Finnische Musikergewerkschaft: Universal verliert Prozess über Internet-Musikrechte vor dem Marktgericht

26/03/2015 - 16:07 von Business Wire
Finnische Musikergewerkschaft: Universal verliert Prozess über Internet-Musikrechte vor dem Marktgericht

Zwei Söhne des verstorbenen Albert Järvinen, vor allem bekannt als Gitarrist der finnischen Rock'n'Roll-Band Hurriganes, haben einen klaren Sieg gegen Universal Music Finland vor dem Marktgericht Helsinki in Bezug auf die Internetrechte an zwei Alben errungen, die ursprünglich in den frühen siebziger Jahren veröffentlicht wurden. Der Fall wurde im Auftrag der Künstler, also den Rechteinhabern, mit Prozesskostenhilfe durch die finnische Musikergewerkschaft geführt.

Das Gericht hielt fest, dass Universal nicht berechtigt war, die Aufnahmen über das Internet öffentlich verfügbar zu machen, da die Rechte ausschließlich für physische Tonträger gewährt worden waren. Universal war nicht in der Lage, das Vorliegen einer Vereinbarung zwischen dem Künstler und dem Label nachzuweisen, welche die Internetnutzung erlaubt. Darüber hinaus konnte Universal das Gericht weder von einer allgemeinen Geschäftspraxis noch von einer stillschweigenden Hinnahme überzeugen, die es ihm erlaubt hätten, die Aufnahmen in Internetdiensten zu verwenden. Das Urteil verpflichtet Universal, die ersten beiden Hurriganes-Alben aus den Internetangeboten zu entfernen. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro.

Ahti Vänttinen, Präsident der finnischen Musikergewerkschaft, ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Unserer Ansicht nach ist ein großer Teil, wenn nicht sogar die Mehrzahl des auf Tonträgern befindlichen älteren Repertoires aus allen Ländern, das heute in Internet-Musikdiensten weltweit verwendet wird, nicht in ausreichendem Maße von den Künstlern lizenziert worden. Die Labels dürfen nicht automatisch davon ausgehen, dass sie über die Rechte verfügen, sondern sie müssen sich darüber mit den Künstlern verständigen. Es ist unglaubwürdig, davon auszugehen, dass Plattenverträge aus den 1960er-, 1970er- oder selbst den 1980er-Jahren Bestimmungen zur Internetnutzung beinhaltet hätten. Erst in den späten 1990er-Jahren begannen wir, Bestimmungen in Bezug auf die elektronische Verbreitung vorzusehen, und selbst heute wird diese Art der Nutzung häufig noch nicht vertraglich festgehalten.“

Benoît Machuel, Generalsekretär der International Federation of Musicians (FIM), ist mit der Entscheidung ebenfalls zufrieden: „Wir begrüßen dieses Urteil, das klarstellt, dass die großen Musiklabels ihre ungerechten Verträge nicht einseitig dahingehend neu auslegen können, dass sie für die Künstler noch ungerechter werden. Es ist an der Zeit, Geschäftsmodelle und Rechtsvorschriften neu zu gestalten, um den Künstlern einen fairen Anteil an den Umsätzen zu gewähren, die durch die Online-Nutzung ihrer Musik erwirtschaftet werden.“

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Finnische Musikergewerkschaft
Ahti Vänttinen
Präsident
ahti.vanttinen@muusikkojenliitto.fi
oder
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Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Source(s) : Finnish Musicians’ Union