Eierlegendewollmilchsau: MB+CPU (+Grafik) - Plattformuebergreifend und VM

20/12/2010 - 13:38 von Thomas Jung | Report spam
Hallo,

ich will mir ein neues Mainboard und CPU zulegen und kenne auch
[1], [2], bin aber als relativer Durchschnittsuser und _nicht_
Elektortechniker/Physiker/PC-Hardware-Nerd und in Bezug auf Hardware
auch ein wenig ueberfordert.

Ich suche deshalb subjektive Erfahrungen von "normalen" bzw. Power-
Usern (oder auch Profis/Nerds die berichten wollen) mit aktueller Hardware.
So ab Quad-Core und 4 GB und der Option mehr Speicher einzubauen.
Das aber ohne integrierte Grafikkomponente.

Primaer suche ich eine Kombination die "multifunktionstional" ist und
sozusagen gut mit Linux (debain) und Windows laeuft und speziell auch
Virtual Machines gut unterstuetzt ohne ein spezielles Serverboard zu sein,
da es hier eben in einem Desktop PC zum Einsatz mit parallelen
Installationen
von verschiedenen Windows/Linux (eventuell BSD) und hier in Kombination
mit VM Technologien kommen soll.

"Spezielle" Gamer-(Uebertakt)-Boards und CPU, bzw. Grafikkarten
Kombination moechte ich nicht einsetzten. Lediglich platformuebergreifend
in Bezug auf OS/Hypervisor bzw. moeglichst kompatible Komponenten
wie Sound/Netzwerk (ohne Grafik)

Kann man z.B. sagen dass Intel mit Virtual Machines (Xen, KVM, Virtual
PC mit XP Mode von Windows 7, VirtualBox, Hyper-V., etc.) besser
zurecht kommt als AMD?

Oder das ASUS Boards ab einer bestimmten Preisklasse hier stabiler
laufen (kompatibler sind) als Boards vom Hersteller XY?

Welche Grafikkarten setzt ihr dazu ein?
auch hier suche ich "Quasi" Standardboards und keine "exotischen" und
meist teuren Highspeed-Gamer-Grafikkarten. Einfach auch um relativ
gewiss zu sein hier entsprechende Treiber fuer verschied. BS zu haben.

Wuerde mich freuen wenn hierzu ein paar Meinugen (durchaus subjektiv)
kommen und in welche Richtung ich mich bei den Boards/CPU (auch Grafik)
orientieren sollte und was man am Besten ganz vermeiden sollte.


[1] http://dch-faq.de/index.html
[2] http://www.tldp.org/HOWTO/Hardware-HOWTO/


Thomas


PS: Interessant waere hier auch von Erfahrungen zu hoeren wie sich die
verbauten bzw. integrierten Komponenten/Chips und deren Treiber so verhalten
bzw. handhaben lassen. Also SATA/IDE Controller, Sound, Netzwerk.

Bei meinem derzeitigen Board laeuft der Soundchip (AC97) z.B. nicht bei
einer
Standardinstallation von debian (Lenny) und je nach BIOS Version hat auch
die
verbaute Netzwerkkomponente ihre Schwierigkeiten.

Habe hier auch schlechte Erfahrung mit einem recht guenstigen Board von
ASUS (M4A77TD Pro) gemacht, dass ich mir letztes Jahr "schnell mal" und in
der Not guenstig gekauft habe und suche deshalb Boards+CPU mit moeglichst
grosser Kompatibilitaet mit Linux/Windows aber wo auch VM Technologien gut
laufen. So kann ich bei meinem derzeitigen Board (trotz der aktivierten V
Unterstutetzung der AMD Quad-Core CPU) kein "Virtual PC mit XP Mode"
von Windows 7 nutzen, bzw. installieren.
 

Lesen sie die antworten

#1 Marcel Müller
20/12/2010 - 19:00 | Warnen spam
Hallo,

Thomas Jung wrote:
So ab Quad-Core und 4 GB und der Option mehr Speicher einzubauen.



aha, und woraus ergibt sich dieser Bedarf?

