Erhalt des Olympischen Archivs durch IBC-Auszeichnung honoriert

22/06/2015 - 23:04 von Business Wire

Anerkennung der Konservierung von Videos, Filmen und Tonaufzeichnungen, Museumsobjekten, Bildern und Archivdokumenten aus mehr als hundert Jahren.

Das Internationale Olympische Komitee wird auf dem IBC2015 eine Auszeichnung für seine Anstrengungen zur Erhaltung und Pflege seiner audiovisuellen Archive im Rahmen seines Patrimonial Assets Management Programme (PAM) entgegennehmen. Die Auszeichnung würdigt den positiven Ansatz des IOC bei der Konservierung und Öffnung der Archive für Rundfunkanstalten, Forscher und andere Berufsgruppen.

Die audiovisuellen Archive, die seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 existieren, umfassen 2000 Stunden Filmmaterial, 33.000 Stunden Video, 8500 Stunden Tonaufzeichnungen und über 500.000 Fotografien sowie 2000 Archivdokumente und 22.000 Bilder von Gegenständen des Olympischen Museums.

„Mit dem PAM-Programm und der technologischen Überführung seiner historischen Archive ins 21. Jahrhundert hat das IOC der hohen Bedeutung seines Erbes Rechnung getragen“, so Christophe de Kepper, Director General des IOC. „Es galt, das kulturelle Erbe vorheriger Generationen aus mehr als hundert Jahren olympischer Geschichte zu verewigen. Die Archive des IOC besitzen nun die Voraussetzungen, dem Einfluss der Zeit zu widerstehen.“

Michael Lumley, Vorsitzender des IBC Awards Panel, fügte an: „Dieses Projekt ist aus zwei Gründen besonders wichtig. Es stellt sicher, dass mehr als ein Jahrhundert olympischer Geschichte für die Zukunft erhalten wird. Aber vielleicht noch wichtiger ist das Bewusstsein der Branche für ein Thema, das allzu oft ignoriert wird.“

„Unsere Archive sind in Gefahr, nicht nur wegen des Verfalls von Medien und Dokumenten, sondern auch aufgrund der Obsoleszenz der jeweiligen Wiedergabetechnologien, die praktisch nicht mehr beschaffbar ist“, so Lumley. „Rundfunkanstalten, Produktionsfirmen und Besitzer audiovisueller Archive werden das PAM-Projekt des IOC als ein Modell betrachten, wie Archive konserviert und zugänglich gemacht werden können. IBC begrüßt die Aufmerksamkeit für dieses Problem, die diese Auszeichnung und die Würdigung der hervorragenden Arbeit des IOC herstellt.“

Dimension des Projekts

Zu Beginn des Projekts führten IOC-Archivare eine umfassende Bestandsaufnahme durch und stellten dabei fest, dass in wenigen Jahren 50 Prozent der Videos nicht mehr abspielbar, 20 Prozent der verblichenen Fotos nutzlos und für einen Großteil der Sammlung keine geeigneten Tonwiedergabegeräte verfügbar sein werden. Bei den Filmen war die als „Essigsyndrom“ bekannte chemische Verschlechterung auf dem Vormarsch und das Material von vollständiger Zerstörung bedroht.

Daraufhin wurde ein Erhaltungsprogramm ins Leben gerufen, an dem führende Fachgremien aus der ganzen Welt mit einzigartigen Fähigkeiten in den Bereichen Restauration, Konservierung und Archivdigitalisierung mitwirken würden. Ein Team von 40 Experten (Logger, Techniker, Ingenieure, ein Rechtsanwalt, ein Webmaster sowie Projektmanager) wurde rekrutiert.

Gleichzeitig wurde ein neues Digital-Asset-Managementsystem implementiert, dessen Funktionsumfang auf die Bedürfnisse eines vollständig integrierten Multimedia-Archivs zugeschnitten ist, von der Digitalisierung physischer Datenträger bis hin zur Website und dem Vertrieb digitaler Dokumente.

