Erste Galaxien

20/01/2008 - 19:53 von Ernst Schmidbauer | Report spam
Hallo,

kann man die Galaxien der ersten Generation nach dem Urknall schon
spektroskopisch untersuchen und sehen, dass sie keine schweren Elemente
enthalten? Sind natürlich sehr weit weg und lichtschwach.

Gruss Ernst
 

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#1 Jakob Krieger
20/01/2008 - 23:49 | Warnen spam
- Ernst Schmidbauer


kann man die Galaxien der ersten Generation nach dem Urknall schon
spektroskopisch untersuchen und sehen, dass sie keine schweren Elemente
enthalten? Sind natürlich sehr weit weg und lichtschwach.




Stichwort 'kosmische Linsen'.

| "Dass solch gewaltige Mengen an Staub und schweren
| Elementen schon so früh nach dem Urknall in den
| ersten uns sichtbaren Galaxien existiert haben,
| hàtte vor 10 Jahren noch niemand vermutet," erinnert
| Frank Bertoldi (MPIfR)

http://www.mpg.de/bilderBerichteDok...index.html


| Galaxien und Quasare mit schweren Elementen gab es
| bereits im frühen Universum, wie neue Beobachtungen
| mit terrestrischen Teleskopen, Radioteleskopen, und
| dem Hubble-Weltraumteleskop zeigen. Daraus folgen
| unerwartete Erkenntnisse über die ersten Sterne.

http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~q61/sterne.html


| Spektralbeobachtungen mit dem Röntgenobservatorium
| XMM-Newton ergaben, dass der Quasar APM 08279+5255
| etwa drei Mal mehr Eisen birgt als heute im Sonnensystem
| vorhanden ist. Den Quasar sehen wir zu einer Zeit,
| da das Universum erst rund 1,5 Milliarden Jahre alt war;
| die Sonne dagegen entstand etwa neun Milliarden Jahre
| nach dem Urknall. Das heißt: In dem jungen Quasar
| existierte bereits mehr Eisen als in unserem viel
| àlteren Sonnensystem. Entweder gibt es eine bisher
| unbekannte, jedoch effizientere Art der Eisenproduktion,
| oder das Universum war zu dem Zeitpunkt, als der
| Quasar sein Licht aussandte, wesentlich àlter als
| bisher angenommen.

http://www.weltderphysik.de/de/1126.php


Immer daran denken: Wir können noch nicht lange wirklich
weit aus unserem Sonnensystem rausschauen und haben noch
lange nicht alles entdeckt oder gar begriffen.

Möglicherweise stehen wir kurz vor einer Entdeckung, die
uns zwingt, unsere gesamte kosmologische Sichtweise zu
revidieren - s.u. (*)


Siehe Diagramm dort:

http://universe.nasa.gov/science/darkenergy.html

- danach macht die Materie, wie wir sie kennen und sehen,
gerade mal 4 Prozent dessen aus, was gebraucht wird,
damit das Universum funktioniert - 22 % sind dunkle
Materie, und 74 % dunkle Energie.

Vgl. auch Günther Hasinger:

http://www.mpe.mpg.de/~ghasinger/


(*) Die Lösung besteht aus zwei Möglichkeiten:

1. entweder wir entdecken dunkle Materie und Energie
('dunkel' heißen beide, weil wir sie nicht sehen oder
messen können - wir brauchen/postulieren sie einfach,
damit unser Modell funktionieren kann)

2. oder wir entdecken Tatbestànde, die diese unsichtbare
Materie und Energie unnötig machen.


Beides dürfte Folgen nach sich ziehen, die allenfalls
in ihrer Wirkung auf den Stand unserer Physik mit
Einsteins Theorien vergleichbar sind.

Mögen nun einige Leute schreen: "Beweise, Beweise!",
so frage ich hier schon mal nach Gegenvorschlàgen.


Ein Universum aus 96 % unsichtbarer Materie und Energie
kann jedenfalls nicht als der Weisheit letzter Schluss
betrachtet werden.


Ich erinnere an den Äther, der als unabdingbare
Voraussetzung für die Wellenausbreitung im luftleeren
Raum galt - bis bewiesen wurde, dass er jedenfalls in
der postulierten Form nicht existiert (gleichwohl ist
heute bekannt, dass der Raum keineswegs 'nichts' ist -
wàre er 'nichts', könnten wahrscheinlich auch keine
Photonen durchfliegen).

Aber: Der Beweis, dass der Äther in angenommener Form
nicht existiert, hat unsere Physik komplett veràndert;
die Erkenntnis, (1) was dunkle Materie und Energie in
Wirklichkeit sind oder (2) dass sie aufgrund neuer
Entdeckungen obsolet sind, wird das gleiche bewirken.


Spekulation: Vielleicht ist der Urknall ein Holzweg,
und das Universum ist ewig, aber in ewigem Wandel. Die
beobachtete Expansion kann durchaus auch dadurch
begründet sein, dass sich die Raumzeit selbst in ihrem
Wesen àndert.

Wir selbst werden geboren und sterben. Aber die Materie,
aus der wir bestehen, wird stets wiederverwendet, und
unser Körper erneuert sich stàndig (baut sich aus immer
neuer Materie um und auf), obwohl er zusehends altert.

Vielleicht sind Anfang und Ende gar nicht die Prinzipien,
die hinter allem stehen. Vielleicht sind Anfang und Ende
ja nur Zeitpunkte in einer Metamorphose des Ewigen.

Vielleicht steckt ja ein tieferer Sinn hinter
"ab aeternitate ad aeternitatem [amen]".

Ich bin kein glàubiger Mensch und will das Universum
ganz bestimmt nicht in Richtung Bibel trimmen.


Aber genauso wenig, wie ein paar Sàtze aus dem 1. Buch
Mose in der Lage sind, Darwin zu widerlegen, sind unsere
Lehrbücher in der Lage, die Welt endgültig zu erklàren.


So, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift.


Ja, man kann diese Galaxien spektroskopisch untersuchen
und entdeckt dabei Dinge, die nicht vorgesehen waren.


no sig

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