Die DM und ihre Widersprüche

08/08/2011 - 11:26 von Vogel | Report spam
kai-martin knaak <kmk@familieknaak.de> wrote in
news:j1ku9o$rdl$1@news2.open-news-network.org:


Vogel wrote:



Von der DM wird nur verlangt, dass sie nicht ausreichend leuchtet,
um mit Teleskopen nachweisbar zu sein. Gaswolken, Planeten, MACHOs
und braune Zwerge sind ausdrücklich darin eingeschlossen.



Quark!



Und wie glaubst Du kommen Astronomen dazu, ihre Ergebnisse unter
Titeln zu veröffentlichen wie z.B.: "Experimental limits on the dark
matter halo of the galaxy from gravitational microlensing"
http://arxiv.org/pdf/astro-ph/9501091


Du bist uninformiert, da du im Thema nicht bewandert bist. Es geht
nicht darum was im Begriff DM miteingeschlossen ist. Vor allen Dingen
wàre deine Erklàrung ein Quatsch, wenn man bedenkt, dass 83% der
Materie des Universums nicht zu sehen wàren.



Dein Logik-Modul ist defekt. Wenn der grösste Teil der Materie nicht
zu sehen ist, dann heisst das noch lange nicht, dass dieser grösste
Teil vollstàndig aus exotischer Materie besteht.



Aber doch, weil dies aus gemachten Abschàtzungen so hervorgeht.
Jedenfalls aus soviel exotischer Materie, dass der kleine Rest
nichtsichtbarer dunkler normaler Materie vernachlàssigbar klein ist.
Genau das ist das Dilemma. Wàre es anders wàre es kein Problem. Trotz
intensiver Bemühungen làsst sich die fehlende Materie nicht als existent
nachweisen, weder strahlend noch unstrahlend. Es làsst sich auch
statistisch nicht nachweisen, dass es soviel "kalte" aber normale
Materie geben könnte.


Im Lambda-CDM-Modell sind es "nur" etwa 80%.



Ein Riesenunterschied zu einem Schàtzwert von 83% ;-) Aber selbst das
reicht noch nicht. In kosmologischen Modellen braucht man noch
zusàtzlich "Dunkle Energie".



Es geht darum, dass der grösste Teil dieser fehlenden Materie
nichtbarionische DM, also sonderbare Materie sein soll.



Eben: _Der grösste Teil_, kein Widerspruch zu dem, was Du oben mit
"Quark" zu kennzeichnen meintst.



Doch. Du sagtest: "Von der DM wird nur verlangt, dass sie nicht
ausreichend leuchtet". Das "nur" ist falsch. "Nur" mit nichtleuchtender
Materie kann man die Defekte nicht erklàren. Ginge es "nur" um fehlende
nichtleuchtende Materie wàre das kein theoretisches Problem. Warum
sollten dann die Theoretiker schwer am schaffen sein?




Andererseits sagtest du: "dann heisst das noch lange nicht, dass dieser
grösste Teil vollstàndig aus exotischer Materie besteht", im Widerspruch
zu "Eben: _Der grösste Teil_". Welcher Meinung bist du nun wirklich?



Das behaupten sie deswegen, weil normale Materie alleine, in der Zeit
seit dem Urknall, nicht so starke Inhomogenitàten in der Verteilung
hàtte produzieren können.



Das liegt übrigens nicht daran, dass die gravitative WW der
nicht-barionischen DM sich in irgendeiner Weise von der barionischer
Materie unterscheiden würde.



Dem ist zwar so(ich sagte nichts anderes), aber daran liegt es nicht.
Man hat die These aufgestellt, dass noch bevor es normale Materie gab,
die DM bereits starke Inhomogenitàten aufwies. Wieso, weshalb warum?
Sagt keiner, weiss keiner. Einerseits sagt man, die DM neigt nicht zur
"Verklumpung", da man keine Sonnensysteme oder Galaxien aus DM kennt,
andererseits soll sie aber bereits noch vor der normalen Materie bereits
"verklumpt" gewesenn sein. Wenn sie weniger als normale Materie zur
"verklumpung" neigt, müsste sie bereits vor der normalen Materie bereits
viel lànger existiert haben als das heutige Alter des Universums. Das
schliesst man aus Rechenmodellen welche die zeitliche Entwicklung von
Inhomogenitàten in der Materieverteilung im Universum modellieren.




Eine andere Möglichkeit ist, dass das Universum viel àlter ist, als aus
dem Urknallmodel hervorgeht. Legt man die Erkenntnisse der ART (richtig)
zugrunde, dann ist das Universum selbst im Urknallmodel unendlich alt,
dann braucht man solche naive Thesen wie die DM und DE nicht. Aus mir
unerklàrlichen Gründen hat man bisher die Zeitdilatation im Urknallmodel
nicht berücksichtigt. Die 13,5 Milld. Jahre sind lediglich auf unseren
heutigen Uhren gemessen. Je nàher man, rückwàrts, dem Urknall kommt,
desto langsamer làuft die Zeit, relativ zu ihrem heutigen Lauf. Ganz
einfach wie in der Schwarzschildmetrik, welche man in diesem Falle
annehmen darf, da alle anderen Wirkungen verschwinden wenn man sich dem
Urknall nah genung nàhert.


