Frage zu Monitor-Kalibrationsdaten

28/01/2016 - 19:43 von Thorsten Klein | Report spam
Hallo

In einer Anleitung, um unter Linux seinen Monitor zu kalibrieren steht,
man soll die Kalibrierung an diesem Monitor unter Windows durchführen
und danach das Farbprofil, also die .icm bzw. .icc Datei nach Linux
kopieren und dort aktivieren. Dies klappt auch bzw. die
Farbeinstellungen àndern sich damit. Dadurch sind folgende Fragen
aufgetaucht:
- Was steht in den .icc/.icm Dateien (was ist eigentlich der Unterschied
zwischen den beiden Formaten?)?
- Stimmt es, dass man die Dateien zwischen Systemen tauschen kann? Auch
zwischen Computern? Sprich, hat es farblich eine Auswirkung, welche
Hardware der Rechner hat und welches Betriebssystem darauf làuft?
- ist es empfehlenswert, ein Farbprofil bei Tag und eins bei Kunstlicht
anzulegen? Der Spyder5Pro misst ja auch das Umgebnungslicht.

Danke & Gruss,
Thorsten
 

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#1 Marcel Mueller
29/01/2016 - 17:36 | Warnen spam
On 28.01.16 19.43, Thorsten Klein wrote:
In einer Anleitung, um unter Linux seinen Monitor zu kalibrieren steht,
man soll die Kalibrierung an diesem Monitor unter Windows durchführen
und danach das Farbprofil, also die .icm bzw. .icc Datei nach Linux
kopieren und dort aktivieren. Dies klappt auch bzw. die
Farbeinstellungen àndern sich damit. Dadurch sind folgende Fragen
aufgetaucht:
- Was steht in den .icc/.icm Dateien (was ist eigentlich der Unterschied
zwischen den beiden Formaten?)?



Da steht viel drin. Guckst Du http://www.color.org/newiccspec.pdf
icc und icm ist dasselbe.

- Stimmt es, dass man die Dateien zwischen Systemen tauschen kann? Auch
zwischen Computern? Sprich, hat es farblich eine Auswirkung, welche
Hardware der Rechner hat und welches Betriebssystem darauf làuft?



Theoretisch ja, praktisch jein.

Eigentlich /sollten/ Treiber und Grafikkarte beim selben Nutzsignal
hinreichend genau dasselbe Signal erzeugen. Praktisch unterliegen auch
diese Komponenten Toleranzen bzw. unterschieden in der Programmierung.
Kurzum, es wird nicht exakt dasselbe heraus kommen. Aber unter Umstànden
ist es /hinreichend/ gleich.
Seit die D/A Konvertierung im Monitor ablàuft stehen die Chancen dafür
ziemlich gut, wenn nicht gerade der GraKa-Hersteller gemeint hat, alles
im Treiber verschlimmbessern zu müssen.

- ist es empfehlenswert, ein Farbprofil bei Tag und eins bei Kunstlicht
anzulegen? Der Spyder5Pro misst ja auch das Umgebnungslicht.



Noch empfehlenswerter ein einer geeignete Kunstlicht-Beleuchtung, die
sich nicht signifikant von Tageslicht unterscheidet. Eine 950-er Osram
Color Proof Röhre mit 5000K und CRI > 90% kostet gerade mal um die 10€,
also was soll's.

Fakt ist, dass uns unser Auge bei der Bewertung von Farben so manchen
Streich spielt. Man denke nur an die zahlreichen optischen Tàuschungen
mit Farben. Die Farbwahrnehmung ist auf jeden Fall stark kontextsensitiv.

Aber eigentlich müsste die Farbe auf denjenigen und dessen Umgebung
abgestimmt sein, der es spàter mal betrachten soll. Was bringt das beste
mit ICC-kalibriertem Monitor abgestimmte Bild, wenn es die Zielpersonen
dann auf einem ràudigen TN-Bildschirm oder Handy angucken oder der
Digiprinter beim Fotoabzug seine eigene Interpretation zum Besten gibt?


Marcel

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