Also für einen Server mit 4 VMs brauche ich keinen Quad-Core - im
Gegenteil der wàre eher langsamer, weil die meisten VMs ja doch nur
maximal einen Kern auf einmal wirklich an den Anschlag fahren und
praktisch nie alle gleichzeitig rödeln. Respektive, in den VMs ein
Multicore-Kernel zu installieren, wurde die Systemlast aufgrund der
zusàtzlichen Synchronisationsmechanismen absolut gesehen eher erhöhen.
Das würde ich nur bei den VMs machen, die vom Nutzungsprofil her
wirklich nach CPUs dürsten.

Wesentlich wichtiger ist es, die richtige VM-Lösung zu wàhlen und bei
allen performancekritischen Sachen (Grafik, Netzwerk, Disk I/O)
möglichst paravirtualisierte Treiber zu nutzen. Z.B. virtio Netzwerk.

Soll die Kiste 24/7 laufen, oder sollen immer alle VMs heruntergefahren
bzw. angehalten werden? Bei 24/7 sollte man das Thema Stromverbrauch
nicht vergessen, und da sieht ein Quad gegen einen Dual immer schlecht
aus (im Idle).

Wenn es natürlich eher Desktop-Einsatz ist (also <= 40h/Woche,
Stromverbrauch egal), und die VMs wirklich parallel auf der CPU rödeln,
dann ist Quad schon geeignet. Im allgemeinen ist massiv Multicore aber
ein Hype und kein Bedarf.

Wichtig ist das RAM. Hier darf keinesfalls überbucht werden. Und je nach
VMs ist da einiges fàllig. Bei mir reichen 4GB. Allerdings halte ich die
VMs auch eher an der kurzen Leine. In jedem Fall würde ich ein Board mit
4 Speicherslots nehmen, sonst ist es mit Aufrüsten Essig.


Einen weiteren Punkt habe ich jetzt in der Liste noch gar nicht
gefunden: *die Festplatte*
Selbige ist heutzutage das langsamste Teil im PC. Und wenn mehrere VMs
etwas von ihr wollen, ist das der Bremsklotz schlechthin. Da warten dann
die x-Core CPU immer schneller auf Daten. :-) Jedenfalls, solange wir
von /einer/ Consumerplatte sprechen.

Ich würde dringend dazu raten /mehrere/ Platten zu nutzen und den
Storage jeder VM am besten noch über die Platten zu verteilen. Z.B.
System auf Platte A, Daten auf Platte B. Das steigert den Durchsatz
erheblich. Schnelle Platte, wie eine Velociraptor tun ein übriges.

Falls es der Geldbeutel hergibt, wàre eine SSD auch eine erhebliche
Bereicherung bezüglich der gefühlten Performance. Es dürfte genügen,
immer nur die Systempartitionen der Betriebssysteme (Host+VMs) auf die
SSD zu legen. Also ca. 15GB/Betriebssystem sollten dicke reichen. Im
Einzelfall auch deutlich weniger. Für ein Ubuntu 10.04 (ohne /home)
reichen 8GB dicke.
Dabei aber bitte nicht vergessen, dass man den allermeisten SSDs etwas
ziemlich gutes tut, wenn man 20% niemals partitioniert.

Mit einer 80GB SSD sollte man also recht weit kommen. In meinem Fall
habe ich mich sogar mit 40GB (max. 32GB genutzt) begnügt. Das sind ca.
100€, und mit Sicherheit die wirksamste Investition in die
Systemgeschwindigkeit. Für die größeren Datenmenungen (Userdaten)
verwende ich eine Velociraptor. Allerdings habe ich in meinem Fall auch
mal 2-3 User gleichzeitig in verschiedenen VMs über Remote-Desktop am
arbeiten. Und wie gesagt, die Dual-Core CPU langweilt sich trotzdem die
meiste Zeit.

