Die Beschaeftigung mit der Elektrizitaet im 17. und 18.Jahrhundert: aus Physikotheologen werden Naturwissenschaftler

26/07/2012 - 00:38 von Karl-Ludwig Diehl | Report spam
Hallo allerseits,


die Anfaenge der Beschaeftigung mit der Elektrizitaet rei-
chen weit zurueck. Man wusste bereits in der Antike
einiges zum Thema. Ab der fruehen Neuzeit wird es dann
im Thema interessanter. In Wikipedia laesst sich, gut zu-
sammengefasst, dazu lesen:

"Eine gezielte und praktische Anwendung der Elektrizitàt
erfolgte erst am Beginn der Neuzeit. 1601 untersuchte
der Brite William Gilbert systematisch die elektrische
Aufladung an vielen Substanzen und führte die Bezeich-
nung „Electrica“ ein. Um 1663 entwickelte der Magde-
burger Bürgermeister Otto von Guericke eine drehbare
Schwefelkugel, die mit der Hand gerieben die kosmischen
Wirkkràfte (virtutes mundanae) nachweisen sollte. Gezielt
zum Erforschen elektrischer Wirkungen entwickelte Fran-
cis Hauksbee 1706 eine Reibungselektrisiermaschine, de-
ren Kugel nicht mehr aus Schwefel, sondern aus Glas ge-
baut war. Diese und àhnliche Elektrisiermaschinen dien-
ten in den Folgejahrzehnten vor allem der gesellschaft-
lichen Belustigung.
1745 erfindet der niederlàndische Physiker Pieter van Mus-
schenbroek – unabhàngig von, und ein Jahr nach Ewald
Juergen Georg von Kleist– die Leidener Flasche, die in
Deutschland auch als „Kleistsche Flasche“ bekannt ist.
Die Leidener Flasche gilt als der erste Kondensator zur
Speicherung von elektrischen Spannungen.
1733 stellte Dufay fest, dass es zwei entgegengesetzte
Formen der elektrischen Ladung gibt, die er zunàchst als
Harz- und Glaselektrizitàt bezeichnete. Diese Feststellung
war die Basis für die Bezeichnung als positive und negati-
ve elektrische Ladung. Der Amerikaner Benjamin Franklin
fand um 1752 nach der schon bekannten Reibungselektri-
zitàt Zusammenhànge mit der atmosphàrischen Elektrizi-
tàt. Er erfand den Blitzableiter und interpretierte das Phà-
nomen als Pluspol und Minuspol." (1)

Weitere Entdeckungen und Forschungen kamen in den
darauffolgenden Jahrzehnten zustande.

Etwa gleichzeitig mit diesen Entdeckungen und Diskussio-
nen fand der Abloesungsprozess der Naturwissenschaften
von der Physikotheologie statt und das christliche Gottes-
bild aenderte sich. Ernst Benz, der die Theologie der Elek-
trizitaet des 17. und 18.Jahrhunderts untersucht hat, er-
klaert den Zustand der heutigen Forschung ueber diese
Zeit so:

"die Bemuehungen der Physikotheologen des 18.Jahrhun-
derts gelten als laengst ueberholt und ihre natuerwissen-
schaftlichen Ideen als ebenso antiquiert wie ihre theologi-
schen." (2)

Doch sollte man sowohl von Seiten der Naturwissenschaft
wie der Theologie auf das Thema zugehen, da es sich um
eine fruehe Zeit der moderneren Elektrizitaetsforschung
handelt. Heutzutage herrsche zwischen Theologie und
Wissenschaft ein schizophrenes Verhaeltnis, oder, wie
Benz es 1970 formuliert,

"eines so grimmigen Nichts-voneinander-wissen-wollens",

dass man sich fragt, ob diese Abschottung voneinander
sein muss. (3)

Die Kenntnisse von der Elektrizitaet veraenderten das
christliche Gottesbild. Magnetismus und Elektrizitaet
"erschienen als die sinnfaelligste Darstellung der verbor-
genen Gegenwart der goettlichen Kraft in der Welt". (4)
Zu gleicher Zeit wandelten sich die Physikotheologen
langsam zu Naturwissenschaftlern, weil ihnen das The-
ma Gott in allen Dingen immerzu unwichtiger wurde.
Man wollte nun wissen, wie es sich mit der Elektrizitaet
wirklich verhaelt. Es dauerte daraufhin nicht mehr lange,
bis man elektrischen Strom so erzeugen und ueber
Leitungen transportieren konnte, dass Wohnhaeuser,
Arbeitsstaetten und der oeffentliche Raum damit ver-
sorgt werden konnten, um elektrisches Licht zur Ver-
fuegung zu haben.

Wer mehr zu den Elektrizitaets-Forschungen des 17.
und 18.Jahrunderts weiss und was sie unter Christen
veraenderte, moechte bitte Hinweise geben.

Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdas...gspot.com/

Anmerkungen:
(1) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrizit%C3%A4t
(2) zitiert aus: Ernst Benz: Theologie der Elektrizitaet.
Zur Begegnung und Auseinandersetzung von Theologie
und Naturwissenschaft im 17. und 18.Jahrhundert.
S.5 - 98 in einer Veroeffentlichung der Akademie der Wis-
senschaften und der Literatur. Mainz 1970, Jg.1970,
Heft 12. S.5
(3) siehe dazu bei: Benz, wie vor, S.6
(4) zit.aus: Benz, wie vor, S.7


zugl.an:dst,dsu,dswc,dsa,dsie
 

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#1 Peter Koerber
26/07/2012 - 01:07 | Warnen spam
KLD,
die Anfaenge der Beschaeftigung mit der Elektrizitaet rei-
chen weit zurueck. Man wusste bereits in der Antike
einiges zum Thema. Ab der fruehen Neuzeit wird es dann



Es sieht so aus, als würdest Du immer starrsinniger und datteriger. Seit
neuestem machst Du gleich Crossposting querbeet über fünf Newsgruppen,
in welchen sich niemand für Dein Gelaber interessiert.

Abschreiben aus Publikationen kann jeder (hast Du überhaupt die Rechte
erworben, diese Ausschnitte hier in allen fünf NGs zu posten? Oder
sollen wir Dir einen amerikanischen Rechtsanwalt mit einer satten Klage
auf den Hals hetzen?). Demnàchst wirst Du ganze Bücher hier in die
betroffenen NGs reinkopieren, nur um weiterhin Aufmerksamkeit zu erregen.

Die NG Elektrotechnik ist für spezifische Fachfragen da und nicht um
über weltanschauliche Dinge seit der Steinzeit zu diskutieren.

Jetzt höre doch mal endlich auf mit der Versauung von Newsgruppen!
Melde Dich an Deinem Wohnort in einem Alterszirkel und sabbere dort mit
Gleichaltrigen rum. Das kannst Du dann rund um die Uhr machen.
Peter

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