Elektroauto"chen"

14/07/2008 - 17:56 von wer.bin.ich | Report spam
Folgende Überlegung:

Elektroauto mit folgenden Daten.

E-Motor für ca. 300V und 75kW. (Wie schwer wàre so ein Motor?)

Akkupack folgendermaßen geplant:

Aufladung durch Steckdose ohne Ladegeràt sondern nur Gleichrichter.
UNetz#0V~ ergibt 325,269VS

Eine Zelle soll mit max 2,35V geladen werden.
Also einfach 23 Starterakkus in Reihe gehàngt.
Spannung gesamt 324,3V. Passt perfekt abzüglich der
Gleichrichterdioden.

Ah pro Batterie 34. Ergibt 408 Wh/Starterbatterie.
Maximale Leistung wird mit 3264 kW angegeben.
Das sind 75kW bei 23 Stück.

Gewicht pro Batterie ist etwa 10kg. Also wiegt der
Gesamte Akkublock 230 kg.

Kosten pro Batterie ca 40?. (zzgl. Pfand) sind 920 ? für das ganze Pack.

Die Reichweite vom Auto würde ich auch 60 bis 100km
Einschàtzen. Das würde für viele Pendler ausreichen. Was meint ihr?

Und ist ein Auto mit Bleiakkus und E-Motor wirklich so viel
schwerer als eines mit Ottomotor?

Gruß,
Markus
 

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#1 Wiebus
14/07/2008 - 19:35 | Warnen spam
Hallo Unbekannter.

E-Motor für ca. 300V und 75kW. (Wie schwer wàre so ein Motor?)



Abmessungen in etwa die einer grossen Aktentasche/Pilotenkoffer. Musst
Du im wesentlichen als Eisenklotz betrachten. Da kommen so
200-300kg zusammen.

Und vergiss die Kühlung nicht.

Aufladung durch Steckdose ohne Ladegeràt sondern nur Gleichrichter.
UNetz#0V~ ergibt 325,269VS




Na. Netz solltest Du ansetzten mit 235+15V, also 250V. Effektiv.
Mal Wurzel 2 für Spitzenspannung sind 353V.

Eine Zelle soll mit max 2,35V geladen werden.
Also einfach 23 Starterakkus in Reihe gehàngt.
Spannung gesamt 324,3V.



Falsch gerechnet. Deine 325V durch 2,35V sind 138 NICHT 23!
Wenn Du nun die 353V ansetzt, kommst Du sogar auf 150 Zellen!
Du liegst um den Faktor 6,5 zu tief.

Passt perfekt abzüglich der
Gleichrichterdioden.



Kleckerkram. Sogar ich als ewig vorvorgestriger würde das ganze mit
einem Schaltregler ausrüsten wollen. :-) Dann gehen die Dioden im
Regelumfang unter. An der Stelle wàre trozdem zu überlegen, ob Du
nicht lieber einen Synchrongleichrichter hàttest. 1,1V
Diodenschwellspannung x 50A Ladestrom (Du willst ja in ein paar
Stunden wider losfahren können) gibt 50W Verlustleistung pro Diode per
dicken Daumen. Da könnte man dann auch Sparen, wenn man denn schon
versucht, Öko zu sein.
Ausserdem ist in der Leistungsklasse PFC zwingend Vorschrift. Ausser
Du handelst Sonderkonditionen mit Deinem EVU aus. :-)

Nàchstes Problem: Du hàttest mindestens gerne einen zusetzlichen
Trenntrafo. Sonst hast Du beim Laden deinen autoakku auf
Netzpotential. Nicht das man das nicht hinbekàme, aber einige hassen
das gelegentliche Kribbeln in den Fusssohlen. :-)




Ah pro Batterie 34. Ergibt 408 Wh/Starterbatterie.
Maximale Leistung wird mit 3264 kW angegeben.
Das sind 75kW bei 23 Stück.

Gewicht pro Batterie ist etwa 10kg. Also wiegt der
Gesamte Akkublock 230 kg.

Kosten pro Batterie ca 40?. (zzgl. Pfand) sind 920 ? für das ganze Pack.



Du liegst natürlich auch beim Gewicht um den Faktor 6,5 zu tief.
Ich rechne das jetzt nicht mer im Detail nach.


Die Reichweite vom Auto würde ich auch 60 bis 100km
Einschàtzen. Das würde für viele Pendler ausreichen. Was meint ihr?