Vielmehr konnte die nicht-barionische früher mit dem Verklumpen
anfangen, weil sie nicht durch permanente elektromagnetische WW davon
abgehalten wurde.



Nach so einer apodiktischen Behauptung deinerseits, kannst du doch
bestimmt erklàren warum diese exotische Materie, von der man sagt dass
sie viel weniger zur Verklumpung neigt als normlale Materie, noch vor
dieser verklumpt gewesen sein soll? Da fàllt dir bestimmt das Hase und
Igel Argument ein, sie war viel früher als die normale Materie
vorhanden. Nur zeugt das weitere Ungereimtheiten und Widersprüche. Sie
müsste viel früher vor der normalen Materie existiert haben und zwar
früher als das heutige Alter des Universums. Lt. Urknallmodell jedoch
entstand die normale Materie bereits kurz(3min) nach dem Urknall. Ja die
Quarks sogar bereits nach 10^-10s. In dieser Zeit konnte eine eventuell
vorhandene DM nicht verklumpen. Das ergeben Rechenmodelle über die
zeitliche Propagation von Inhomogenitàten im Universum, auch anhand der
durch die LG begrenzten Geschwindigkeit. Andererseits müsste dann im
Rahmen des Standardmodells der Teilchenphysik erklàrt werden wie aus DM
normale Materie wurde, usw.




Ok, also von dieser DM ist in solchen gewagten Thesen die Rede. Da bist
du aber wieder nur teilinformiert. Um den Verklumpungsstand zu erreichen
welchen die DM notwendigerweise haben musste um die normale Materie
verklumpen zu können müsste sie bereist lànger existiert haben als wir
heute das Alter des Universums schàtzen. Das ergeben Rechenmodelle.




Es ist doch auch klar, dass so ein Typ Materie immer eine "Fata Morgana"
für den direkten Nachweis bleiben muss. Das ist nicht mehr eine
wissensaftliche Sicht, den eine solche Hypothese ist nicht falsizierbar.



Also ist DM keine normale Materie.



Nein. Richtig wàre: Also ist der Teil der DM, der für die Struktur der
heutigen Masseverteilung verantwortlich ist, keine gewöhnliche
Materie.



Ok, meinetwegen, genau um diese Materie geht es, denn dass es normale
Materie gibt die noch nicht gesichtet ist, ist eh klar. Das wàre zu
banal um ein Problem zu sein. Das Problem ist, dass dieser DM Anteil
enorm viel höher sein müsste als die normale Materie.



Soll ich dir einen Link suchen wo das drin steht, oder schaffst du es
alleine?



Ja, such mal einen Link in dem steht, dass MACHOs, und kaltes Gas
nicht zur DM gehören.



Darum geht es nicht. Es geht darum, dass ein enormer Anteil der noch
nicht nachgewiesenen Materie, nichtnormale Materie sein müsste, selbst
wenn man die fehlende normale Materie durch Extrapolation hochrechnet
und dabei die Schàtzfehler berücksichtigt.




Es geht darum, dass die Methode solcher gewagter Vorschlàge
unwissenschaftlich ist. Es steht fest, dass die Beobachtung nicht mit
der Theorie übereinstimmt. Ein *mögliche* Erklàrung ist dann aber noch
nicht die richtige Erklàrung, insbesondere wenn sie nicht falsifizierbar
ist. Das wissen natürlich auch seriöse Wissenschaftler die sich mit dem
Thema beschàftigen.




Die RC sind da noch das geringste Problem. Durch richtige Anwendung der
Theorie verschwinden die Diskrepanzen. Auf einen Körper in einer
homogenen Hohlkugel wirken keine G-Kràfte. Auf einen Körper in einer
homogenen "Hohlscheibe" aber sehr wohl. Ja selbst in einer Vollkugel
wirkt auf jeden Punkt eine G-Kraft. Leider legt man den scheibenartigen
Galaxien aber ein Hohlkugelmodel zugrunde, da man die Wirkung der
ausserhalb der Bahn befindlichen Materie vernachlàssigt, wàhrend man die
Materie innerhalb der Bahn nicht richtig berücksichtigt. In einer
Scheibe ist die Variation der G-Kraft nicht mehr ~1/r^2. Die atraktive
Kraft ist grösser als diesem Gesetz entsprechend. Also muss die
Geschwindigekit auch grösser sein als aus folgendem hervorgeht.




v^2 = GM/r (was man in allen Papers herumzeigt)




Hinzukommt noch, dass man die Wirkung der restlichen Materie des
Universums total vernachlàssigt.




