Erstellen von Backup so automatisieren dass Unerfahrene damit zurechtkommen?

03/04/2014 - 11:54 von Ulrich D i e z | Report spam
F'Up an de.comp.misc

Hallo,

bei den von mir persönlich zu betreuenden Rechnern verfahre ich
derzeit hinsichtlich Datensicherung wie folgt:

Die Daten des betreffenden Rechners werden auf eine externe
USB-Festplatte gesichert.

Monatlich, und immer bevor größere bzw möglicherweise kritische
Eingriffe ins System durchgeführt werden, wird auf der externen
USB-Festplatte eine Image-Datei der kompletten internen Festplatte
des betreffenden Rechners abgelegt sodass die interne Festplatte
ggfs aus der Image-Datei wiederhergestellt werden kann.
Der betreffende Rechner wird dazu von der CloneZilla-Live-CD
gebootet, d.h. fürs Spiegeln/Wiederherstellen wird die
Backup-Software CloneZilla verwendet.
Auf die externe Festplatte passen acht Sicherungen und bevor
zwecks Datensicherung ein neues Image angelegt wird, wird
dort das àlteste Image gelöscht.
Die Images sind nicht (.tgz- oder .bz-) komprimiert und es werden
nur diejenigen Bereiche gesichert, die auch verwendet werden.
Da die Images nicht komprimiert sind, können sie, wenn man zB
von der Knoppix-Live-DVD bootet, als eigenstàndige Dateisysteme
(mit lediglich Lese-/Kopierzugriff) im Linux-Dateisystem gemountet
und gesichtet/"durchforstet" werden.
Da in den Images nur diejenigen Bereiche der Festplatte gesichert
sind, die auch verwendet werden, kann man notfalls auch auf einem
kleineren Volume wiederherstellen.
Es gibt also rückwirkend für jeden der letzten acht Monate ein
Image der kompletten Festplatte.

Zusàtzlich zu den Images der kompletten Festplatte werden an
den Abenden jener Tage, an denen ich am betreffenden Rechner
gearbeitet habe, sàmtliche geànderten "Arbeitsdateien" ebenfalls
auf externe Festplatte gesichert. Inkrementell. Das mache ich
ebenfalls "von Hand" und verwende dazu die Knoppix-Live-DVD
bzw von dort das Programm rsync.

Immer wenn ein Image der kompletten Festplatte angelegt wird,
werden sàmtliche abendlichen inkrementellen Sicherungen gelöscht.
Damit gibt es rückwirkend für jeden Computerarbeitstag seit der
letzten "Komplettsicherung" ein inkrementelles Backup der
Arbeitsdateien.

Zusàtzlich führe ich inzwischen noch für jeden Rechner "von Hand" ein
"Installationsjournal" in einer MariaDB-Datenbank, sodass ich einerseits
chronologische Berchte darüber haben kann, was wann am Rechner
gemacht worden ist (ein- oder ausgebaut, installiert oder deinstalliert),
andererseits aber auch den derzeitigen Zustand (Liste der derzeit
installierten Software incl verwendeter Version / Liste der derzeit zu
einem Arbeitsplatz gehörende Hardware etc) abrufen kann.

All dies erfordert ein gewisses Mindestmaß an Computerkenntnissen
und an Einarbeitung in die verwendeten Dinge.

Das ganze steht und fàllt mit der Integritàt der für die Sicherung
verwendeten externen USB-Festplatten.


Ich habe mir überlegt, anstatt einzelne USB-Festplatten zu verwenden,
könnte ich einen über USB oder eSata anschliessbaren externen
RAID-1-Verbund mit mehreren Festplatten verwenden. Wenn davon
dann eine Festplatte ausfàllt, sind die Sicherungen trotzdem noch
vorhanden. Allerdings wàre ich dann wohl auf das Funktionieren
des RAID-Controllers angewiesen. Oder gibt es inzwischen Systeme,
mittels derer man identische Sicherungen auf mehreren Festplatten
so anlegen kann, dass notfalls nur eine einzige dieser Festplatten -
auch dann, wenn sie aus dem Festplattenverbund ausgebaut ist -
fürs Wiederhrstellen der Daten des gesicherten Systems ausreicht?

