Diverses aus dem Röhrenzeitalter

07/01/2011 - 09:27 von schneider | Report spam
Hallo allerseits,

beim Blàttern in diversen Schaltplànen alter Röhrengeràte kam mir so
einiges in den Sinn, was ich auch nicht ergooglen konnte. Vielleicht
weiß ja der eine oder andere hier noch Antworten darauf.

Wie kam man denn auf die Heizspannung von genau 6,3V? Nach und nach hat
sich diese ja herauskristallisiert, abgesehen von Batterie- und
Allstromröhren. Und wieso wurden dann Gleichrichterröhren trotzdem viel
lànger als Verstàrkerröhren mit anderen Heizwerten hergestellt (AZ...,
GZ...)? Ist das das Dreifache der Spannung irgendeines mal existenten
galvanischen Elements oder so?
Sicher hatte man anfangs nicht die Spannungsfestigkeit zwischen
Heizfaden und Kathode und brauchte ohnehin eine eigene Heizwicklung,
aber auch die hàtte man in 6,3V ausführen können.

Wieso hat man vor allem in der damaligen BRD gerne alle Fernseher als
Allstromgeràte ausgeführt? M.W. war das bei allen Herstellern bis zum
Schluss der Fall.

Trotzdem gibt es ja sowas wie die ED500 oder EL519. Bei meiner Suche
danach bin ich nur bei französischen Empfàngern fündig geworden. Warum
hat man da Trafos verbaut? Tief im Hinterkopf habe ich, dass Frankreich
sehr lange noch 117V Netzspannung hatte, weiß aber nicht, wie lange. Lag
es daran?

Interessant finde ich die EQ80 von Philips, die für
Phasenwinkeldemodulatoren entwickelt wurde. Trotzdem habe ich kein
Philips-Radio damit ermitteln können, lediglich in Tonteilen àlterer
Glotzen sowie in einem UKW-Vorsatzsuper habe ich diese gesehen. Wieso
wurde die denn entwickelt, wenn der Entwickler dann doch lieber
Ratiodetektoren eingesetzt hat? Was war denn der Nachteil der
Phasenwinkeldemodulation, die den großflàchigen Einsatz verhindert hat?


Grüße, Torsten
 

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#1 horst-d.winzler
07/01/2011 - 10:45 | Warnen spam
Am 07.01.2011 09:27, schrieb Torsten Schneider:
Hallo allerseits,

beim Blàttern in diversen Schaltplànen alter Röhrengeràte kam mir so
einiges in den Sinn, was ich auch nicht ergooglen konnte. Vielleicht
weiß ja der eine oder andere hier noch Antworten darauf.

Wie kam man denn auf die Heizspannung von genau 6,3V?



6,3V Röhren wurden ursprünglich für Autoradios geschaffen. Die Autoakkus
bestanden damals aus 3x Pb Zellen.
Spàter wg. ihrer guten Eigenschaften ersetzten sie auch in Netztgeràten
die 4V Röhrenreihe.

Nach und nach hat
sich diese ja herauskristallisiert, abgesehen von Batterie- und
Allstromröhren. Und wieso wurden dann Gleichrichterröhren trotzdem viel
lànger als Verstàrkerröhren mit anderen Heizwerten hergestellt (AZ...,
GZ...)? Ist das das Dreifache der Spannung irgendeines mal existenten
galvanischen Elements oder so?



Bei den AZ.. Typen ist es klar. Denn die AZ-Reihen waren damals für
Netztgeràte gedacht. Ursprünglich waren sie für 2x Pb-Zellen=4V gebaut
(zB RE0..-Reihe).
Spàter wurden die 4V direktgeheizten Gleichrichterröhren beibehalten
weil bei 4V Heizspannung der Heizstrom größer ist als bei 5V Röhren. Ist
günstiger.

Sicher hatte man anfangs nicht die Spannungsfestigkeit zwischen
Heizfaden und Kathode und brauchte ohnehin eine eigene Heizwicklung,
aber auch die hàtte man in 6,3V ausführen können.



Gab es ja auch. zB EZ_11.EZ_12

Wieso hat man vor allem in der damaligen BRD gerne alle Fernseher als
Allstromgeràte ausgeführt? M.W. war das bei allen Herstellern bis zum
Schluss der Fall.



Waren durch Wegfall des Trafos wesentlich leichter und billiger. Die
300mA Röhren waren bei der damaligen Netzspannung von 220V ausrechend
leistungsfàhig.

Trotzdem gibt es ja sowas wie die ED500 oder EL519. Bei meiner Suche
danach bin ich nur bei französischen Empfàngern fündig geworden. Warum
hat man da Trafos verbaut? Tief im Hinterkopf habe ich, dass Frankreich
sehr lange noch 117V Netzspannung hatte, weiß aber nicht, wie lange. Lag
es daran?



In Frankreich wurde noch sehr lange ein Netztrafo in den FS Geràten
eingebaut. Hat durchaus Vorteile. Aber der Grund entzieht sich meiner
Kenntnis. Vielleicht ein ministerieller Erlaß? ;-)

Interessant finde ich die EQ80 von Philips, die für
Phasenwinkeldemodulatoren entwickelt wurde. Trotzdem habe ich kein
Philips-Radio damit ermitteln können, lediglich in Tonteilen àlterer
Glotzen sowie in einem UKW-Vorsatzsuper habe ich diese gesehen. Wieso
wurde die denn entwickelt, wenn der Entwickler dann doch lieber
Ratiodetektoren eingesetzt hat? Was war denn der Nachteil der
Phasenwinkeldemodulation, die den großflàchigen Einsatz verhindert hat?



Die Eneoden EQ40/80 wurden zeitgleich mit der Einführung des
UKW-Rundfunks geschaffen. Wurde ursprünglich in vielen Zusatzgeràten
eingebaut. Erlaubte die direkte Ansteuerung von Endröhren. Benötigt aber
eine höhere Ansteuerspannung als der Ratiodetektor. Also eine ZF-Stufe mehr.
mfg hdw

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