EOM-Treiber f

08/02/2008 - 23:03 von Kai-Martin Knaak | Report spam
Hier kam vorhin jemand an mit dem Bedürfnis nach einem Treiber für einen
Elektro-Optischen Modulator (EOM), Typ Linos LM0202. Für die Elektronik
sieht das Teil im wesentlichen wie ein Kondensator mit 80 pF aus. Die
Herausforderung besteht in der Kombination von hoher Spannung (150V) und
Radiofrequenz (bis zu 100 MHz). Außerdem soll die Modulation gut
sinsusförmig sein. Höhere Harmonische sollten mehr als 40 dB Abstand von
der Grundwelle haben. Andererseits sind Frequenz- und Phasengang
reichlich egal. Im Betrieb wird der Treiber konstant bei der gleichen
Frequenz laufen. Selbst eine Einstellung der Arbeitsfrequenz durch
Austausch von Bauteilen ist akzeptabel. Der Hintergrund ist mal wieder
eine Laser-Stabilisierung auf einen optischen Resonator nach Pound-Drever-
Hall.

Bei einem Vorab-Experiment wurde ein kommerzieller RF-Verstàrker, der mit
1W an 50 Ohm spezifiziert ist, direkt angeschlossen und mit einem
Synthesizer gefüttert. Eine Induktivitàt wurde in Reihe geschaltet, um
die Impedanz bei der Betriebsfrequenz zu minimieren. Wenn man von der
damit erreichten Modulationstiefe extrapoliert kommt man für die
gewünschte Amplitude auf einen 5W-Verstàrker. In der für das Experiment
benötigten Anzahl würde das den Etat für diese Komponente deutlich
übersteigen. Nun wird die Breitband-Verstàrkung, die den hohen Preis
rechtfertigt, eigentlich gar nicht gebraucht. Also gibt es die Vermutung
dass es eine weniger aufwendige Treiber-Schaltung auch tun würde.

Eine Idee ist, zur Impedanzanpassung zwischen Verstàrker und EOM zu
verbessern. Dazu fàllt mir ein Transformator mit passender Untersetzung
ein. Ist das bei den benötigten Strömen und Frequenzen realistisch? Oder
macht so ein Übertrager im Zweifel zu große Verluste?

Oder sollte man statt eines Reihen-LC einen parallelen Schwingkreis
aufbauen. Das muss dann mit weniger hohen Strömen, dafür aber um so
höheren Spannungen getrieben werden.

Oder ganz anders: Den EOM als Teil einer aktiven Oszillator-Schaltung
einsetzen. Ein Blick in den H&H legt dafür einen Colpitts-Oszillator nahe
(Seite 297).

Wir sind sicher nicht die ersten die EOMs hoher Amplitude bei möglichst
wenig Aufwand betreiben möchten. Gibt es da erprobte Schaltungsprinzipien?

Bin für sachdienliche Hinweise dankbar,

<(kaimartin)>
Kai-Martin Knaak tel: +49-511-762-2895
Universitàt Hannover, Inst. für Quantenoptik fax: +49-511-762-2211
Welfengarten 1, 30167 Hannover http://www.iqo.uni-hannover.de
GPG key: http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?search=Knaak+kmk&op=get
 

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#1 acher
08/02/2008 - 23:07 | Warnen spam
In article <foijis$l8m$,
Kai-Martin Knaak writes:
|>
|> Hier kam vorhin jemand an mit dem Bedürfnis nach einem Treiber für einen
|> Elektro-Optischen Modulator (EOM), Typ Linos LM0202. Für die Elektronik
|> sieht das Teil im wesentlichen wie ein Kondensator mit 80 pF aus. Die
|> Herausforderung besteht in der Kombination von hoher Spannung (150V) und
|> Radiofrequenz (bis zu 100 MHz).

Klingt irgendwie wie die RGB-Endstufen-ICs von Röhrenmonitoren...
Georg Acher,
http://www.lrr.in.tum.de/~acher
"Oh no, not again !" The bowl of petunias

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