Fernglas für die Astronomie

30/10/2008 - 07:42 von Heiko Schedde | Report spam
Hallo!

Ich wohne zwar in der Stadt, möchte aber trotzdem gerne in die
Astronomie einsteigen, möglichst einfach und ohne schwere und sperrige
Ausrüstung. Wàre es sinnvoll mit einem stàrkeren Fernglas und einem
Stativ zu beginnen? Falls ja, könnte mir jemand eines empfehlen?

Heiko
 

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#1 Fr
30/10/2008 - 11:41 | Warnen spam
Hallo Heiko,

Heiko Schedde schrieb:
Hallo!

Ich wohne zwar in der Stadt, möchte aber trotzdem gerne in die
Astronomie einsteigen, möglichst einfach und ohne schwere und sperrige
Ausrüstung. Wàre es sinnvoll mit einem stàrkeren Fernglas und einem
Stativ zu beginnen? Falls ja, könnte mir jemand eines empfehlen?

Heiko



nach dem Motto "Jedes Fernglas findet seinen Himmel", kannst
du fast alles nehmen, was dir in die Finger kommt. Tatsàchlich
gibt es zwei Faktoren, die das Beobachten aus der Stadt sehr
erschweren können:

Das "Seeing"

Durch verschiedene Temperaturpole über einer Stadt
neigt die Luft zum "Blubbern" und "Brodeln". Schon
bei relativ geringer Vergrößerung sieht man zum
Beispiel den Rand des Mondes unruhig flackern und
auch die Sterne zittern sehr.

Die "Transparenz"
Dunstreiche Luft, noch dazu aufgehellte, ist nicht
besonders durchsichtig, wenn man dahinter (im Weltall)
liegende Objekte beobachten will. Daher ist ein
möglichst dunkler Himmel für die Beobachtung die
beste Voraussetzung.

Ich benutze mehrere Fernglàser:

10 x 50 (AMB, geerbt)

Klein und leicht, gut in der Hand zu halten, wenn man
sich auf eine Parkbank oder Isomatte legt. Auch ein
Liegestuhl ist hervorragend für entspannte Beobachtung :)

Was ich damit in dunklen Alpennàchten (!) schon gesehen
habe, kannst du u.a. hier nachlesen:

http://groups.google.com/group/de.s...ode=source

Mit einiger Übung sind viele Messier-Objekte erkennbar.


12 x 60 (Oberwerk, Ebay 120 EUR)
Etwas lichtstàrker, ein richtig gutes Weitfeld-Astroglas.
Habe ich in mehreren Berichten erwàhnt, z.B.

http://groups.google.com/group/de.s...ode=source


20 x 60 (Tento, Ebay 20 EUR)
-
Das ist ein richtig tolles Teil am Himmel! Lichtstàrke
und Vergrößerung sind gerade noch freihàndig für einige
Sekunden haltbar. Auf Stativ hab ich mit dem Ding sogar
schon das Trapez im Orionnebel M42 aufgelöst:

http://groups.google.com/group/de.s...ode=source
http://groups.google.com/group/de.s...ode=source
http://groups.google.com/group/de.s...ode=source

Die Mechanik ist etwas eckig, das Mittelrad zur Fokussierung
làuft unrund und bei Tageslicht ist es keinesfalls randscharf.
Aber am Nachthimmel in dieser Leistungsklasse ein ganz klarer
Tipp!

Falls du einige meiner Berichte gelesen hast, wirst du bemerkt
haben, dass ich Fernglasbeobachtung meistens ohne Stativ mache.
Man muss auch daran denken, dass zenitnahe Beobachtung mit dem
Fernglas auf Stativ nur Spaß macht, wenn das Fernglas einen
45- oder 90-Grad-Einblick hat. Zenitnah ist der Himmel meist
am dukelsten und die Objekte dort sind am besten zu sehen ...

Viel Vergnügen beim Einstieg und klaren Himmel!

Frank (aus den verschneeregneten, nasskalten, umgemütlichen Alpen)

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