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EM 2008: Wie Laufleistung eines Spielers berechnet?

10/06/2008 - 01:31 von Susan Seitz | Report spam
Hallo,

ich habe mal folgende "technisch/elektronische" Frage zur laufenden
TV-Berichterstattung der EM 2008:

Man bekommt als Zuschauer ja suksessive die verschiedensten Daten wàhrend
eines Spiels eingeblendet, so auch u.a. die *Laufleistung eines Spielers* in
km...

Frage: Könnt Ihr mir sagen, wie die Techniker/Elektroniker der UEFA (oder
wer sich sonst dafür verantwortlich zeichnet) die individuelle Laufleistung
eines Fussball-Spielers wàhrend eines 90 min. Spiels berechnen...wie ist das
technisch gelöst...?

Die werden ja wohl kaum einen Transponder etc. im Schuh eintgebaut haben,
der dann via Telemetrie die Daten an einen Empfànger im Stadion sendet
etc...lol! ;-))

Vielen dank für Eure Antworten!


Viele Grüße
Susan

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#1 Oliver Bartels
10/06/2008 - 07:46 | Warnen spam
On Tue, 10 Jun 2008 01:31:48 +0200, "Susan Seitz"
wrote:
Die werden ja wohl kaum einen Transponder etc. im Schuh eintgebaut haben,
der dann via Telemetrie die Daten an einen Empfànger im Stadion sendet
etc...lol! ;-))



Sooo weit weg ist das nicht:

Man hatte derlei in der Tat einmal auprobiert (System nach Cairos und
Fraunhofer), der Sender war im Schienbeinschoner untergebracht,
Ortung per Laufzeit/Phasenentfernungsmessung, nur, bei anderen,
"weniger relevanten" Events wie Toren ;-) lag das System teilweise um
viele Meter daneben, so getestet bei der damaligen Junioren WM.

Irgendwie haben die Leutchen das technisch nicht richtig auf die
Reihe gebracht, naja, was Wunder, wenn sich "Sender im Fußball,
dadurch gekennzeichnet, dass er existiert" mit VC und Grossforschung
mit bis zur Kantinenkarte durchorganisiertem Arbeitsablauf
zusammentut (halt so richtig innovationsfördernd), die
Lichtgeschwindigkeit und der "Multipath" halten sich halt nicht an
Management-Orders.

Merke: Bei solchen Systemen kommt es auf die _Ausführung_ an.
Dass Ortungssysteme nützlich sein können und ganz viele
Anwendungen haben, das wissen wir allle.
Alleine: Sie sollten auch funktionieren, darin liegt die Kunst ;-)

Im Endeffekt hat das FA Board (FIFA) gerade eben beschlossen,
derlei erstmal nicht für Schiedsrichterentscheidungen einzusetzen.

Momentan setzt man typischerweise bei der Spielanalyse
auf eine Kombination aus Videoanalyse und Scouts,
mehrere Leute pro Spiel, ein typischer Studi-Job ;-)
D.h. es wird in der Tat der Spielablauf über die Hauptkamera
per Computer analysiert, in ein Modell eingebracht,
welches auch den Kamerawinkel etc. berücksichtigt und das
mit per manueller Erfassung (eben Scout, z.B. per Grafiktablett)
gewonnenen Daten kombiniert.

Das funktioniert in der Tat recht gut, es gibt einige Firmen wie
auch Unis (z.B. TU München), die sich darauf spezialisiert
haben, von dem, was man bei den Demos auf den ersten
Blick sehen kann, ist die Erkennungsrate recht hoch.
Themen sind wohl noch komplexe Spielsituationen,
"alles in Echtzeit" und die Rückennummern. Aber dafür hat
man ja auch die Scouts.

Gruß Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany +
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

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