Einstellungskriterien für Bewerber

10/12/2007 - 21:22 von Heike Vetter | Report spam
Hallo,

zur Zeit bin ich Ingenieurin auf Abwegen, da ich einen Aufbaustudiengang
zum Master of Science im Bereich Ingenieurpàdagogik (Elektro- und
Informationstechnik für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen)
absolviere.

In diesem Zusammenhang versuche ich gerade herauszufinden, nach welchen
Kriterien Betriebe (Industrie oder Handwerk) ihre Mitarbeiter oder auch
Auszubildenden auswàhlen.
Zu diesem Thema habe ich folgende Fragestellungen formuliert:
Was kann ein Personalentscheider für seinen Betrieb aus den
Kompetenznoten herauslesen?
Nach welchen Kriterien werden überhaupt Bewerber ausgewàhlt?
Zeigt der (relativ neue) handlungsorientierte Unterricht in der
Berufsschule Auswirkungen bei den Auszubildenden/Facharbeitern?
Wird das Lernfeldkonzept der Industrie und dem Handwerk gerecht?
Sind die oben genannten Begriffe wie Kompetenznoten, handlungsorientiert
oder Lernfeldkonzept inhaltlich überhaupt einem Personalentscheider
gelàufig?

Den Bereich Sanitàr und Metallbau habe ich nach diesen Fragestellungen
schon abgeklappert. Jetzt interessiert mich, was der Elektrobereich
darüber denkt.

Grüße

Heike
 

Lesen sie die antworten

#1 Joerg
10/12/2007 - 22:11 | Warnen spam
Heike Vetter wrote:
Hallo,

zur Zeit bin ich Ingenieurin auf Abwegen, da ich einen Aufbaustudiengang
zum Master of Science im Bereich Ingenieurpàdagogik (Elektro- und
Informationstechnik für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen)
absolviere.

In diesem Zusammenhang versuche ich gerade herauszufinden, nach welchen
Kriterien Betriebe (Industrie oder Handwerk) ihre Mitarbeiter oder auch
Auszubildenden auswàhlen.
Zu diesem Thema habe ich folgende Fragestellungen formuliert:
Was kann ein Personalentscheider für seinen Betrieb aus den
Kompetenznoten herauslesen?




Bei uns entscheidet oft nicht der Personaler, sondern der Manager. Und
so sollte das auch sein. Ja, ist Arbeit, aber ich hatte als Manager
unsere HR Leute angewiesen, mir alle Bewerbungen fuer unsere Stellen zur
Durchsicht zu geben und nicht vorher auszusieben. Ausser ganz
offensichtliche Fehlzuender, z.B. Bewerbungen voller Tippfehler. Und ja,
das zogen wir in Deutschland genauso durch, ist nicht landesspezifisch.

Ganz wichtig: Ich liess grundsaetzlich viele oder auch alle Leute, die
mit denen spaeter intensiver zusammenarbeiten wuerden, ein Gespraech
machen. Der Wunsch dieser Gruppe war mir dann wichtiger als mein eigener.


Nach welchen Kriterien werden überhaupt Bewerber ausgewàhlt?




Nach dem, was sie in der Praxis wirklich koennen. Bei frischen
Ingenieuren z.B., was sie so an der Uni und im Hobby an Projekten
durchgezogen haben. Dann beim Gespraech legte ich denen einen Schaltplan
vor. "Hier, das ist ein HF Verstaerker und er hat nicht genug
Bandbreite. Was wuerden Sie vorschlagen?" Dabei kam es mir nicht darauf
an, dass es aus dem Stegreif geloest wuerde, denn manche Kandidaten sind
etwas nervoes beim ersten Gespraech. Mir kam es darauf an, welche
Gedankengaenge die Kandidaten anstellen, wie sie an eine Sache herangehen.

Bei Technikern geht es oft nicht so weit rauf. Die nahm ich mit ins
Labor, liess sie mal loeten, sah ob sie zumindest grob ein Schaltbild
verstehen oder ob sie mit einem einfachen Oszilloskop ein Signal
aufnhemen konnten.


Zeigt der (relativ neue) handlungsorientierte Unterricht in der
Berufsschule Auswirkungen bei den Auszubildenden/Facharbeitern?




Kann ich nicht sagen, weil es echte Berufsschulen hier in USA wenig
gibt. Wir haben Community Colleges oder Privatinstitute wie ITT-Tech und
die machen IMHO einen recht ordentlichen Job.


Wird das Lernfeldkonzept der Industrie und dem Handwerk gerecht?




Technikerausbildung: Ja. Uni: Definitiv nein. Nur meine persoenliche
Meinung und gilt eher fuer USA, aber aus Germany habe ich aehnlioches
gehoert, nur nicht ganz so krass.


Sind die oben genannten Begriffe wie Kompetenznoten, handlungsorientiert
oder Lernfeldkonzept inhaltlich überhaupt einem Personalentscheider
gelàufig?




Mir ehrlich gesagt nicht. Bin aber auch 10 Jahre aus Germany weg. Hier
sind u.a. "Soft Skills" wichtig. Sachen wie Umgangsformen,
Teamfaehigkeit, ausser-fachliche Kompetenz usw. Den absoluten Guru, der
aber mit allen anderen dauernd aneckt, koennen wir nicht brauchen.


Den Bereich Sanitàr und Metallbau habe ich nach diesen Fragestellungen
schon abgeklappert. Jetzt interessiert mich, was der Elektrobereich
darüber denkt.




Ok, hab's oben mal ganz frech alles losgelassen ;-)

Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Ähnliche fragen