber weniger mit speziellen (evtl. falsch gepolten) Stromimpulsen,
Hochfrequenzen usw., als mechanisch, evtl. auch chemisch.

Warum Elektronik und Chemie? Weil ein solcher Akku wohl beide Bereiche
betrifft. Evtl. mehr Chemie als Elektronik, schon wegen der mechanischen
herangehensweise.
Nach dem mechanischen "reinigen" wàre eine erneute "Formierungsladung" bzw.
das Anwenden von Desulphatisierungsprogrammen von Ladegeràten bzw. extra
Geràten evtl. nicht schlecht.
Unter der Annahme dass nach dem "abbürsten" der weißen
Sulphat-Kristallschicht auf der Oberflàche dennoch kleinste Sulphatpartikel
in den "Poren" sitzen.
Falls das so dargestellt ist. Dann mögen die elektrischen
Desulphatisierungstechniken tatsàchlich überfordert sein, aber nach so einer
"Bürstenreinigung" etwas bringen.

Unabhàngig davon wie wirksam das dort gezeigte Geràt bzw. die Technik ist,
hier ein Video wo man zumindest die Sulphatisierung sehen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=p-nuDejqy7M
So ein transparenter Akku hat schon Vorteile.
So wie das da aussieht, ist ja der Gedanke nicht ganz verkehrt dass ein
einfaches mechanisches entfernen dieses Belags und erneuern der Sàure etwas
bringt.
Ob man die abgelassene Flüssigkeit wieder mit den abgebürsteten
Sulphatbelàgen verbinden kann? Erstmal in den Mixer ;D ? Wenn man sie
tatsàchlich wieder in der Flüssigkeit lösen könnte, wàre ein Mixer ja gar
kein so verkehrter erster Gedanke um die natürliche Lösung (wie?) zu
beschleunigen. Etwas erhitzen? Nicht dass man nicht auch Ersatzsàure nehmen
kann, aber Sondermüll vermeiden zu können wàre ja kein Fehler. Auch wenn man
danach noch mit einem Dichteprüfer misst, ob man destilliertes Wasser oder
Sàure nachgeben muss.

Ich stieß beim googlen auf einen kurzen Hinweis dass jemand in Bolivien sah
wie eine Autobatterie aufgesàgt, die Platten wohl entnommen, abgebürstet und
mit Batteriesàure gereinigt wurde. Danach wurde sie mit einem heißen Eisen
wieder verschlossen.
Es geht mir nicht um eine Diskussion ob sich etwas lohnt, das ist wohl
Ansichtssache. Bei BleiGel-Akkus ist das finanzielle Ergebnis wohl höher als
bei einer alten 08/15-Blei-Sàure-Autobatterie. Dafür kann man da die Sàure
zuvor ablassen. Bei Blei-Gel wohl nicht. Da wàre es auch nötig nach dem
öffnen das "Gel" (welche Konsistenz?) zu entfernen. Und nach der Prozedur
müsste man es wieder einbringen. Wie geschieht das in der Produktion? Gießen
die es wie bei Blei-Sàure-Akkus? Wird es warm flüssig? "Kochen" sollte man
solch ein Sàuregel ja wohl auch nicht. Und einfach ersetzen ist auch nicht
möglich, oder kann man es wie Batteriesàure im Kanister kaufen? Oder gibt es
ein "Rezept" wie man es selbst aus Batteriesàure herstellt?
Hier wàre ein mögliches Wiederherstellen aus dem Gel und dem Sulphat schon
sinnvoll.

Die Frage ist, wie könnte das ganze im Detail ablaufen. Neben dem
technischen Vorgang auch das rückgàngig zu machende (2K-Harz, Heißkleber,
evtl. auch Schrauben und Gummidichtung, das wàre jederzeit wieder zu
öffnen...) abnehmen des Deckels Hat eine Batterie mit starker Sulphatierung
nach dem Entfernen des Sulphates wieder höhere Leistung (Ah)?
Bzw. kann auf einmal das laden möglich sein, wo das Ladegeràt zuvor die
Ladung verweigerte? Gibt es noch andere Faktoren als diese "weiße
Verstopfung"?
Wenn das Sulphat grob und nicht gelöst ist, würde es nach dem zurückfüllen
der Flüssigkeit wohl der Batteriesàure fehlen.
Wenn man die Batteriesàure also neu nimmt, sollte man dann nicht zumindest
wieder auf einem entsprechenden Gebrauchtstand sein. Ich erwarte ja keine
Nominalkapazitàt, und will auch nicht spekulieren. Aber schon 50% wàren (für
mich) kein Akkuschrott mehr. Solange man die nicht umherfàhrt, ist Gewicht
und Platzverbrauch auch nicht sehr bedeutend.
Auch wenn oft gewerblich alle x Jahre oder bei 80% ausgetauscht wird
(Notstrom...).

