Erdentstehung + Erdkern + natürlicher Reaktor

05/10/2007 - 15:13 von Harald Maedl | Report spam
Wie in
<http://www.wissenschaft.de/wissensc...page=0>
zu lesen war, scheint sich die These von Marvin Herndon zu verdichten,
dass im Erdkern ein natürlicher Reaktor am Werkeln ist.

Das Abstract dazu ist in
http://arxiv.org/ftp/astro-ph/paper...408539.pdf
zu bewundern.

Hauptgrund für die These scheint der Befund zu sein, dass
Enstatit-Chondrite vorwiegend für den Erdaufbau verantwortlich sind.
"Deshalb konnte unter anderem das sauerstoffliebende Element Uran nicht
den Sauerstoff bekommen, der ihm in den gewöhnlichen Chondriten zur
Verfügung stand. Es endete deshalb nicht wie in den gewöhnlichen
Chondriten im Silikatteil, der dem Erdmantel entspricht, sondern in der
Metalllegierung des Enstatit-Chondriten, die dem Erdkern entspricht."

Damit das Ganze funzt, wird auf eine These, die 1944 von Arnold Eucken
(berühmter Chemiker) veröffentlicht wurde, zugegriffen, wonach u.a. die
Erde ein Überrest eines Protoplaneten sein soll, dessen Gasatmosphàre
erst nach dem Starten der Kernfusion auf der Sonne weggeblasen wurde.
Nun entspricht das alles nicht gerade den gàngigen Modellen der
Planetenentstehung im Sonnensystem, aber immerhin könnte man damit imho
auch zugleich die Mondentstehung quasi in einem Aufwasch erledigen.
Es erscheint mir logischer, wenn ein Protostern gleich zwei
Himmelskörper gleichsam ausschwitzt. Der Zusammenprall-Hypothese eines
Himmelskörpers mit der Erde habe ich nie besonders zu folgen vermocht,
weil ich der Meinung bin, dass sich daraus kaum ein Körper dieser Größe
zu bilden vermochte hàtte, zum anderen, weil die Erdbahn ja
bemerkenswert kreisförmig ist, was sie nach einem solch gewaltigen
Aufprall imho nicht mehr wàre.
Eher würde ich bei einem Zusammenprall so etwas wie eine "Müllhalde" in
Form mehr oder weniger großer Gesteinsbrocken im Schwerefeld der Erde
erwarten.

Wenn das stimmt, was Herndon fabuliert, könnte man mutmaßen, dass der
Mond aus ebensolchen Enstatit-Chondriten besteht, womit möglicherweise
auch dort ein natürlicher Reaktor vorhanden sein könnte, sofern der
Brennstoff nicht schon aufgebraucht ist. Für den postulierten
Erdereaktor wird nach dieser These ja noch eine Brenndauer von rund 1
Mrd Jahre avisiert.

Was denkt man hier über dieses Modell? Kann man irgendwo Euckens Arbeit
(Physikalisch-chemische Betrachtungen über die früheste
Entwicklungsgeschichte der Erde)von 1944 im Netz wiederfinden?

Grüße
Harald
 

Lesen sie die antworten

#1 Joachim Pimiskern
05/10/2007 - 17:33 | Warnen spam
Harald Maedl schrieb:
<http://www.wissenschaft.de/wissensc...page=0>
zu lesen war, scheint sich die These von Marvin Herndon zu verdichten,
dass im Erdkern ein natürlicher Reaktor am Werkeln ist.



Das ist doch schon bewiesen. KamLAND fand Geoneutrinos. Man weiß
bloß noch nicht genau, ob da Uran, Thorium oder Kalium-40 zerfàllt.

http://www.aip.org/pnu/2005/split/739-3.html
http://www.welt.de/print-welt/artic...ntrum.html
http://www.sciencenewsdaily.org/story-5491.html
http://www.eurekalert.org/pub_relea...072205.php
http://www.wissenschaft.de/wissensc...55810.html
http://physicsworld.com/cws/article/news/17436

Damit das Ganze funzt, wird auf eine These, die 1944 von Arnold Eucken
(berühmter Chemiker) veröffentlicht wurde, zugegriffen, wonach u.a. die
Erde ein Überrest eines Protoplaneten sein soll, dessen Gasatmosphàre
erst nach dem Starten der Kernfusion auf der Sonne weggeblasen wurde.
Nun entspricht das alles nicht gerade den gàngigen Modellen der
Planetenentstehung im Sonnensystem, aber immerhin könnte man damit imho
auch zugleich die Mondentstehung quasi in einem Aufwasch erledigen.
Es erscheint mir logischer, wenn ein Protostern gleich zwei
Himmelskörper gleichsam ausschwitzt. Der Zusammenprall-Hypothese eines
Himmelskörpers mit der Erde habe ich nie besonders zu folgen vermocht,
weil ich der Meinung bin, dass sich daraus kaum ein Körper dieser Größe
zu bilden vermochte hàtte, zum anderen, weil die Erdbahn ja
bemerkenswert kreisförmig ist, was sie nach einem solch gewaltigen
Aufprall imho nicht mehr wàre.



Forscher um Thorsten Kleine geben das Alter des Mondes
als 4527 Jahre an. Diese Datierung wurde mit Wolfram-182
vorgenommen:

http://www.uni-protokolle.de/nachri...id/109794/
http://www.wissenschaft.de/wissensc...59571.html

Weiteres:
http://space.newscientist.com/artic...boost.html
http://www.welt.de/wissenschaft/art...erden.html

http://www.sciencedaily.com/release...075140.htm
http://www.wissenschaft.de/wissensc...63084.html
http://www.wissenschaft.de/wissensc...68242.html
http://www.wissenschaft.de/wissensc...56103.html
http://space.newscientist.com/artic...ained.html

Grüße,
Joachim

Ähnliche fragen