Ausserdem könnte man das ganze vielleicht noch weiter automatisieren
sodass ich nicht immer die Sicherungen bei jedem Rechner "von Hand"
machen muss. Und zwar, indem man im Netzwerk ein NAS-Device unterhàlt,
welches automatisiert nach Zeitplan die jeweiligen Komplett-Image-
Sicherungen bzw inkrementellen Sicherungen der einzelnen Rechner auf
den RAID-Verbund vornimmt.

Leider kenne ich mich mit NAS und RAID nicht gut aus.

Meine Fragen:

Ein NAS-Device müsste, um sie komplett spiegeln zu können, auf die
Festplatte desjenigen Rechners zugreifen, dessen Festplatte gespiegelt
werden soll.
Auf welche Weise verschafft sich heutzutage ein NAS-Device den
nötigen Zugriff auf die Festplatten anderer zu sichernder Rechner?

Backup über Netzwerk kenne ich von CloneZilla und von früher noch
von NortonGhost. Bei diesen Systemen ist es nötig, dass alle beteiligten
Rechner vom CloneZilla-Boot-Medium gebootet sind bzw dass auf allen
beteiligten Rechnern die NortonGhost-Software làuft.

Wenn man das ganze mit einem NAS-Device macht - heisst das dann,
dass im "Arbeitsbetriebssystem" des über Netzwerk zu sichernden Rechners
eine Software installiert sein muss, welche dem NAS-Device fürs Sichern
den "Spiegelungszugriff" auf die Festplatte dieses Rechners ermöglicht?

Was ist, wenn diese im "Arbeitsbetriebssystem" des über Netzwerk zu
sichernden Rechners installierte Software durch Malware korrumpiert wird?

Von welchem Geràt wird üblicherweise bei solchen Systemen nach
Zeitplan das Datensichern veranlasst? Vom NAS-Device oder vom zu
sichernden Rechner?
Werden die zu sichernden Daten über das Arbeitsbetriebssystem des
zu sichernden Rechners an das NAS-Device geliefert oder werden sie
über das Betriebssystem des NAS-Device geholt?

Gibt es Systeme, bei denen das NAS-Device automatisiert veranlassen
kann, dass der zu sichernde Rechner (zunàchst heruntergefahren und
dann) - statt vom "Arbeitsbetriebssystem" - über Netzwerk oder sonstwie
(zB mit einem auf diesem Rechner in versteckter Partition gehaltenen)
von einem nur fürs Sichern/Wiederherstellen verwendeten vom Internet
abgekoppelten Betriebssystem gebootet wird?

Falls es so etwas gibt:

Wo kann ich mehr darüber erfahren? Was kostet so etwas?
Gibt es Links zu Web-Seiten/Videos/Beschreibungen, wo man sich
anschauen/in Erfahrung bringen kann, wie die Bedienungsoberflàchen
für solche Systeme aussehen und wie so etwas funktioniert?

Mit freundlichem Gruß

Ulrich
 

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#1 Uwe Buschhorn
03/04/2014 - 20:12 | Warnen spam
Ulrich D i e z schrieb:


All dies erfordert ein gewisses Mindestmaß an Computerkenntnissen
und an Einarbeitung in die verwendeten Dinge.



eben. Dennoch ist auch für mich das Imaging die beste Sicherungsmetode.

Die Automatisierung auf die Spitze treiben kann man mit TrueImage. Im
Windows legt man erstmal einen Benutzer "Datensicherung" an. Wird er
angemeldet, startet TrueImage einen Batch und macht auf eine externe
Festplatte ein inkrementelles Teilimage. Nach Fertigstellung muß
"Datensicherung" nur abgemeldet werden. TrueImage wird dadurch beendet und
die Platte abgemeldet. Sie kann dann abgezogen werden. Der Anwender muss
also nur noch

- Platte anstecken
- "Datensicherung" anmelden
- Kaffee trinken
- "Datensicherung abmelden
- Platte abziehen


Das ganze steht und fàllt mit der Integritàt der für die Sicherung
verwendeten externen USB-Festplatten.



Ne, das steht und fàllt mit der Anzahl der Generationen und Platten. Eine
Platte kann immer mal ein Problem bekommen. Zwei sind absolutes Minimum,
ab drei Platten wird es sehr sicher. Und dann rotiert man damit.

Ein NAS-Device



ehrlich gesagt sind mir einzelnen externe Platten, die nur zum Zwecke des
Backup überhaupt aus der Schublade geholt werden, sicherer. Aber natürlich
kommt das auch auf die Anwendung und Datenmenge an.

Grüße,



Uwe Buschhorn

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