FI wirklich sinnvoll?

05/09/2010 - 11:49 von bernd | Report spam
Ja, ja, ich weiß, daß einschlàgige Regelwerke den FI heute
vorschreiben. Aber ich will nur in meiner FI-losen Altinstallation
einen zusàtzlichen Kreis für eine Gartensteckdose ergànzen. Dazu müßte
ich statt billigem LS eine teurere FI/LS-Kombi setzen oder
(hoffentlich nicht !!!) gleich die ganze Verteilung auf FI umbauen.
Nur erschließt sich mir die Notwendigkeit nicht ganz. Ein FI-Schutz
wirkt nur wenn in einem Geràt gleichzeitig zwei Fehler auftreten:
einmal muß die Phase mit dem Gehàuse in Berührung kommen und
gleichzeitig muß aber durch einen zweiten Fehler der Schutzleiter
unterbrochen sein. Die Kombination zweier Fehler senkt ihre
Eintrittswahrscheinlichkeit ganz gewaltig.
Weiterhin ist heute der allergrößte Teil aller Haushaltsgeràte
schutzisoliert, hat ein Kunststoffgehàuse und keinen Schutzleiter
mehr. An der Gartensteckdose sollen ein Rasenmàher (Kunststoffgehàuse,
kein Schutzleiter), ein Hàcksler (ebenfalls Kunststoffgehàuse) und
diverse Elektrogeràte betrieben werden, die alle ebenfalls
Kunststoffgehàuse ohne Schutzleter besitzen.
Entspricht eine FI-Absicherung da nicht dem Vorgehen, zusàtzlich zu
Gürtel und Hosentràger auch noch die Hose am Hemd festzutackern?
Irgendwie könnte ich mir vorstellen, daß die FI-Vorschrift
haptsàchlich zur Subvention der Elektroindustrie dient.
Gibt es eigentlich Statistiken, die den Rückgang von Elektrounfàllen
nach Einführung von FI-Absicherung nachweisen?
Übrigens habe auch ich eine FI-Absicherung. Sie ist zu meinem Schutz
Bestandteil der Steckdosenleiste am Arbeitstisch, da ich dort
gelegentlich Geràte zur Untersuchung und Reparatur öffne, wobei in
heutigen Geràten die Netzzuleitung auch bei geöffnetem Geràt meist
noch zusàtzlich gegen Berührung geschützt ist. An diesem Platz sehe
ich auch den Sinn des FI ein.
Gerne lasse ich meine Meinung von Euch korrigieren, wenn ich auf dem
Holzweg bin (der ist übrigens als Isolator ein hervorragender Schutz,
wenn er nicht naß ist...).
Danke
Bernd
 

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#1 Jan Kandziora
05/09/2010 - 12:42 | Warnen spam
bernd schrieb:
Ein FI-Schutz
wirkt nur wenn in einem Geràt gleichzeitig zwei Fehler auftreten:
einmal muß die Phase mit dem Gehàuse in Berührung kommen und
gleichzeitig muß aber durch einen zweiten Fehler der Schutzleiter
unterbrochen sein.



Falsch. Der FI wirkt bei erheblich geringeren Fehlerströmen als der
Sicherungsautomat. Nicht erst wenn PE völlig unterbrochen ist gibt der FI
erheblich mehr Sicherheit.


Weiterhin ist heute der allergrößte Teil aller Haushaltsgeràte
schutzisoliert, hat ein Kunststoffgehàuse und keinen Schutzleiter
mehr.



Und in diesen Fàllen wird ein Sicherungsautomat *gar nicht* auslösen, weil
der Fehlerstrom viel zu gering wàre. Schutzisolierung hin oder her, ich
würde bei Chinaware nicht darauf vertrauen, dass die Schutzisolierung
tatsàchlich greift. Steckernetzteile mit Gehàusen aus billigstem
Bruchplastik sprechen eine klare Sprache.


An der Gartensteckdose sollen ein Rasenmàher (Kunststoffgehàuse,
kein Schutzleiter), ein Hàcksler (ebenfalls Kunststoffgehàuse) und
diverse Elektrogeràte betrieben werden, die alle ebenfalls
Kunststoffgehàuse ohne Schutzleter besitzen.



Und das Anschlusskabel? Wie schnell fàhrt man mit einem Rasenmàher aus
versehen über ein Kabel? Auch hier wird's in 1/3 aller Fàlle nur den L
erwischen und da schaltet im Zweifel wieder nur der FI zuverlàssig ab.

Mit freundlichem Gruß

Jan

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