Forums Neueste Beiträge
 

EMV Testsender bauen

05/03/2014 - 20:16 von Frank Buss | Report spam
Ich habe mir einen Signal Hound gekauft (USB-SA124B) und mit einem guten
breitbandigen externen 40 dB Verstàrker ist der jetzt sogar empfindlich
genug, um UKW Sender in guter Qualitàt zu hören (die mitgelieferte
Software hat einen FM-Demodulator eingebaut). Ohne Verstàrker war es
ziemlich verrauscht und so gut wie kaum als Sprache zu erkennen, mit
einem Stück Draht als Antenne, was mein UKW-Radio problemlos schaffte.
Ich plane das für die Messung meiner Geràte zu verwenden die ich
verkaufe, um die anzuwendenden CE-Normen bezüglich Störaussendung
einzuhalten. Dazu werde ich mein erstes Geràt (mein C64 MIDI-Interface)
aber zunàchst mal bei einem professionellen Labor messen lassen.

Das also zum Hintergrund. Nun möchte ich einen Testsender bauen, den ich
dann beim Test im Labor auch ausmessen lassen kann und somit dann zu
Hause mit dem Signal Hound eine Referenz habe, um Antennen usw.
herausrechnen zu können für die realen Pegel. Da die neuen CE Normen bis
6 GHz vorschreiben, dachte ich an einen Sender, der vielleicht von 20
MHz bis 6 GHz in 100 MHz Abstànden unmoduliert parallel sendet, oder ein
Sweep, falls das auch für Referenzmessungen taugt. Muß nicht allzu genau
sein, da ich es ja mit kalibrierten Geràten eine Referenzkurve
aufzeichnen lasse, aber sollte dafür relativ langzeitstabil sein. Die
Sendeleistung kann auch recht niedrig sein, vielleicht 10 dB höher oder
so als die erlaubten EMV Grenzwerte, falls das dann nicht schon als
unerlaubter Störsender gilt, für einen guten Rauschabstand.

Gibt es sowas schon fertig, und wie aufwendig wàre es das selber zu
bauen, falls das überhaupt für mich als Analog-Anfànger und mit
Hobbymitteln möglich ist? Wàre bestimmt ein interessantes Projekt und da
ich wie üblich bei meinen Hobbyprojekten, alles veröffentliche, könnten
das auch andere für eine preiswerte Referenz leicht nachbauen.

Frank Buss, http://www.frank-buss.de
electronics and more: http://www.youtube.com/user/frankbuss
 

Lesen sie die antworten

#1 Joerg
05/03/2014 - 21:42 | Warnen spam
Frank Buss wrote:
Ich habe mir einen Signal Hound gekauft (USB-SA124B) und mit einem guten
breitbandigen externen 40 dB Verstàrker ist der jetzt sogar empfindlich
genug, um UKW Sender in guter Qualitàt zu hören (die mitgelieferte
Software hat einen FM-Demodulator eingebaut). Ohne Verstàrker war es
ziemlich verrauscht und so gut wie kaum als Sprache zu erkennen, mit
einem Stück Draht als Antenne, was mein UKW-Radio problemlos schaffte.
Ich plane das für die Messung meiner Geràte zu verwenden die ich
verkaufe, um die anzuwendenden CE-Normen bezüglich Störaussendung
einzuhalten. Dazu werde ich mein erstes Geràt (mein C64 MIDI-Interface)
aber zunàchst mal bei einem professionellen Labor messen lassen.

Das also zum Hintergrund. Nun möchte ich einen Testsender bauen, den ich
dann beim Test im Labor auch ausmessen lassen kann und somit dann zu
Hause mit dem Signal Hound eine Referenz habe, um Antennen usw.
herausrechnen zu können für die realen Pegel. Da die neuen CE Normen bis
6 GHz vorschreiben, dachte ich an einen Sender, der vielleicht von 20
MHz bis 6 GHz in 100 MHz Abstànden unmoduliert parallel sendet, oder ein
Sweep, falls das auch für Referenzmessungen taugt. Muß nicht allzu genau
sein, da ich es ja mit kalibrierten Geràten eine Referenzkurve
aufzeichnen lasse, aber sollte dafür relativ langzeitstabil sein. Die
Sendeleistung kann auch recht niedrig sein, vielleicht 10 dB höher oder
so als die erlaubten EMV Grenzwerte, falls das dann nicht schon als
unerlaubter Störsender gilt, für einen guten Rauschabstand.

Gibt es sowas schon fertig, ...




Entweder als Tracking Generator zum Signal Hound (so habe ich das
gemacht, einfach ganz dekadent mitgekauft) oder separat, da ist es billiger:

http://www.edn.com/electronics-blog...-generator


... und wie aufwendig wàre es das selber zu
bauen, falls das überhaupt für mich als Analog-Anfànger und mit
Hobbymitteln möglich ist? Wàre bestimmt ein interessantes Projekt und da
ich wie üblich bei meinen Hobbyprojekten, alles veröffentliche, könnten
das auch andere für eine preiswerte Referenz leicht nachbauen.




Die Holzhammermethode waere, einen recht genauen Quarzgenerator zu
nehmen und dessen Signal auf eine "sauschnelle" Diode wie etwa die
Skyworks HSMS-286Bx zu jagen. Version egal, was immer sie bei Euch
haben. Digikey hat fast alle Varianten davon. SMS7621 geht auch, hat
aber offiziell nur 2V. Inoffiziell hat sie bei Messungen hier ueber 4V
ausgehalten.

Alternativ einen schnellen Transistor nehmen und so beschalten wie in
Figure 10A:

http://patentimages.storage.googlea...760-11.png

Aus der Infineon BFP-Serie was beschaffbares mit >30GHz ft raussuchen.
Aber darauf achten, dass die nicht viel Kollektorspannung aushalten.
Wenn Du mit 3.3V arbeitest, sollte abs max mindestens 4.5V betragen.
Notfalls tut es ein BFR92, bei dem die Amplitude Richtung 6GHz
natuerlich stark abfallen wird, er hat dort keine Stromverstaerkung
mehr. Dafuer haelt er 15V aus.

Beinhart waere das mit der Methode in Figure 10B, aber ich fuerchte,
dass die Beschaffung von Step Recovery Dioden bei Euch schwierig ist.
Hersteller waere z.B. Aeroflex (Metelics).

http://www.aeroflex.com/AMS/metelic...AN_SRD.pdf

BTW, 100MHz Abstand ist was viel, denn Antennen zeigen im Bereich
30-500MHz Resonanzen, die deutlich feiner sind. Ich wuerde zumindest bis
10MHz verfeinern. Der Oszillator sollte nicht viel driften und
einigermassen genau sein, dass man sich ganz oben keinen Wolf sucht.

Ueber den EMV-Grenzwerten muss es nicht liegen, Du kannst damit ja Deine
Empfangsantenne grob kalibrieren, skaliert alles linear. Im GHz-Bereich
koennte es sonst Aerger mit der olivgruenen Abteilung geben.

Und immer schon sachte mit den Pegeln, im legalen Bereich bleiben. Also
auf keinen Fall ein fettes Rechtecksignal auf die Antenne schicken.
Nicht dass auf einmal in Koeln ein VW-Bus mit Hirschgeweih rumduest :-)

Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Ähnliche fragen