Ein ganzer Stern als Messgerät: Gelingt so der Nachweis von Gravitationswellen?

29/08/2015 - 18:36 von Fritz | Report spam
Eine sehr interessante Idee:

<http://scienceblogs.de/astrodicticu...ellen/>
Zitat:
»Gravitationswellen sind eine knifflige Sache. Sie sind eine direkte
Folge von Einsteins Relativitàtstheorie. Man hat lange nach ihnen
gesucht und nichts gefunden (oder vielleicht doch?). Man hat ihre
Existenz indirekt nachgewiesen und dafür gab es sogar einen Nobelpreis.
Aber der direkte Nachweis steht eben noch aus und es gibt eigentlich
keinen Grund anzunehmen, das er nicht möglich ist und Gravitationswellen
doch nicht existieren. Sie sind eben nur sehr schwer nachzuweisen. Aber
vielleicht haben wir bis jetzt immer nur die falschen Messgeràte
benutzt? Vielleicht braucht es einen ganzen Stern, um die Auswirkungen
der Gravitationswellen zu sehen?
Das ist der Vorschlag den die Astronomen Ilídio Lopes und Joseph Silk
kürzlich gemacht haben. In ihrer Arbeit “Nearby stars as gravitational
wave detectors” erklàren sie, dass man den Gravitationswellen vielleicht
durch die Beobachtung sonnenàhnlicher Sterne auf die Spur kommen kann.
Andere Himmelskörper als Detektoren einzusetzen ist keine neue Idee,
aber bisher hat man meistens Pulsare (also sehr kompakte
Sternenüberreste) vorgeschlagen. Deren Radiopulse lassen sich enorm
genau messen und man könnte auch kleinste Störungen registrieren, die
zum Beispiel durch Gravitationswellen hervorgerufen werden (ich habe
hier schon mal drüber geschrieben).«

»Einfacher wàre es, wenn die Gravitationswellen nàher am Messgeràt
erzeugt werden würden. Aber wir haben leider (bzw. zum Glück) keine
schwarzen Löcher oder Neutronensterne in unmittelbarer Nàhe der Erde.
Und hier kommt jetzt die Idee von Lopes und Silk ins Spiel. Was wàre,
wenn wir zwei kompakte Himmelskörper hàtten, die einander umkreisen und
dabei Gravitationswellen erzeugen? Und in ihrer Nàhe einen
sonnenàhnlichen Stern? Dann würde die Gravitationswellen in diesem Stern
ganz charakteristische Schwingungen hervor rufen. Der Stern als
Messgeràt ist dann zwar immer noch weit weg von der Erde. Aber er ist
auch wesentlich größer als die Detektoren hier bei uns und mit
entsprechenden Teleskopen können wir ihn beobachten und so die Messungen
quasi aus der Ferne “ablesen”.
Lopes und Silk haben berechnet, dass der Stern in so einem Fall mit
einer Geschwindigkeit von 0,1 Millimeter pro Sekunde schwingen würde.
Das ist langsam. Und wir können so etwas zur Zeit noch nicht messen.
Aber es liegt nicht völlig außerhalb des Möglichen. Das
PLATO-Weltraumteleskop des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
(DLR), das 2024 ins All fliegen wird, wird eine Genauigkeit von ungefàhr
10 Millimeter pro Sekunde erreichen. Das reicht zwar immer noch nicht,
aber die Teleskope der nàchsten Generation sollten dann dazu in der Lage
sein, die Auswirkungen von Gravitationswellen bei sonnenàhnlichen
Sternen zu messen.«

Fritz
Ironie, Sarkasmus, Satire, Farce, Persiflage, Metapher sind keinesfalls
ausgeschlossen!
 

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#1 Dieter Grosch
29/08/2015 - 19:56 | Warnen spam
"Fritz" schrieb im Newsbeitrag news
Eine sehr interessante Idee:
<http://scienceblogs.de/astrodicticu...ellen/>
Zitat:
»Gravitationswellen sind eine knifflige Sache. Sie sind eine direkte Folge
von Einsteins Relativitàtstheorie. Man hat lange nach ihnen gesucht und
nichts gefunden (oder vielleicht doch?).



Und warum nicht? Fahre doch an die Nordsee, dort merkst Du die Auswirkung
von Gravitationswellen und nutzt sie zum Wattwandern,
»Einfacher wàre es, wenn die Gravitationswellen nàher am Messgeràt erzeugt
werden würden.



Ist der Mond nicht nahe genug? Warum so viel Aufwand für etwas was schon
Newton kannte? Alles nur Beschàftigungsbeschaffung! Man sollt mal das
Nàchstliegende analysieren, nicht etwas bestimmen wollen, was kaum möglich
ist, aber nach dem gleichen Prinzip erfolgt.

Dieter Grosch www.grosch.homepage.t-online.de

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