Das Projekt nahm sieben Jahre in Anspruch – insgesamt 100.000 Arbeitsstunden für Katalogisierung, Indexierung, technischen Betrieb und Freigabe von Urheberrechten. Täglich wurden 40 bis 125 Fotografien und 15 bis 20 Stunden Aufzeichnungen verarbeitet, wobei jedes Medium gescannt, digital gereinigt, restauriert und bei Bedarf farblich korrigiert wurde.

Heute wird die Website The Olympic Multimedia Library, die institutionellen Nutzern den Zugriff auf die IOC-Archive ermöglicht, jeden Monat von 1200 Experten und internen IOC-Mitarbeitern besucht.

Partnerschaft

Das IOC-PAM-Programm war in der IOC-Zentrale in Lausanne (Schweiz) angesiedelt. Die wertvollsten Filme – ein Viertel der Sammlung – wurden restauriert, digitalisiert und von Protek in den USA auf neuen Film übertragen. Die übrigen Filme wurden in der Schweiz von Reto Kromer gereinigt und erneuert.

Videoaufzeichnungen, für die das IOC noch über eigene Wiedergabegeräte verfügte, wurden vom IOC selbst digitalisiert, während ältere Formate an Vision Global in Kanada und Sony in Frankreich geschickt wurden. Tonaufnahmen sowie die Hälfte der Videosammlung in verschiedenen alten Videoformaten wurden von MEMNON in Schweden und Belgien bearbeitet. Um die enorme Zahl von Fotografien bewältigen zu können, wurden die Bilder mit dem größten Arbeitsaufwand vom Schweizerischen Institut zur Erhaltung der Fotografie und alle übrigen von Onasia in Thailand restauriert.

Die Integration des Digital-Asset-Managementsystems fand unter der Führung von RS2i mit Unterstützung durch die Technologiepartner AmberFin, Front Porch Digital und Ninsight statt. Dabei wurde die Chance genutzt, mithilfe einer gemeinsamen Wissensbasis sowie einer von Mondeca entwickelten Ontologie von mehr als 400.000 Suchbegriffen und Schlagwörtern, globale Suchanfragen für den gesamten Archivbestand zu ermöglichen. Auch die Archive mit Papierdokumenten wurden über das ScopeArchiv-System integriert. In die Archivverwaltung wurden ferner rund 20.000 Museumsobjekte dank einer von Zetcom bereitgestellten Lösung aufgenommen.

Das PAM-Programm mag abgeschlossen sein, der Einsatz des IOC für die Pflege seines Erbes wird jedoch fortgeführt. Bei jeden Olympischen Sommerspielen wächst das Archiv um etwa 3500 Stunden neue Videoaufzeichnungen und 40.000 Fotos.

Die Auszeichnung wird im Rahmen der IBC2015 Awards Ceremony vergeben, die am Sonntag, 13. September, um 18.30 Uhr im Auditorium des RAI Centre stattfindet.

## ENDE ##

Informationen zur IBC

Die IBC ist die führende, jährlich stattfindende internationale Veranstaltung für Fachkräfte in den Bereichen Produktion, Management und Bereitstellung von Unterhaltungs- und Nachrichten-Inhalten. Die IBC zieht über 55.000 Teilnehmer aus über 170 Ländern an. Sie besteht aus einer hoch angesehenen, durch Fachleute geprüften Konferenz und einer Messe mit über 1.500 Ausstellern, die sich aus führenden Anbietern modernster Technologien aus dem Bereich elektronische Medien zusammensetzen, und bietet einzigartige Networking-Gelegenheiten.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.ibc.org

Erfahren Sie mehr über die IBC Conference – www.ibc.org/conference

Erfahren Sie mehr über die IBC Exhibition – www.ibc.org/discovermore

Erfahren Sie mehr über IBC Content Everywhere – www.ibcCE.org

Daten der IBC 2015:

Konferenz: 10. - 14. September 2015

Ausstellung: 11. - 15. September 2015

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

Contacts :

IBC
Kelly Hyde, Head of Marketing
marketing@ibc.org oder +44 (0) 207 832 4104


Source(s) : IBC