Einsteig in Microcontroller und Programmierung

07/04/2009 - 15:53 von Nikolaus Riehm | Report spam
Hallo, ich will/muss mich mit der Anwendung und Programmierung von
Microcontrollern beschàftigen und bin auf der Suche nach der geeigneten
Plattform und Programmier(Hoch-)sprache. Ich brauch das vor allem für
Steuerungsaufgaben in der Art "Frag eine Bedienfeldmatrix mit vielen
Potis, Tastern und Sensoren ab und erzeuge daraus Schaltsignale und
Kontrollspannungen" (mit dem konkreten Anwendungsfall der Steuerung
modularer Musik-Synthesizer und dadurch u.a. auch als MIDI-Interface).

Ich hab vor langer Zeit mal kleine 8085- und Z80-Systeme [1] aufgebaut
und die in 'manuellem Assembler' programmiert - ist schon wirklich lange
her und programmier-màßig bin ich damit ziemlich 'up from scratch'. Das
stört mich aber nicht, sehe ich eher als Vorteil. Die ganze Sache kann
ruhig etwas Einarbeitungszeit kosten, wenn man dafür am Ende mit
fundiertem Wissen und universeller Programmierkenntnis dasteht.

Hardware-seitig würde ich gerne gleich auf etwas setzen, das gut
erhàltlich ist (minimum 3rd Source *g*), das es auch in leistungsfàhigen
Varianten gibt, das flexibel erweiterbar ist und zu dem es möglichst
viel und fundiertes Material gibt (ergo großer Anwenderkreis).
Stromverbrauch spielt kaum eine Rolle. Auf was könnte das hinauslaufen?
Auf den ersten kurzen Blick sahen AVR, PIC und FORTH ganz interessant
aus. In den Geràten, die ich so verarzte, sehe ich auch viel H8 und
68er. Ich würd mich schon gerne von vorne herein auf eine Plattform
festlegen - oder sollte man das umdrehen und vom Compiler abhàngig machen?

Grüße und Danke, Niko


[1] Die sahen so aus:
<http://pics.studiorepair.de/misc/DI...y.html>
<http://pics.studiorepair.de/misc/DI...r.html>
 

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#1 Michael Rübig
07/04/2009 - 16:54 | Warnen spam
Hallo Nikolaus,

Auf den ersten kurzen Blick sahen AVR, PIC und FORTH ganz interessant
aus. In den Geràten, die ich so verarzte, sehe ich auch viel H8 und
68er. Ich würd mich schon gerne von vorne herein auf eine Plattform
festlegen - oder sollte man das umdrehen und vom Compiler abhàngig machen?



Wenn die Einarbeistunszeit wichtig ist, ist AVR nicht schlecht. Es gibt
viele Quellen im Netz und alles nötige ist weitgehend frei verfügbar.

Mit dem richtigen Compiler und den richtigen Entwicklungstools sind auch
PICs ganz schön, vor allem wenn es um minimalistische Designs und
geringen Stromverbrauch (im Sleep-Mode) geht. Assembler auf PICs soll
übel sein, spielt aber heutzutage keine Rolle mehr.

PICs und AVR sind 8-Bitter, die für Deine Anwendung vermutlich locker
ausreichen. Sobald aber viel gerechnet werden muss und Geschwindigkeit
ne Rolle spielt, sollte man sich mit den 8-Bittern nicht mehr quàlen.

Bei den 16-Bittern sind die MSP430 von TI und S12X von Freescale gàngige
Typen. Mit letzterem habe ich schon gearbeitet. Das Ding ist ne Rakete
und hat inzwischen auch einen Coprozessor integriert.
Da der S12X von Freescale deutlich komplexer als ein 8Bit-AVR ist, ist
die Einarbeitungszeit auch höher, gerade als Neuling wird man vom
Datenblatt schnell erschlagen. Entwicklungstools und Compiler muss man
IMHO kaufen (nicht ganz billig).

Bei den 32-Bittern ist ARM gàngig, für embedded insbesondern ARM7. Die
Rechenleistung ist nicht unbedingt besser als bei den 16Bittern, das
kommt auf die Aufgabe an. Der ARM kann z.B. nicht hardwaremàßig dividieren.
ARMs gibts von verschiedenen Herstellern, u.a. NXP und Atmel.

Michael

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