Diplomarbeit: Qual der Wahl

09/02/2008 - 19:59 von Thomas Mueller | Report spam
Hallo,

ich muss demnàchst ein Diplomarbeitsthema wàhlen. Das ganze dauert an
meiner Uni 3 Monate Einarbeitungszeit + 9 Monate Bearbeitungszeit.
Promovieren tun ja ca. an die 50% (hat man mir gesagt) der
Diplomphysiker. Ausschliessen kann ich es persönlich auch nicht, sollte
es ein Kriterium bei der Wahl der Diplomarbeit sein, aber ich möchte
jetzt erst mal sehen, wie so der Alltag im Labor und Arbeitsgruppe ist
und ob ich dafür der Typ bin. Physik macht mir auf jeden Fall Spass,
nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht, andernfalls steht man
Studium wohl auch nicht durch, aber ich bin nach persönlicher
Einschàtzung doch nicht so eine emsige Forscherbiene, wie ich das bei
manchen meiner Kommilitonen beobachten kann. Von daher wanke ich auch
sehr, nach Diplomarbeit 3-4 Jahre (4 Jahre soll es wohl durchschnittlich
dauern in Deutschland, beim Ph.D in Deutshcland/Ausland anders oder nur
anderer Titel?) noch mal für eine Doktorarbeit dranzuhàngen, wenn ich
sehe, dass mancher meiner Kommilitonen jetzt schon 60-70 Stunden die
Woche für mikriges Gehalt jahrelang schuften muss.

Ich werde auf jeden Fall in die experimentelle Physik gehen, die Frage
ist jetzt nur, welches Themengebiet bietet spàter mehr Möglichkeiten
jobmàssig oder als Doktorand, vielleicht auch auswàrts an einer anderen
Uni, vielleicht sogar in einem anderen Land (USA, Canada, Australien,
Neuseeland), sich zu bewerben. Ich hab als Student ja nur einen sehr
ungefàhren und loken (meine exp. Fakultàt ist sehr Festkörperlastig)
Überblick, was momentan in der Physikialischen Forschung wirklich
angesagt ist und wo Leute gebruacht werden. Es ist jetzt nicht so, dass
ich ein Thema habe, dass mich das ganze Studium schon fasziniert hat, es
gibt natürlich Themen die mich mehr interessieren als andere, aber ich
denke der Arbeitsalltag ist dann doch in jedem dieser Gebiete der
gleiche und das Fieber ;-) normalisiert sich auch im Lauf der Jahre. Mir
ist da persönlich wichtiger, gute Jobaussichten mit spez. Fachwissen in
einem aktuellen Gebiet zu haben. In vielen anderen Diplomstudiengàngen
dauert die Diplomarbeit und auch Doktorarbeit im Schnitt wohl wesentlich
kürzer, ich denke in der Physik kann man hier doch schon von einer
echten Spezialsierung bzw. Zweitausbildung sprechen, weil mit jedem
Spezialgebiet dann meist nochmal eigene exp., math, theo Methoden
verbunden sind. Die Arbeitsgruppen an meiner Fak, bei denen eine
Diplomarbeit in Frage kommen beschàftigen sich mit

Spintronik, elektromagnetische Effekte in Nanofestkörpern
Femtosekundenlaserspektroskopie und Nanopitische Methoden (Nahfeld,
Konfokalmikroskopie)
Materialeigenschaften nanostrukturierter FK, Rastermikroskopie und
Spektroskopie
Kernspinresonanztomographie/-Spektroskopie in Bio-/Medizinphysik
Organische Dünnschichtsolarzellen
nanostruktierte Halbleiterlaser, Herstellung und Materialforschung

Das sind so die 6 Gruppen, aus denen ich wohl ein Thema wàhlen werde.
Ich denke hier sind ja auch einige, die im Ausland waren zwecks
Doktorarbeit, Studienaufenthalt oder jetzt berufsmàssig. Natürlich kann
man auch sagen, in kleinen Fachgebieten mit wenig Spezialpersonal hat
man sogar bessere Aussichten, allerdings möchte ich mich auch nicht
unbedingt themespezifisch so festlegen. Ich kenne durch meine
Praktikumsarbeit Leute, die fast wirklich nur seit Jahren
Elektronenstrahllitographie in ihrer Gruppe betreiben, weil man da wohl
sehr viel Erfahrung braucht, wàhrend man vielleicht als Laserphysiker
wohl eher die Chance hat, in verschiedenen Gebieten der Physik Fuss zu
fassen oder sich einarbeiten zu können, weil Laser doch fast überall in
Forschung eine grosse Rolle spielen. Nach meinen Verstàndnis würde ich
mir mit einer Diplomarbeit im Bereich (siehe oben)
Rastermikroskopie/Femtosekundenlaser grösserre Freiheiten bei der Wahl
eines Jobs/Doktorarbeit freihalten. Ich denke beim labortechnischen
Umgang mit Lasern/Rasterkraft/tunnelmikrosskopie bedarf es doch schon
einiger Erfahung und diese Methoden werden nach meinem Wissen in vielen
Teilgebieten momentan und die nàchsten Jahre noch intensiv angewandt.
Bei Solarzellen hat man wohl momentan sehr gute Jobaussichten, ist dann
wohl aber auch festgelegt auf dieses Gebiet.

Vielleicht überschàtz ich auch die Wichtigkeit dieser Wahl, dass könnt
ihr mir natürich auch schrieben ;-), wenn ich mir da zuviel Gedanken
mache. Für Tipps und Ratschlàge in allen Belangen schonmal Danke.
 

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#1 Roland Damm
10/02/2008 - 00:26 | Warnen spam
Moin,

Thomas Mueller schrub:

ich muss demnàchst ein Diplomarbeitsthema wàhlen. Das ganze
dauert an meiner Uni 3 Monate Einarbeitungszeit + 9 Monate
Bearbeitungszeit. Promovieren tun ja ca. an die 50% (hat man
mir gesagt) der Diplomphysiker. Ausschliessen kann ich es
persönlich auch nicht, sollte es ein Kriterium bei der Wahl der
Diplomarbeit sein, aber ich möchte jetzt erst mal sehen, wie so
..



Mein unbedeutender Ratschlag: Mach das Thema, wovon du am
wenigsten Ahnung hast. Denn so lernst du am meisten. Und
solltest du gut sein, profitiert auch der Bereich in dem du
arbeitest am meisten davon.

IMO - und nur teilweise ernst gemeint ;-) - ist die Tatsache, das
auf jedes Fachgebiet nur Experten für diese Fachgebiet angesetzt
werden, einer der größten Inovationsbremsen überhaupt.

CU Rollo

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