Frage zu Hardware RAID I

08/11/2008 - 22:17 von Torben Keil | Report spam
Hallo zusammen,

ich möchte hier eine Frage zur Diskussion stellen und Eure Meinungen dazu
haben:

Macht es einen nennenswerten Unterschied, ob man einen Linux-Rechner mit
einem Hardware-Raidcontroller (für RAID 1) aufbaut oder kann man das auch
ohne Performance-Einbußen als LVM/MD laufen lassen?

Der Rechner soll numerische Simulationen durchführen, in denen sehr große
Datenmengen produziert werden.


Der nàchste interessante Aspekt ist: Was passiert im Fehlerfall:
A) Eine der gespiegelten Festplatten gibt auf
B) Der RAID-Controller raucht ab

Was passiert wenn eine Erstatzplatte eingebaut wird. Wenn der
RAID-Controller abraucht: Kann man dann jeden anderen Controller als Ersatz
nehmen? Oder wenigstens die verbliebene Platte ohne RAID-Controller so
auslesen, daß man damit weiterarbeiten kann?


Ich freue mich auf Eure Antworen.

Grüße,
Torben
 

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#1 Joern Bredereck
08/11/2008 - 22:37 | Warnen spam
Torben Keil wrote:

Macht es einen nennenswerten Unterschied, ob man einen Linux-Rechner mit
einem Hardware-Raidcontroller (für RAID 1) aufbaut oder kann man das auch
ohne Performance-Einbußen als LVM/MD laufen lassen?

Der Rechner soll numerische Simulationen durchführen, in denen sehr große
Datenmengen produziert werden.



welche Performance unterm Strich erreicht werden kann, hàngt natürlich
immer vom Einzelfall ab. Bei einem RAID-Controller übernimmt der
Hardware-Chip auf dem Kontroller die Aufgabe, die beiden Platten
synchron zu halten. Bei einem Software-Raid macht das der Linux-Kernel
(und somit deine CPU). Wenn deine CPU schnell genug ist, gibts keinen
merklich unterschied. Wenn du deine CPU von dieser Aufgabe entbinden
möchtest, dann nimm einen Hardware-Controller.

Das gilt allerdings nur für "echte" Hardware-RAID-Controller. In den
letzten paar Jahren haben sich am Markt die sg. Fake-RAIDs durchgesetzt.
Das sind "RAID-Controller" die keinen Hardware-Chip für die
RAID-Verwaltung mitbringen, sondern diesen Teil über den entsprechenden
Treiber erledigen lassen. Letztlich ist das dann eigentlich auch nichts
anderes mehr als ein Software-RAID (MD).

Der nàchste interessante Aspekt ist: Was passiert im Fehlerfall:
A) Eine der gespiegelten Festplatten gibt auf



Bei Linux-MD:

System herunterfahren. Defekte Platte ersetzen. System wieder starten
(vorausgesetzt, der MBR/Grub befinden sich noch auf der verbleibenden
Platte) und dann mit dem mdadm-Befehl die neue Platte dem RAID
hinzufügen. Die Platten werden dann im Hintergrund wieder synchronisiert.

Beim Hardware-RAID: je nachdem, ob Hotswap-fàhig das System
herunterfahren, Platte tauschen un dann gewöhnlich im RAID-Bios die neue
Platte dem RAID hinzufügen.

B) Der RAID-Controller raucht ab



Bei Linux-MD: gibts keinen RAID-Controller. Wenn dein
SATA/IDE/SCSI-Controller kaputt geht, hàngst du die beiden Platten an
einen anderen Controller und kannst ganz normal weiterarbeiten (falls
dein Kernel den Treiber für den neuen Controlle an Bord hat).

Bei einem Hardware-RAID: Controller tauschen. Anschliessend je nach
Geràt im RAID-BIOS ggf. noch das bestehende RAID auswàhlen/bestàtigen
und dann ganz normal booten.


Was passiert wenn eine Erstatzplatte eingebaut wird. Wenn der
RAID-Controller abraucht: Kann man dann jeden anderen Controller als Ersatz
nehmen? Oder wenigstens die verbliebene Platte ohne RAID-Controller so
auslesen, daß man damit weiterarbeiten kann?



Beim RAID1 kannst du die einzelnen Platten meist auch getrennt
voneinander lesen. Beim Linux-MD geht das immer.

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