Und Backupkonzept nicht vergessen. Gerade bei VMs sind ja letztlich
immer gleich mehrere Installationen futsch. Und SSDs können genauso gut
verrecken, wie moderne Platten.


Das aber ohne integrierte Grafikkomponente.



Kannst Du vergessen. Es gibt kaum noch Chipsàtze ohne. Wenn einer ein
Board ohne baut, hat er nur die Buchse weggelassen. Aber man muss die
Grafik nicht nutzen, wenn sie nicht gefàllt. GraKa dazustecken geht immer.
Umgekehrt sind die OnBoard-Chips aber auch lange nicht mehr so schlecht,
wie sie einst waren. Für alle Bürotàtigkeiten und auch für normale
Spiele reichen sie dicke. Der superneue 3D-Egoshooter in Full-HD wird
natürlich nichts.


Primaer suche ich eine Kombination die "multifunktionstional" ist und
sozusagen gut mit Linux (debain) und Windows laeuft und speziell auch



Das dürfte bei PCs kein ernstes Problem werden.

Virtual Machines gut unterstuetzt ohne ein spezielles Serverboard zu sein,



Auch das nicht.
OK, es gab ein paar Billigheimer, die die Initialisierung der
Prozessorregister für die Hardwarevirtualisierung versiebt haben. Das
wàre dann sicher am falschen Ende gespart, weil das sicher den
Unterschied zwischen einer Billig-CPU und einem Premium-Modell aufwiegt
(bei VMs).

da es hier eben in einem Desktop PC zum Einsatz mit parallelen
Installationen
von verschiedenen Windows/Linux (eventuell BSD) und hier in Kombination
mit VM Technologien kommen soll.

"Spezielle" Gamer-(Uebertakt)-Boards und CPU, bzw. Grafikkarten
Kombination moechte ich nicht einsetzten. Lediglich platformuebergreifend
in Bezug auf OS/Hypervisor bzw. moeglichst kompatible Komponenten
wie Sound/Netzwerk (ohne Grafik)



Da ist doch überall der gleiche Billigkram drauf. Netzwerk ist sowieso
im Chipsatz und der Audio-Codec ist von Realtek.


Kann man z.B. sagen dass Intel mit Virtual Machines (Xen, KVM, Virtual
PC mit XP Mode von Windows 7, VirtualBox, Hyper-V., etc.) besser
zurecht kommt als AMD?



Nein. Das gibt sich nichts. AMD-V und Intel VTx sind weitgehend
ebenbürtig. In den Nachkommastellen gibt es kleine Unterschiede. AFAIK
geht bei Intel z.B. nur ein Hypervisor zu einer Zeit, sonst muss man
Features abschalten.


Oder das ASUS Boards ab einer bestimmten Preisklasse hier stabiler
laufen (kompatibler sind) als Boards vom Hersteller XY?



Stabiler weiß man nach 5 Jahren.
Was bei ASUS ganz brauchbar ist, ist das BIOS. So unterstützen sie
mittlerweile als einziger ECC-Speicherschutz auf Consumer-Boards. Ob des
moderaten Aufpreises von vielleicht 20% für den Speicher ist das
durchaus eine Überlegung wert. - Allerdings nur bei AMD, da Intel dieses
Feature in den nicht Server-CPUs (Xeon) künstlich abgeschaltet hat.

Welche Grafikkarten setzt ihr dazu ein?



OnBoard.
Zumindest die AMD-Chipsàtze wie 890G haben da was ziemlich brauchbares
an Bord. Was bei AMD690 noch Spielzeug war, ist in der 7xx-Serie schon
gut gereift, und mittlerweile ausgereift.
Die Intel GPUs sind (mangels Äquivalent zur ATI-Fusion) wohl etwas
schwàcher auf der Brust. Für Bürobetrieb aber immer noch dicke dabei.

auch hier suche ich "Quasi" Standardboards und keine "exotischen" und
meist teuren Highspeed-Gamer-Grafikkarten. Einfach auch um relativ
gewiss zu sein hier entsprechende Treiber fuer verschied. BS zu haben.