100Ah-BG-Akkus kosten gut €250. Auch wenn man das selbst nie zahlt (z.B.
schon gebraucht), bleibt es doch der Neupreis solcher Akkus.

Was Sicherheit angeht müssen wir nicht über Brille, Lüftung, Handschuhe und
Kleidung die leiden darf diskutieren.

P.S.:
Hier noch ein Video zur Herstellung:
http://www.youtube.com/watch?v=P7tOipB_-38 (6V)
Ein Video dass den Aufbau zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=zQp0q4B4t44



Grüße,
Tobias Claren
 

Lesen sie die antworten

#1 gUnther nanonüm
18/03/2011 - 11:53 | Warnen spam
"Tobias Claren" schrieb im Newsbeitrag
news:ilu01t$vcn$

Ich interessiere mich dafür, wie ein Blei-Akku bzw. auch Blei-Gel-Akku in
seiner Leistung wieder zu verbessern bzw. wiederzubeleben sein könnte.
Aber weniger mit speziellen (evtl. falsch gepolten) Stromimpulsen,
Hochfrequenzen usw., als mechanisch, evtl. auch chemisch.



Hi,
solche Elektronik kann man kaufen, ist nichtmal teuer. Wàre besser, wenn das
optional schon in den Akku eingebaut wàre, je nàher an den Platten, desto
besser.


Warum Elektronik und Chemie? Weil ein solcher Akku wohl beide Bereiche
betrifft. Evtl. mehr Chemie als Elektronik, schon wegen der mechanischen
herangehensweise.



Chemie ist schwierig, außer bei Panzerzellen.

Nach dem mechanischen "reinigen" wàre eine erneute "Formierungsladung"
bzw. das Anwenden von Desulphatisierungsprogrammen von Ladegeràten bzw.
extra Geràten evtl. nicht schlecht.
Unter der Annahme dass nach dem "abbürsten" der weißen
Sulphat-Kristallschicht auf der Oberflàche dennoch kleinste
Sulphatpartikel in den "Poren" sitzen.
Falls das so dargestellt ist. Dann mögen die elektrischen
Desulphatisierungstechniken tatsàchlich überfordert sein, aber nach so
einer "Bürstenreinigung" etwas bringen.



Abgebürstet hat man dann aber auch Kapazitàt. Das Oxid/Sulphat fehlt
zukünftig. Und Kristalle sind ansonsten unschàdlich.


Unabhàngig davon wie wirksam das dort gezeigte Geràt bzw. die Technik ist,
hier ein Video wo man zumindest die Sulphatisierung sehen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=p-nuDejqy7M
So ein transparenter Akku hat schon Vorteile.
So wie das da aussieht, ist ja der Gedanke nicht ganz verkehrt dass ein
einfaches mechanisches entfernen dieses Belags und erneuern der Sàure
etwas bringt.



Ein bißchen "Turbo" bei der Spannung, aber kapazitàtsmàßig eher màßig...

Ob man die abgelassene Flüssigkeit wieder mit den abgebürsteten
Sulphatbelàgen verbinden kann? Erstmal in den Mixer ;D ? Wenn man sie
tatsàchlich wieder in der Flüssigkeit lösen könnte, wàre ein Mixer ja gar
kein so verkehrter erster Gedanke um die natürliche Lösung (wie?) zu
beschleunigen. Etwas erhitzen? Nicht dass man nicht auch Ersatzsàure
nehmen kann, aber Sondermüll vermeiden zu können wàre ja kein Fehler. Auch
wenn man danach noch mit einem Dichteprüfer misst, ob man destilliertes
Wasser oder Sàure nachgeben muss.



Man müßte das Oxid rein darstellen und mit dem Hammer in die Platten
klopfen


Ich stieß beim googlen auf einen kurzen Hinweis dass jemand in Bolivien
sah wie eine Autobatterie aufgesàgt, die Platten wohl entnommen,
abgebürstet und mit Batteriesàure gereinigt wurde. Danach wurde sie mit
einem heißen Eisen wieder verschlossen.



