Feynman Vorlesungen, Selbstwechselwirkung des Elektrons

28/08/2007 - 08:18 von Rudolf Pfeiffer | Report spam
Hallo!

In Kapitel 28 von Band 2 seiner Lectures diskutiert Feynman die
Selbstwechselwirkung des Elektrons im Rahmen der Maxwell-Theorie und
verschiedener Abwandlungen davon. Er kommt zu dem Schluss, dass keine
dieser klassischen Theorien konsistente Resultate zeitigt.
Anschließend bemerkt er: "Die Maxwell-Theorie enthàlt die
Schwierigkeiten auch jetzt noch, nachdem die quantenmechanischen
Modifikationen gemacht wurden".

Nachdem die Vorlesungen jetzt schon über 40 Jahre alt sind, stellt
sich die Farge, wie der aktuelle Stand zu diesem Thema ist. Feynman
hat die Vorlesungen ja nur ein paar Jahre vor seinem Nobelpreis für
die QED gehalten. Wurden die Inkonsistenzen innerhalb dieser zwei
Jahre ausgeràumt oder hat Feynman die Schwierigkeiten etwas
übertrieben?

R. Pfeiffer
 

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#1 Hendrik van Hees
29/08/2007 - 03:28 | Warnen spam
Rudolf Pfeiffer wrote:

Hallo!

In Kapitel 28 von Band 2 seiner Lectures diskutiert Feynman die
Selbstwechselwirkung des Elektrons im Rahmen der Maxwell-Theorie und
verschiedener Abwandlungen davon. Er kommt zu dem Schluss, dass keine
dieser klassischen Theorien konsistente Resultate zeitigt.
Anschließend bemerkt er: "Die Maxwell-Theorie enthàlt die
Schwierigkeiten auch jetzt noch, nachdem die quantenmechanischen
Modifikationen gemacht wurden".


Nachdem die Vorlesungen jetzt schon über 40 Jahre alt sind, stellt
sich die Farge, wie der aktuelle Stand zu diesem Thema ist. Feynman
hat die Vorlesungen ja nur ein paar Jahre vor seinem Nobelpreis für
die QED gehalten. Wurden die Inkonsistenzen innerhalb dieser zwei
Jahre ausgeràumt oder hat Feynman die Schwierigkeiten etwas
übertrieben?



Hinsichtlich der klassischen Elektrodynamik hat Feynman auch heute noch
recht. Aber warum sollte uns das stören? In Sachen QED war Feynman imho
ein bißchen zu selbstkritisch. Wir haben zwar bis dato keine exakte
Lösung der 1+3-dimensioneln QED, und es ist auch keineswegs sicher, ob
eine solche überhaupt existiert, aber immerhin kann man in jeder
Ordnung der Störungstheorie die Probleme durch Renormierung lösen. Für
wesentliche Beitràge zu dieser modernen Form der Renormierungstheorie
und kovarianten QED hat Feynman (zusammen mit Schwinger und Tomonaga)
den Nobelpreis erhalten.


Hendrik van Hees Texas A&M University
Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366
Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366
http://theory.gsi.de/~vanhees/faq mailto:

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