Für Pendler wàre ein gutes öffentliches Verkehrsnetz sinnvoll.
Sowas hat es mal gegeben..


Und ist ein Auto mit Bleiakkus und E-Motor wirklich so viel
schwerer als eines mit Ottomotor?




Ja. Sind sie. Die Menchheit baut Elektroautos gut 10 Jahre lànger
als Benzinautos (oder gar Diesel), Seit ca. 1875/1880 herum. Bis in
die Zeiten des ersten Weltkrieges waren sie sogar in Großstàdten bei
den Auslieferunfsfahrzeugen für Post/Milch ec. und für Service
führend.

Auch spàter bis heute werden Elektrofahrzeuge zur innerbetrieblichen
Förderung (Elektrokarren) weiter eingesetzt. Heute in Form von Akku
Hubwagen/Staplern. Untertage Akkulokomotiven. Sogar Akkutriebwagen gab
es. Auf Akkubetriebene U-boote will ich an der Stelle nicht
hinweisen.

Es wurden spezielle "Traktionsbatterien" und Antriebe entwickelt, weil
durchaus in der Industrie ein Interesse an effizienten
Elektrofahrzeugen besteht.

Wenn die sich trozdem, ausser in Sonderfàllen (In Gebàuden/Untertage)
nicht durchsetzten, wird das knallharte physikalisch technische Gründe
haben.
Ich wette mit Dir um ne Pizza, das die Menscheit das auch in Zukunft
nicht durchschlagend besser hinkriegt.

Andere überlegung: Du hast ein Elektroauto mit Akku. Wie làdst du den
Akku? Mit Strom aus dem Kraftwerk. Womit làuft das Kraftwerk?
Mit Atom *fg*, oder mit fossilen Brennstoffen.
Nehmen wir an, Du würdest bei den fossilen Brennstoffen Öl nehmen.
Dann brauchst Du erstmal die gleiche Menge öl, als wolltest Du dein
Elektroauto direkt betreiben, PLUS zusàtzliches Öl, weil Dein
elektroauto schwerer ist, PLUS die Verluste der Wandlerkette (Öl im
Kraftwerk in Strom/ Umspannen / Strom im Netz transportieren/
Umspannen /begrenzer Akkuwirkungsgrad). Ich denke, wenn Du das Öl
direkt im Tank hast, brauchst Du weniger und machst weniger CO2
Emission.

Ok, Du hast Kohle oder Braunkohle. Selbst dann wàrest Du mit einer
Kohleverflüssigung mit Standt der Technik 2 Weltkrieg und das
Ergebniss in den Tank kippen besser dran, und wàrest flexibler.
Selbst wenn Du Wasserkraft oder Windkraft ansetzt, wàrest Du mit
Wasserstofferzeugung/Gasantrieb besser drann als mit Akku.
Toll wàre eine Brennstoffzelle. Die sind technisch ausgereift, aber
nichts für in die Hànde von otto Normalverbraucher. Selbst für ne
normale Autowerkstatt wàren die mir zu kitzlig.

Das einzige, was ich söknomisch (und ökologisch) langfristig für
Sinnvoll halte, wàren nicht Elektroautos (die sind nur als
kosmetisches Ökomittel in Kurorten und als Flurfördermittel Sinnvoll)
sondern dezentralisierung und flexibilisierung des Arbeitslebens.
Also in oder neben der Fabrik oder dem Büro wohnen. Bei
arbeitsplatzwechsel umziehen (hab ich auch gemacht). Gut ausgebauter
öffentlicher Nahverkehr, und SCHIENEN. Schienentransport hat aufgrund
der geringeren Rollreibung Rad/Schiene eine DRASTISCHE
energieeinsparung zur folge. Reduzierung der Geschwindigkeit. Verzicht
auf Lufttransport. Einschrànkung der Klimatisierung (Ich hab im Winter
zuhause auch nur 10 Grad). Klimaanlagen im Sommer nur für Kranke.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic




http://www.darc.de/l02/


Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.
Wer auf eine bessere Welt hin arbeitet, baut sich selber
eine Hürde, zu dieser Welt zu gehören.
Ethik ist eine Form der Marktpflege und nutzt im allgemeinem nur dem,
der diese betreibt.
Ich will keine besseren Politiker, ich will ein besseres Volk.

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