In den kosmologischen Modellen wird vernachlàsigt, dass das
Äquivalenzprinzip, auf welches die ART aufbaut, nur lokal gilt. Die ART
hat daher keine globale Gültigkeit. Sie taugt in ihrer Urfassung nicht
dazu kosmologische Modelle zu entwickeln. Kompensieren könnte man den
Fehler durch die kosmologische Konstante, nur bleibt dessen Bedeutung,
im Rahmen der ART ungeklàrt. Es werden dann unrationale Thesen
herangezogen, wie dunkle Energie. Dunkle Energie ist ja schon der
dàmlichste Begriff, Energie ohne materielle Basis. Das ist Mystik nicht
Physik.




Andererseits gibt es im Standardmodell der Teilchenphysik, welches auf
soliden experimentellen Beinen steht, keinen Platz für exotische
Materie. Diese müsste zumindest im Rahmen der schwachen Wechselwirkung
zutage treten. Der Energieerhaltungssatz müsste da verletzt sein, wie
seinerzeit dies Pauli bei den Neutrinos beobachtete. Aber nichts davon
ist der Fall. Das hypotetische Higgs-Boson müsste mit der DM
wechselwirken unter Verletzung des Energieerhaltungssatzes, Verletzung
die durch die Existenz der exotischen DM beseitigt werden könnte. So
eine Verletzung ist aber nicht bekannt.




Aber auch die bisherige Extrapolation der Teilchenphysik im Rahmen des
Urknallmodells wàre völlig falsch, womit die ganze Urknalltheorie fàllt.
Es müsste im Rahmen des Teilchenmodells gezeigt werden, warum beim
Urknall nicht alle vorhandene Energie zu normaler Materie wurde, oder
warum aus exotischer Materie nur zum Teil normale Materie wurde, warum
diese exotische Materie vor der normalen Materie entstanden sein soll,
usw. Aber nichts dergleichen zeichnet sich ab oder ist erforderlich im
Rahmen des Standardmodels der Teilchenphysik.




Das Urknallmodel müsste also eine Geschichte der Materie aufzeigen die
noch vor der Existenz der normalen Materie liegt. Ok, da kommt dann mal
wieder die Energieskala der Wechselwirkungen ins Spiel. Leider müsste
diese DM aber über einem Energieniveau entstanden sein, bei welchem die
Quarks entstehen. Dann müsste man die Frage beantworten warum bei diesem
Energieniveau keine Quarks entstanden sind. Es ist in der heutigen
Teilchenphysik kein Energieniveau bekannt und wohl auch nicht
produzierbar bei welchem Quarks verschwinden. Wegen des "confinments"
entstehen aus Quarks immer auch nur Quarks. Es gibt daher experimentell
niemals die Chance die DM materiell nachzuweisen, weil alle mit normaler
Materie erzeugbaren Energieniveaus dafür zu klein wàren. Es müsste also
die Zeitsymmetrie ireversibel verletz worden sein bei der Entstehung von
normaler Materie aus exotischer DM. Diese DM erweist sich also immer mehr
als ein Phantasieprodukt. Der Geist von meiner Hofburg làsst grüssen.




Erst wenn eine Wechselwirkung der DM nachgewiesen wird, egal welcher Art
ausser der gravitativen, kann aus der Arbeitshypothese der Astronomie
ein zu beachtendes Argument werden.




Alles in Allem ist das bisherige Konzept der DM widersprüchlich in sich.
Jeder Teilbereich der Physik nutzt ihn als Hase und Igel Argument, aber
nur auf der eigenen Laufstrecke.




Also halten wir fest: Das heutige Urknallmodel kann die Inhomogenitàten
in der Materieverteilung im All nicht erklàren. Die DM taugt nicht dazu.
Auch um die kosmologische Rotverschiebung zu erklàren bedarf es keiner
Raumexpansion, die bekannte Gravitationswirkung reicht dazu aus, womit
das wichtigste Argument des Urknalls hinfàllig ist.




Der berühmte Physiker Sir Fred Hoyle war Zeit seines Lebens Gegner des
Urknallmodels. Entstanden ist diese moderne Version der religiösen
"Genesis", im Kopf eines...Geistlichen.




Torquemada, der Großmeister der spanischen Inquisition, soll mal gesagt
haben: "Sagen sie mir einen Satz und ich beweise ihnen das Gegenteil".


 

Lesen sie die antworten

#1 Robert Rohling
08/08/2011 - 12:57 | Warnen spam
Vogel wrote in
news::


Legt man die Erkenntnisse der ART
(richtig) zugrunde, dann ist das Universum selbst im Urknallmodel
unendlich alt, dann braucht man solche naive Thesen wie die DM und DE
nicht.



Ist eigentlich schon mal einer auf die Idee gekommen, daß es auch
dunkle Gravitation DG geben könnte?


frachjanur


Gruß R.R.




Ich bin unschuldig, ich hab sie nicht gewàhlt!

Ähnliche fragen