[Frage] Nikon D-Lighting

18/03/2015 - 20:29 von Johannes Leckebusch | Report spam
Taucht in einem meiner Buchkapitel auf. Ich habe danach gegoogelt:

https://nikoneurope-de.custhelp.com..._id/22887/~/aktives-d-lighting

woraus hervorgeht, wozu das gut sein soll, aber nicht, was es eigentlich
macht. Der Autor schreibt in seinen technischen Anmerkungen, er habe "a
single shot in RAW format" gemacht. Das wundert mich, weil ich zunàchst
gedacht hàtte, das wàre etwas, was die Kamera anwendet, wenn man sie
JPEGs ausgeben làsst oder vielleicht ein internes "Bracketing"?

Kann mir jemand mehr dazu sagen?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen: Johannes Leckebusch (AR1)

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#1 Dieter Lefeling
18/03/2015 - 21:04 | Warnen spam
Johannes Leckebusch schrieb:

Taucht in einem meiner Buchkapitel auf. Ich habe danach gegoogelt:



Du schreibst ein Buch über Dinge, die Du googeln musst?

woraus hervorgeht, wozu das gut sein soll, aber nicht, was es eigentlich
macht. Der Autor schreibt in seinen technischen Anmerkungen, er habe "a
single shot in RAW format" gemacht. Das wundert mich, weil ich zunàchst
gedacht hàtte, das wàre etwas, was die Kamera anwendet, wenn man sie
JPEGs ausgeben làsst oder vielleicht ein internes "Bracketing"?

Kann mir jemand mehr dazu sagen?



Möglich.

Aktives D-Lighting ist eine Art Kontrastausgleich, bei dem die Tiefen
angehoben und ggf. die Lichter (etwas) abgesenkt werden. Dadurch
bekommen die Schatten mehr Zeichnung, ohne dass die Lichter leiden.
Quasi sowas àhnliches (!) wie "Tiefen und Lichter" in Photoshop.

Es handelt sich also um eine Bildbearbeitung der Kamera, die diese im
Falle des aktiven (!) D-Lightings auf dem Weg von der Rohdatei zum JPEG
anwendet. Etwas Ähnliches (aber nicht das Gleiche) gibt es bei Canon in
Form der "automatischen Belichtungsoptimierung" (ALO), die Du an Deiner
5DII hast.

Beim aktiven D-Lighting nutzt die Kamera also die Tatsache, dass in den
Rohdaten erheblich mehr Dynamik vorhanden ist als spàter im JPEG sauber
darstellbar wàre, und sie nutzt diese Mehrinformation für ein JPEG mit
besserer Schatten- und Lichterzeichnung.

Aktives D-Lighting ist bei den einfachen Kameramodellen nur an- und
abschaltbar, wàhrend ab der Mittelklasse (neuerdings auch darunter)
mehrere Stufen wàhlbar sind. So làsst sich der Effekt von sehr leicht
über mittelstark bis stark ausgepràgt einstellen. IIRC gibt es auch eine
"Automatik"-Einstellung, in der die Kamera den Korrekturbedarf selbst
festlegt.

Neben dem aktiven D-Lighting gibt es auch einfaches (nicht-aktives)
D-Lighting. Dies wird in àlteren Nikon-DSLRs (sogar in Kompaktkameras)
ausschließlich angeboten und geschieht als *Nachbearbeitung* des Bildes
im Wiedergabemodus, nach seiner Speicherung, also auch nachtràglich am
JPEG. Die Ergebnisse sind natürlich nicht so gut wie mit aktivem
D-Lighting, das mit Rohdaten arbeitet. Vor allem ist in den Lichtern im
Nachhinein nicht mehr viel zu holen, so dass einfaches (nicht-aktives)
D-Lighting im wesentlichen auf die Schatten wirkt.

Wie zu erwarten ist (aktives) D-Lighting auch nachtràglich in der
Raw-Software von Nikon wàhlbar und kann dort vermutlich (ich habe seit
langem keine mehr benutzt) auch wieder abgewàhlt oder variiert werden,
so wie andere Einstellungen auch.

Zu den Details (wann ist die Funktion deaktiviert, das kann z.B. im
M-Modus oder wenn nicht Matrixmessung gewàhlt wurde, oder was geht mit
ADL-Bracketing) siehe die einschlàgigen Kamerahandbücher.

Dieter

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