Experience 112

14/03/2008 - 18:55 von Jan Bierbaum | Report spam
Hallo zusammen!


Hat sich schonmal jemand an Experience 112 bzw. der Demo probiert?
Letztere war mit auf der aktuellen Gamestar, so daß ich da mal
reingeschaut habe und direkt positiv überrascht. Übrigens gibt's auf der
XXL-Ausgabe derselben Gamestar auch "Clever & Smart". Gar nicht mal so
übel bisher :-)

Für die, die noch nichts vom Spiel gehört haben: Klassisches
Mystery-Szenario mit verlassenem, gestrandetem Boot, auf dem geheime
Experimente durchgeführt worden. Es gibt nur eine Überlebende - Lea Nichols.

Das Besondere ist, da man sie nicht wie üblich via PnC steuert. Als
Spieler kontrolliert man stattdessen das Überwachungssystem des Schiffes
und kann Lea nur indirekte Anweisungen geben bzw. sie über das
Kamerasystem beobachten. Die Spieloberflàche sieht aus wie ein normaler
Desktop. Kamerabilder und ggf. zusàtzliche Steuerelemente gehen als
Fenster auf. Die Geschichte wird durch Lea selbst, Rückblenden und vor
allem durch Stöbern in den eMails und Notizen der Mitarbeiten erzàhlt.
Das Spiel ist also doch recht textlastig.

Ich kann nicht sagen warum, aber obwohl mit der indirekten Steuerung nur
recht simple Ràtsel drin sind, hat mir Demo genügend Spaß gemacht, um
dem Spiel eine Chance zu geben. Es tràgt jedenfalls gehörig zur
beklemmenden Atmosphàre bei nicht direkt eingreifen zu können.

Die größten Probleme, die ich bisher bemerkt habe, sind die sehr
friemeligen Bedienelemente an den Fenstern und die doch recht hohen
Hardwareanforderungen [1]. Mit runtergedrehter Auflösung làuft es hier
aber ganz gut. In der Demo kann man auch nicht speichern, aber ich nehme
mal stark an, daß das in der Vollversion anders ist.

Falls jemand die Demo/das Spiel schon angespielt hat. In der
Rückblicksequenz, die einsetzt nachdem man den größeren Raum in ersten
Abschnitt betritt (hier ein Bild der Sequenz [2]), fehlt mir jeglicher
Ton. Ist das bei euch auch so, oder ein Bug?



[1]
Windows Vista / XP
Pentium IV 2 GHz oder höher
1 GB RAM oder höher
Grafikkarte GeForce 6 mit 128 MB Arbeitsspeicher oder höher


[2] http://dlh.net/new/img//reviews/sho...112_03.jpg
(aus dem Review http://dlh.net/new/disp.php?review-...nce112.dat)




CU, Jan.
 

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#1 Jan Bierbaum
13/04/2008 - 00:04 | Warnen spam
Hallo nochmal!


Keiner, der sich das Spiel mal ansehen will? Schade eigentlich.
Mittlerweile habe ich es nàmlich durch und muß sagen, daß ich durchaus
positiv überrascht war. Ich werde mal eine kurze Einschàtzung abgeben,
evt. bekommt ja doch noch jemand Lust ;-)



Zuerst die negativen Aspekte: Das Spiel hatte bei mir einige Bugs und
bisher gibt es keinen Patch. Es ließen sich zwar alle irgendwie umgehen,
aber nervend ist das schon. Ich hatte auch ein paar Totalabstürze, aber
das war dank der Autosave-Funktion nicht weiter tragisch.

Es gibt einige, *sehr* wenige Stellen, bei denen man unter Zeitdruck
steht. Verlieren/sterben kann man aber nie.

Außerdem war ich vom Ende sehr enttàuscht und bin damit (nach dem
offiziellen Forum zu schließen) nicht alleine. Ohne zuviel verraten zu
wollen, wirkt das Spiel - wie leider so viele andere auch - als wàre
den Entwicklern Zeit und/oder Geld ausgegangen.


Die positiven Aspekte überdecken das Bisherige aber definitiv. Da wàre
zum eine die Innovation. Zum ersten Mal finde ich die Richtung, die
dabei ausprobiert wurde wirklich gut. Es ist kein PnC-Adventure mehr, ja
eigentlich gar kein Adventure und dann doch wieder eins :-)

Man steuert Lea (die Hauptperson), wie schon im vorherigen Post erwàhnt,
nicht selbst. Stattdessen hat man die Kontrolle über das
Sicherheitssystem der Station und gibt ihr über Lichter und Geràte
Hinweise was sie tun soll. Eine direkte Kommunikation findet nie statt.
Klassische Gegenstandsràtsel gibt es daher logischerweise auch keine.

Dafür macht es ungeheuren Spaß sich durch das System zu wühlen, in den
Daten der Mitarbeiter zu stöbern, nach und nach immer mehr Hintergründe
zu erfahren, usw. Die spannende Geschichte tràgt ihren Teil dazu bei,
genauso wie das Interface. Das wirkt wie ein Desktop, auf dem man dann
seine Kamera- und Bedienfenster frei anordnet - perfekte Atmosphàre. Die
Vertonung ist ebenfalls toll. Meist spricht Lea und die wiederum mit der
"deutschen Stimme von Kate aus Lost". Das sagt mir nichts, aber die
Stimme paßt sehr gut :-)

Die Ràtsel sind, wie gesagt, nicht die üblichen. Ein Inventar gibt es
nicht und Gespràchspartner sind extrem rar. Stattdessen entschlüsselt
man Codes, studiert fremde Dateien auf der Suche nach Hinweisen und
erkundet die Station. Erfreulicherweise kommen viele Hinweise dabei
mehrfach vor, so daß man nicht *den* Hinweis übersehen kann und dann
hàngen bleibt.


Über weite Teile des Spiels war ich jedenfalls wie gebannt und konnte es
kaum erwarten, wie alles weitergeht. Man erfàhrt auch erst nach und nach
mehr über die beteiligten Personen, deren Beziehungen und Ambitionen.
Die Spielzeit ist ebenfalls erfreulich lang, obwohl andere der Meinung
waren, sie wàre tw. sehr gedehnt. Ich hatte mehrere Tage zu tun,
mindestens 30-40 Spielstunden schàtze ich. Zugegeben, dauert es schon
lange, wenn man das Schiff einmal durchqueren muß, weil man was
vergessen hat. Aber in der Zeit kann man dann wieder wunderbar in
fremden Dateien stöbern...


Wer Lust hat auf ein sehr ungewöhnliches Spiel mit interessanter
Handlung, der sollte durchaus mal einen Blick riskieren.



CU, Jan.

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