Die Energiepreislüge

28/09/2010 - 21:50 von Martin Kobil | Report spam
Heute nun wird sie abgenickt: die "Revolution der Energieversorgung".
So zumindest hat die Bundeskanzlerin ihr von langer Hand vorbereitetes
Energiekonzept getauft. Es ist eine Revolution von oben, ausgefeilscht
in den Hinterzimmern der Macht, das Volk hat niemand gefragt. Und
trotzdem, das ist das Erschreckende, gibt es nur sehr wenig Widerstand
gegen das undemokratische Papier. Es gibt keine Revolution gegen die
Revolution.

Dafür gibt es einen Grund: Ein Teil der Politiker und die Lobbyisten,
die hinter ihnen stehen, belügen das Volk systematisch über die Kosten
der verschiedenen Energietràger. Der Bluff klingt zunàchst
einleuchtend: Der Umbau zu einer klimafreundlichen Energieversorgung
kostet Milliarden, deshalb steigt der Strompreis, deshalb droht unsere
energieintensive Industrie ihre Wettbewerbsfàhigkeit zu verlieren.
Dieses Argument hat seit der Wirtschaftskrise an Schlagkraft gewonnen.
Die Bevölkerung ist sensibilisiert dafür, wie anfàllig unsere
Wirtschaft ist.

Doch das Argument, so logisch es klingt, basiert auf grundlegend
falschen Annahmen: Es geht zum einen davon aus, dass sich die Preise
für Atom-, Kohle- und Erneuerbarenstrom nicht àndern. Das ist
schlichtweg Quatsch: Wàhrend die Kosten für Atom, Kohle und die
anderen fossilen Energietràger steigen, wird Strom aus Wind und Sonne
von Jahr zu Jahr günstiger. Solarmodule kosten nur noch rund halb so
viel wie vor drei Jahren. Windràder produzieren aus der gleichen Menge
Wind wie vor fünf Jahren rund 80 Prozent mehr Strom und sind dabei
sogar billiger geworden. Kohlestrom dagegen, der in Deutschland 43
Prozent des Verbrauchs ausmacht, wird immer teurer, vor allem, wenn ab
2013 wie geplant Zertifikate für CO2-Emissionen gekauft werden müssen.

Zum anderen werden die konventionellen Energien billiggerechnet - weil
gigantische Kosten für Kohle- und Atomstrom nicht über den Strompreis
bezahlt werden, sondern aus anderen Töpfen. [.]

Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:strompreis-die-energiepreisluege/50175571.html
 

Lesen sie die antworten

#1 Harald
28/09/2010 - 22:17 | Warnen spam
Hallo Martin,

"Martin Kobil" schrieb im Newsbeitrag
news:
Heute nun wird sie abgenickt: die "Revolution der Energieversorgung".
So zumindest hat die Bundeskanzlerin ihr von langer Hand vorbereitetes
Energiekonzept getauft. Es ist eine Revolution von oben, ausgefeilscht
in den Hinterzimmern der Macht, das Volk hat niemand gefragt. Und
trotzdem, das ist das Erschreckende, gibt es nur sehr wenig Widerstand
gegen das undemokratische Papier. Es gibt keine Revolution gegen die
Revolution.

Dafür gibt es einen Grund: Ein Teil der Politiker und die Lobbyisten,
die hinter ihnen stehen, belügen das Volk systematisch über die Kosten
der verschiedenen Energietràger. Der Bluff klingt zunàchst
einleuchtend: Der Umbau zu einer klimafreundlichen Energieversorgung
kostet Milliarden, deshalb steigt der Strompreis, deshalb droht unsere
energieintensive Industrie ihre Wettbewerbsfàhigkeit zu verlieren.
Dieses Argument hat seit der Wirtschaftskrise an Schlagkraft gewonnen.
Die Bevölkerung ist sensibilisiert dafür, wie anfàllig unsere
Wirtschaft ist.

Doch das Argument, so logisch es klingt, basiert auf grundlegend
falschen Annahmen: Es geht zum einen davon aus, dass sich die Preise
für Atom-, Kohle- und Erneuerbarenstrom nicht àndern. Das ist
schlichtweg Quatsch: Wàhrend die Kosten für Atom, Kohle und die
anderen fossilen Energietràger steigen, wird Strom aus Wind und Sonne
von Jahr zu Jahr günstiger. Solarmodule kosten nur noch rund halb so
viel wie vor drei Jahren. Windràder produzieren aus der gleichen Menge
Wind wie vor fünf Jahren rund 80 Prozent mehr Strom und sind dabei
sogar billiger geworden. Kohlestrom dagegen, der in Deutschland 43
Prozent des Verbrauchs ausmacht, wird immer teurer, vor allem, wenn ab
2013 wie geplant Zertifikate für CO2-Emissionen gekauft werden müssen.

Zum anderen werden die konventionellen Energien billiggerechnet - weil
gigantische Kosten für Kohle- und Atomstrom nicht über den Strompreis
bezahlt werden, sondern aus anderen Töpfen. [.]

Quelle:
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:strompreis-die-energiepreisluege/50175571.html



Diskussionen darüber machen eigentlich nur Sinn, weil die
Energiekonzerne Privatunternehmen sind und gewinnorientiert handeln.
Der volkswirtschaftliche Nutzen ist unwichtig, weil die Verbraucher auf
Energie angewiesen sind.

Witzig wurde es erst, als die Regierung auf die Idee kam, Gewinne der
Energiekonzerne 'abzuschöpfen', was nichts anderes als eine verdeckte
Steuererhöhung ist.

Über die Brennelementesteuer macht sich der Staat zum Mitabzocker bei
den überhöhten Strompreisen.

So àhnlich funktionierte das im Mittelalter mit den Freibeutern und
anderen Wegelagerern.
Die bekamen einen Letter of Marque

Gruß
Harald






Gruß
Harald

Ähnliche fragen