Klingt wie ein Màrchen. Die Platten sind wie ineinandergesteckte Kàmme
verzahnt, die auseinanderzuziehen zerreißt mehr Material als man
übrigbehàlt. Mag sein, daß die zusammengekloppten Reste noch irgendeine Art
Speichervermögen haben, aber "Sinn" hat das keinen. Einzige plausible
Möglichkeit wàre, daß ein Akku mit "Kurzschluß" etwa durch einen Einschuß
damit wieder "ladbar" wird und wenigstens die Motorelektronik befeuern kann.
Wenn man den Trecker dann anschiebt

Es geht mir nicht um eine Diskussion ob sich etwas lohnt, das ist wohl
Ansichtssache. Bei BleiGel-Akkus ist das finanzielle Ergebnis wohl höher
als bei einer alten 08/15-Blei-Sàure-Autobatterie. Dafür kann man da die
Sàure zuvor ablassen. Bei Blei-Gel wohl nicht. Da wàre es auch nötig nach
dem öffnen das "Gel" (welche Konsistenz?) zu entfernen. Und nach der
Prozedur müsste man es wieder einbringen. Wie geschieht das in der
Produktion? Gießen die es wie bei Blei-Sàure-Akkus? Wird es warm flüssig?
"Kochen" sollte man solch ein Sàuregel ja wohl auch nicht. Und einfach
ersetzen ist auch nicht möglich, oder kann man es wie Batteriesàure im
Kanister kaufen? Oder gibt es ein "Rezept" wie man es selbst aus
Batteriesàure herstellt?
Hier wàre ein mögliches Wiederherstellen aus dem Gel und dem Sulphat schon
sinnvoll.



Die Dinger werden zusammengebappt wie man Sandwiches belegt. Das Gel ist
eine Kleister-Sàure-Mischung, die man auf Papier streicht und beidseitig mit
Bleigitter "belegt", solche Pakete werden dann
aneinandergenietet/verschweißt und verpackt. Das Gel trocknet allmàhlich
aus, da beim Laden stets ein wenig Wasser zu Knallgas wird. Der Gelakku hat
aber keinen "Sàurestand", stattdessen entstehen Luftblasen, die nicht leiten
und Kapazitàt sperren. Irgendwann erreicht eine Zelle einen Punkt, wo sie
kaum noch geladen wird und nurnoch Elektrolyse macht, sich also
schnellstmöglich trockenbràt. Dann ist der Gelakku fertig.



Die Frage ist, wie könnte das ganze im Detail ablaufen. Neben dem
technischen Vorgang auch das rückgàngig zu machende (2K-Harz, Heißkleber,
evtl. auch Schrauben und Gummidichtung, das wàre jederzeit wieder zu
öffnen...) abnehmen des Deckels Hat eine Batterie mit starker
Sulphatierung nach dem Entfernen des Sulphates wieder höhere Leistung
(Ah)?
Bzw. kann auf einmal das laden möglich sein, wo das Ladegeràt zuvor die
Ladung verweigerte? Gibt es noch andere Faktoren als diese "weiße
Verstopfung"?
Wenn das Sulphat grob und nicht gelöst ist, würde es nach dem zurückfüllen
der Flüssigkeit wohl der Batteriesàure fehlen.
Wenn man die Batteriesàure also neu nimmt, sollte man dann nicht zumindest
wieder auf einem entsprechenden Gebrauchtstand sein. Ich erwarte ja keine
Nominalkapazitàt, und will auch nicht spekulieren. Aber schon 50% wàren
(für mich) kein Akkuschrott mehr. Solange man die nicht umherfàhrt, ist
Gewicht und Platzverbrauch auch nicht sehr bedeutend.
Auch wenn oft gewerblich alle x Jahre oder bei 80% ausgetauscht wird
(Notstrom...).



Du kannst den Akku laden, dann entleeren und mit frischer Sàure füllen. Der
Bodenschlamm fehlt dann und die Restkapazitàt ist etwas flotter abrufbar.
Viel Aufwand für wenig Sinn.


100Ah-BG-Akkus kosten gut ?250. Auch wenn man das selbst nie zahlt (z.B.
schon gebraucht), bleibt es doch der Neupreis solcher Akkus.

Was Sicherheit angeht müssen wir nicht über Brille, Lüftung, Handschuhe
und Kleidung die leiden darf diskutieren.



Gelzellen müßte man vor der Entstehung von Gasblasen "rückfeuchten". Das hab
ich mal ausprobiert, eine fast kaputte Gelzelle mittels Vakkumpumpe
evakuiert und dann dest.Wasser "reinsaugenlassen". Damit hatte die Batterie
immerhin wieder Wasser in den Blasen. Doch der Kleister gerinnt beim
Trocknen zu einer Art Gummi und ist durch kaltes Wasser schwer aufzulösen.
Ein weiterer Versuch ging mit einer solchen Batterie und tagelangem
Auskochen, um das Quellen zu unterstützen. Damit gelang eine Reaktivierung
von vielleicht 10%. Vielleicht, mit Glück und viel Geduld wàre noch mehr
rauszuholen, allein die dabei zu verschwendende Energie ist làcherlich.
Was sich aber "lohnen kann" ist eine vielgenutzte Gelzelle mit etwas Wasser
zu befüllen, was dann einen Teil des Wasserverlustes ausgleicht. Bloß hat
man dann eine Gelzelle mit den Nachteilen der Naßzelle :-)

mfg,
gUnther

Ähnliche fragen