"Experten"-Chat bei Stiftung Warentest

30/05/2009 - 12:04 von Christoph Schneegans | Report spam
Hallo allerseits!

Nachdem Stiftung Warentest in Ausgabe 4/2009 sog. "Antivirenpakete"
unter die Lupe genommen hat (vgl.
<news:760e0lF1anclaU1@mid.individual.net> ff.), gab es kürzlich noch
einen "Experten"-Chat zum selben Thema, der in
<http://www.test.de/themen/computer-...67006/>
vollstàndig protokolliert ist. Die Fragen zeigen, daß die Leser
erfreulicherweise nicht jeden Mist schlucken. Die Antworten halte
ich deshalb für aufschlußreich, weil sie auf ganz konkrete Bedenken
überhaupt nicht eingehen, sondern einfach immer wieder das Mantra
herunterleiern, wonach sog. "Antivirenprogramme" vor Viren schützen
würden.

Hier also ein paar Auszüge:

"Feuermauer: Können Sie die Windows-XP-Firewall empfehlen? Reicht
es, wenn man nur diese aktiviert hat?

Peter Knaak: Klares nein! Keine Empfehlung. Unbedingt ein anderes
Programm benutzen. Die XP-Firewall achtet nur auf Eindringlinge von
außen. Wenn sich ein Schàdling eingenistet hat, kann er von innen
aus ungehindert wüten."

Ja, er kann dann z.B. die Firewall abschalten.

"THW: Bringen nachtràgliche Virenscans der Festplatte überhaupt
irgendwas?

Sandra Müller: Natürlich. In dem Moment, wo ich den Virus finde,
kann ich ihn wahlweise in Quarantàne setzen oder löschen.

Peter Knaak: Der Scan nach dem Befall kann kritisch sein, wenn die
Schadsoftware die Antivirensoftware ausschaltet, was heute immer
öfter geschieht. Hier sind Start-CDs mit Linux und einem
Virenscanner von Vorteil."

Frau Müller hat die Frage überhaupt nicht verstanden, leiert aber
sicherheitshalber mal ihr Mantra herunter.

"Laidback: Ihre Testergebnisse sind erschütternd! Kann ich meiner
Oma überhaupt noch raten, ins Internet zu gehen?

Sandra Müller. Wenn die Oma mit einem guten Virenschutz surft,
immer."

Mal wieder das Mantra. Wahrscheinlich ist Omas Rechner schon làngst
verseucht.

"Luibas: Was muss ich bei einem aktuellen Virenbefall tun?

Sandra Müller: Komplett-Scan des Rechners (Festplatte und
Arbeitsspeicher) und gefundene Schàdlinge löschen.

Peter Knaak: Günstig wàre dann, eine Start-CD mit einem Linux und
Virenscanner, wie es bei Avira angeboten wird, nachtràglich über den
Rechner laufen zu lassen."

Keine Wort davon, daß man erst einmal die Netzwerkverbindung trennen
sollte. Das Mantra darf natürlich auch nicht fehlen.

<http://schneegans.de/sv/> · Schema-Validator für XML
 

Lesen sie die antworten

#1 Peter Dassow
01/06/2009 - 20:10 | Warnen spam
Christoph Schneegans schrieb:

[...]
"Laidback: Ihre Testergebnisse sind erschütternd! Kann ich meiner
Oma überhaupt noch raten, ins Internet zu gehen?

Sandra Müller. Wenn die Oma mit einem guten Virenschutz surft,
immer."

Mal wieder das Mantra. Wahrscheinlich ist Omas Rechner schon làngst
verseucht.

"Luibas: Was muss ich bei einem aktuellen Virenbefall tun?

Sandra Müller: Komplett-Scan des Rechners (Festplatte und
Arbeitsspeicher) und gefundene Schàdlinge löschen.
[...]



Hallo Christoph,

meinst Du nicht auch dass diese Art der Diskussion nichts bringt ?
Ich bin der Meinung, dass es beliebig viele DAUs gibt, die eben nicht
ein umfassendes, technisches Verstàndnis ihrer Rechner und der benutzten
Software besitzen.
Damit solche DAUs trotzdem Ihren Rechner benutzen können, ist es doch
besser, überhaupt Maßnahmen zu ergreifen. Maßnahmen, die nicht einen
vollstàndigen Schutz bieten, aber den Zustand verbessern.
Ich bin nur gegen die Meinung, dass ein Virenscanner das heilbringende,
alleinig schutzbringende Stück Software ist. Dennoch ist ein
Virenscanner (mit Realtime-Scan) besser als gar nichts.
Wer das nicht versteht, dem kann man nicht mehr helfen.

Mfg
Peter

P.S.: Den 100%igen Schutz wirst Du auch mit klugem Sachverstand (nur die
benötigten Dienste laufen lassen, nur mit eingeschrànkten Rechten
arbeiten usw. usw.) nicht erreichen, denk' da mal drüber nach.

Ähnliche fragen