Exchange und SSD

14/06/2009 - 23:19 von Robert Gerster | Report spam
Hallo.

SolidState sind ja inzwischen in einen bezahlenbaren Bereich gekommen. Einen
Standard Exchange passt ja wunderbar auf zwei gespiegelte 128 GB HDDs. Die
Frage ist, macht es Sinn? Bringen die erheblich geringeren Zugriffszeiten
auch einen spürbaren Unterschied?

Danke. Gruss Robert
 

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#1 jens m. guessregen
16/06/2009 - 08:56 | Warnen spam
SolidState sind ja inzwischen in einen bezahlenbaren Bereich gekommen.
Einen Standard Exchange passt ja wunderbar auf zwei gespiegelte 128 GB
HDDs. Die Frage ist, macht es Sinn? Bringen die erheblich geringeren
Zugriffszeiten auch einen spürbaren Unterschied?



Robert, dass kann man so pauschal nicht sagen.
Dazu verhalten sich die SSD noch zu unterschiedlich.Zudem gibt es derzeit
zwei unterschiedliche Technologien, MLC und SLC, von denen MLC auf Grund der
deutlich geringeren MTBF für einen 24h Betrieb im Server eigentlich gar
nicht geeignet sind. SLC sind typische SSD für Server, aber auch da gibt es
gewaltige Unterschiede. Die Zugriffszeiten sind da eher nebensàchlich,
entscheidend sind eher die nicht sequentiellen Übertragungsraten in beiden
Richtungen. Und gerade beim Schreiben klemmt es noch bei vielen SSD's,
teilweise liegen die Werte deutlich unter denen guter SATA oder SAS Platten.
Ich selber habe hier versuchsweise einen File-Server (w2K3 x64 R2) mit Intel
SLD X25-S aufgesetzt gehabt. Die IOmeter Messungen an einzelnen X25S (ohne
Raid) haben hier selbst eine Velociraptor deutlich hinter sich gelassen
sowohl beim Schreiben, als auch beim Lesen. Das ganze liess sich dann noch
erheblich steigern durch ein Raid 10 Verbund, aber dieser Versuch macht dann
auch die Grenzen ganz deutlich, die dann über das System selber gesetzt
werden. Zum einen muss ein Raid Controller her, der die Bandbreite am
PCI-Express Bus bereitstellen kann. Zum anderen muss das System die Daten
noch in entsprechender Geschwindigkeit verarbeiten können und letztlich über
den Netzwerkadapter raus bekommen. Und hier sitzt dann mit den 1G/s Ethernet
Karten der grösste Flaschenhals. Da bleiben dann von den 4,5 GBit/s, die der
Adaptec mit Raid10 und Intel X25S liefern konnte, gerade mal 800Mbit/s
übrig.

Betrachtet man dann mal die Kosten (X25S mit 64 Gbyte liegt derzeit bei 600
Euro, Adaptec bei 500-600 Euro), dann stehen mal eben rund 3000 Euro auf dem
Papier. Dafür bekommt man zwar ein sehr schnelles HDD/SSD Subsystem,
verbunden mit deutlich geringerem Stromverbrauch (ca. 10% einer typischen
Server HDD), aber nach aussen hin wird das System nicht so gravierend
schneller, dass ich es wirklich für sinnvoll halten würde, zumal bei 4 SSD's
der geringere Stromverbrauch gegenüber dem Gesamt-System noch nicht so stark
ins Gewicht fàllt, wie wenn man 10 oder 20 von den SSD's verwenden würde.

Ich denke mal, dass man derzeit eher in grosszügigeren Hauptspeicherausbau
investieren sollte (bei einem Preis von 30 Euro / GByte) und damit die
Exchange Cache (bei E2K7) deutlich vergrössern kann. Der Effekt sollte dann
deutlich spürbarer werden (bis eben zum nàchsten Flaschenhals NIC).

Gruss Jens

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