Das ist (bei Linux) eher eine Glaubensfrage. Also nVidia vs. AMD/ATI.
Closed-Source vs. Open-Source. Alle 3D-Features wird man bei Linux so
oder so nicht nutzen können - mit welchem Programm auch?


PS: Interessant waere hier auch von Erfahrungen zu hoeren wie sich die
verbauten bzw. integrierten Komponenten/Chips und deren Treiber so
verhalten
bzw. handhaben lassen. Also SATA/IDE Controller, Sound, Netzwerk.



Geht.

Bei BSD (als Host) bin ich jetzt aber nicht an Bord. Die verwenden AFAIK
eher konservative Hardwareunterstützung. Da muss man aufpassen. Es sein
denn, es làuft nur in einer VM.


Bei meinem derzeitigen Board laeuft der Soundchip (AC97) z.B. nicht bei
einer
Standardinstallation von debian (Lenny) und je nach BIOS Version hat auch
die
verbaute Netzwerkkomponente ihre Schwierigkeiten.



Lenny hat einen uralten Kernel. Böse Zungen behaupten, Debian stable ist
so stabil, dass sogar die Versionsnummern der Pakete stabil sind und
nicht mehr hochgezàhlt werden.

Die Lösung lautet Backport-Kernel. Also die bpo5... Pakete. Damit sollte
zumindest 2.6.32 drin sein.


Habe hier auch schlechte Erfahrung mit einem recht guenstigen Board von
ASUS (M4A77TD Pro) gemacht, dass ich mir letztes Jahr "schnell mal" und in
der Not guenstig gekauft habe und suche deshalb Boards+CPU mit moeglichst
grosser Kompatibilitaet mit Linux/Windows aber wo auch VM Technologien gut
laufen. So kann ich bei meinem derzeitigen Board (trotz der aktivierten V
Unterstutetzung der AMD Quad-Core CPU) kein "Virtual PC mit XP Mode"
von Windows 7 nutzen, bzw. installieren.



? - Den Zusammenhang kann ich jetzt anhand der 5 Zeilen nicht erkennen.
Wer weiß ob er überhaupt ursàchlich ist.

Auf meinem M4A78LT-M mit Dual AMD X2 250 làuft ein Lenny (als Host) mit
VirtualBox 3.2.10. Und da hatte ich keinen Ärger. OK, der Grafiktreiber
war mir auch egal, da der Rechner sowieso im Keller steht und die
Clients alle Remote arbeiten. Sound làuft auch per Redirect. Das Device
wurde aber trotzdem unterstützt.

Das Board gibt es glaube ich sogar noch, und es ist eher günstig, da
letzte Chipsatz-Generation. Vorteil ist der geringe Verbrauch, weswegen
ich es gewàhlt habe: ca. 20W Netto mit CPU und RAM (ohne Netzteil) im Idle.
Aktuell würde man bei AMD wohl eher auf die 800-er Chipsàtze setzen. Die
sind natürlich auch teurer, haben aber eine deutlich dickere GraKa an Bord.

Letztendlich muss man nach der Ausstattungsliste entscheiden. Wenn man
so Fierlefanz, wie USB3.0 schon unbedingt als Early-Bird haben will,
muss man es halt kaufen. eSATA ist da schon deutlich erwachsener.
Von irgendwelchen RAID-Experimenten würde ich im Privateinsatz sowieso
abraten. Die schaffen selten weniger Probleme als sie lösen. Also, wenn
die üblichen 6 SATA-Ports reichen, muss nicht unbedingt noch ein
zusàtzlicher Controller an Bord sein. (Intel hat aber AFAIK sowieso
immer ein Software-RAID mit dabei.)


Marcel

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