Fehlerstromschutzschalter und Sommerzeit

28/03/2009 - 21:47 von Werner Holtfreter | Report spam
Hallo, Post+FollowUpTo: de.sci.ing.elektrotechnik

morgen wird wieder die làstige Verschiebung unseres Lebensrhythmus
um eine Stunde vorgenommen. Kritik und Widerstand unter
www.initiative-sonnenzeit.de

Man sollte das Übel aber nutzen, die Fehlerstromschutzschalter durch
Betàtigung der Prüftaste zu prüfen. Manche netzabhàngige Uhren muss
man nach dem damit verbundenen Netzausfall sowieso wieder stellen,
womit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wàren.

Nun zum eigentlichen Anliegen, mehr für die Elektrofachleute:

RCDs hatte man früher nur, wo eine ausreichend niederohmige Erde
fehlte oder die Nullungsbedingung nicht einzuhalten war. Dann kamen
die Bàder als Orte besonderer Gefàhrdung hinzu und jüngst wurde die
Pflicht zur Installation des RCD auf alle laienbedienbaren
Steckdosen erweitert.

Natürlich ist damit ein Sicherheitsgewinn verbunden:

- Die Verletzung der Nullungsbedingung durch extra-lange
Verlàngerungsleitungen wird entschàrft.

- Der Weiterbetrieb von Betriebsmittel mit Isolationsfehlern
(Stromfluss zurück über Schutzleiter) wird verhindert, was
besonders nützlich ist, da dieser erste Fehler oft unbemerkt
bleibt und eine nachfolgende mögliche Schutzleiterunterbrechung
zur akuten Gefahr führt, unter Umstànden auch an intakten Geràten.

- Schutz bei direktem Berühren. (Z.B. Fön fàllt in Badewanne.)

Es gibt aber auch schwere Nachteile:

(1) Die Summierung der Fehlerströme, die bei Elektrowàrmegeràten
oder elektronischen Geràten erheblich sein können, kann zur
Auslösung führen. Die Fehlersuche ist für den Laien schwierig
bis unmöglich, zumal wenn die Auslösung immer wieder sporadisch
erfolgt.

(2) Die Selektivitàt bei Isolationsfehlern ist dahin.

(3) Die empfohlene halbjàhrliche Probeauslösung der RCDs führt 2 x
im Jahr zur Spannungsabschaltung. Uhren und andere Geràte
verlieren ihre Daten. Wozu leisten wir uns ein Versorgungsnetz
mit denkbar seltenen geplanten und ungeplanten Ausfàllen, wenn
wir uns dann in der Installation 2 x im Jahr einen geplanten
Ausfall leisten?

(4) Teuer.

Die Punkte 1 und 2 sind lösbar durch Einbau von RCBO anstelle von
LS. Da diese Geràte aber das 10...20-fache kosten, ist das ein
teurer Spaß. Vielleicht sinkt der Preis ja noch.

Die Spannungsausfàlle durch Prüfung bleiben. Sind sie den
Sicherheitsgewinn Wert? Zu bedenken ist hierbei die "Konstanz des
Elends": Je besser die technische Sicherheit, desto sorgloser der
Umgang damit.

Trotz Verteuerung der Anlage wird es nach wie vor keinen
vollkommenen Schutz geben. Wàhrend man sich heute aus Kostengründen
mit Auslösung bei pulsierendem Gleichstrom zufrieden gibt, könnte
man sie auch bei glatten Gleichstrom verlangen.

Nachgedacht habe ich auch darüber, ob statt Abschaltung eine
akustische Signalisierung eines Fehlerstroms und eventuell eine
billige Tendenzanzeige des aktuellen Fehlerstroms günstiger wàre.
Zwar wàren dann unnötige Abschaltungen kein Thema mehr, aber da der
Fehlerstrom ja auch über den Menschen fließen könnte, wird man wohl
auch Abschaltung verlangen müssen, wenn der Fehler erkannt wird.
Gruß Werner
Bedingungsloses Grundeinkommen:
www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.268+M57f5b5a1a83.0.html
 

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#1 Marcel Müller
28/03/2009 - 22:20 | Warnen spam
Hallo,

Werner Holtfreter wrote:
(3) Die empfohlene halbjàhrliche Probeauslösung der RCDs führt 2 x
im Jahr zur Spannungsabschaltung.



mal ganz davon abgesehen, dass das praktisch niemand macht.

Uhren und andere Geràte verlieren ihre Daten.



Brauchbaren Geràten macht das nichts. Auslösen und gleich wieder rein
und die Uhrzeit sollte überleben. Nur bei Heimservern wird es eng. Die
Stützzeiten reichen ohne USV nun wirklich nicht. Und eine USV für den
Heimbereich ist auch nur bedingt sinvoll, und schon gar nicht deswegen.

Wozu leisten wir uns ein Versorgungsnetz
mit denkbar seltenen geplanten und ungeplanten Ausfàllen, wenn
wir uns dann in der Installation 2 x im Jahr einen geplanten
Ausfall leisten?



Wer macht das? Ich habe noch niemals von so jemanden gehört (außer jetzt
hier).


Nachgedacht habe ich auch darüber, ob statt Abschaltung eine
akustische Signalisierung eines Fehlerstroms und eventuell eine
billige Tendenzanzeige des aktuellen Fehlerstroms günstiger wàre.



Wen interessiert ein akkustisches Warnsignal in Keller, Flur, oder einem
Verteilerràumchen. Das nützt nur, wenn man sich in der Nàhe befindet.

Zwar wàren dann unnötige Abschaltungen kein Thema mehr, aber da der
Fehlerstrom ja auch über den Menschen fließen könnte, wird man wohl
auch Abschaltung verlangen müssen, wenn der Fehler erkannt wird.



So ist das.


Marcel

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