ein Gedanke zu schnelleren Massenspeichern: Metadaten auslagern

21/06/2008 - 14:35 von Hauke Laging | Report spam
Moin,

neulich las ich mal, dass Flash-Platten irgendwann die "richtigen"
Festplatten ablösen werden. Das erscheint mir für Standardrechner
auf absehbare Zeit unwahrscheinlich, einfach wegen der Kosten. Und
bei Servern erst recht. Es reicht ja nicht, 8, 16, 64 GiB zu haben,
wenn der Nachbar zum selben Preis das Zehnfache bekommt.

Nun ist es bekanntlich höchst übel, wenn mehrere Aktionen "parallel"
auf derselben Platte stattfinden müssen. Deshalb(?) hat zumindest
ext3 die Möglichkeit, das Journal auf einem anderen Geràt
unterzubringen. Wenn man das nun mal einen Tick weiter denkt, kommt
man zu der Idee, die gesamten Metadaten (sprich: die Inodes,
eigentlich auch die Verzeichnisse) auf einem anderen Medium
unterzubringen (das keine hohe Bandbreite bràuchte, aber eine sehr
niedrige Latenz haben sollte).

Dann hàtte man eine kleine Flash-Platte mit Journal (OK, das braucht
wohl auch Bandbreite) und Metadaten sowie eine Festplatte, auf der
(neben dem Superblock) nur Dateiinhalte làgen. Den Platz, den die
Metadaten sonst einnehmen, würde ich frei lassen. Erstens macht das
nicht viel aus, zweitens könnte man so zur Not die ausgelagerten
Daten mal zurückspielen. Und vor allem muss man dann nicht weiter in
die Aufbaulogik des Dateisystems eingreifen (aber vielleicht
überschàtze ich diesen Aufwand auch).

Das erscheint mir vor allem für Server interessant, also Systeme, bei
denen die Plattenperformance von großer Bedeutung ist. Da könnte
dann eine größere Flashplatte vermutlich sogar mehrere Festplatten
versorgen (mit einem Sternchen bezogen auf das Journal).

Langfristig könnte man etwas Flash in Standardplatten einbauen (in
dem entsprechenden, festen Größenverhàltnis), um diesen Ansatz
kostengünstiger zu erreichen. Also nicht viel anders als diese
Ich-hab-den-Namen-Vergessen-Notebookgeschichte von Microsoft, die
allerdings den Flashspeicher auf der Platte für andere Zwecke
nutzen. Das ist wohl auch zu wenig für meine Variante.


CU

Hauke
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Wie können 59.054.087 Leute nur so dumm sein?
 

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#1 Heiko Nocon
21/06/2008 - 15:07 | Warnen spam
Hauke Laging wrote:

[Idee]

Die Idee ist lange nicht so gut, wie sie dir scheinen mag.

1)
Es gibt nàmlich schon lange den Datentràgercache im RAM. Und der ist
nochmal um Größenordnungen schneller als Zugriffe auf Flashdrives.
Hàufig benötigte Metadaten (und nur bei solchen bringt Caching
irgendwelche nennenswerten Vorteile) liegen deshalb nahezu immer bereits
im RAM. Insbesondere bei Servern, die so gut wie nie neu booten.

2)
Flash hat nur eine recht begrenzte Lebendauer. Dieser Nachteil kann
durch "wear leveling"-Mechanismen nur dann einigermaßen ausgeglichen
werden, wenn der Anteil quasistatischer Daten an der Kapazitàt des
Mediums relativ hoch ist. Trifft das nicht zu (also gerade dann, wenn
ausschließlich sich hàufig àndernde Metadaten gespeichert werden), dann
ist das wear leveling hilflos und die begrenzte Lebendauer der einzelnen
Zelle schlàgt 1:1 auf die Lebensdauer des Mediums durch.

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