Frage zum Bellschen Raumschiffparadoxon

04/11/2009 - 10:52 von Gottfried | Report spam
Moin, moin, das genannte Paradoxon kann man hier nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bellsc...fparadoxon

Auszug:










Zwei Raumschiffe beginnen, von einem ruhenden Beobachter gesehen, gleichzeitig
aus dem Stand heraus zu beschleunigen und zwar in Richtung ihrer
Verbindungslinie. Zwischen beiden ist ein Seil gespannt, das bei der
geringsten Dehnung reißt. Reißt das Seil, wenn seine Befestigungspunkte und
jedes Teilstück des Seils in genau gleicher Weise bis zur selben
Endgeschwindigkeit beschleunigt werden?

Da die Befestigungspunkte gleich beschleunigt werden, bleibt ihr Abstand L für
den ruhenden Beobachter unveràndert. Das Seil ist bewegt und wegen der
Làngenkontraktion kürzer als in Ruhe. In Ruhe muss es daher lànger als L sein,
um vom einen Befestigungspunkt zum anderen zu reichen. Das Seil reißt.
<<<

Erklàrung dazu im o.a. Wiki-Artikel.

Was ich nicht begreifen kann ist diese Aussage:











Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs ist, dass aus der Sicht der
Besatzungen beide Beschleunigungen aufgrund der Relativitàt der
Gleichzeitigkeit nicht gleich sind.
Für beide Besatzungen beschleunigt die hintere Rakete langsamer und erreicht
erst nach der vorderen Rakete ihre Endgeschwindigkeit.
<<<

Hmmm.

Wenn beide Raketen im freien Fall sind und sich in der Mitte des
Verbindungseils ein Signalgeber befindet, der auf beiden Seiten die Zündung
auslöst, dann zünden, von der Position des Signalgebers aus, beide Raketen
'gleichzeitig'.

Für die Besatzungen stellt sich das anders dar, denn dann 'sieht' die hintere
Rakete natürlich die Zündunfg der vorderen Rakete spàter als die eigene
Zündung - et vice versa. Wieso sollte dann der obige Satz:


Für beide Besatzungen beschleunigt die hintere Rakete langsamer und
erreicht erst nach der vorderen Rakete ihre Endgeschwindigkeit.



richtig sein?

Ist damit gemeint, daß ja die hintere Rakete dem Lichtblitz des Zündungsfeuers
der vorderen Rakete entgegenfliegt, also den Signal-Weg verkürzt, wàhrend die
vordere dem Lichtblitz der hinteren enteilt, also den Weg verlàngert?






Grüsse, Gottfried
Zen 101: Split hair with a blunt knife.
 

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#1 Norbert Dragon
04/11/2009 - 12:10 | Warnen spam
* Gottfried Namenlos schreibt:

Was ich nicht begreifen kann ist diese Aussage:








Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs ist, dass aus der Sicht der
Besatzungen beide Beschleunigungen aufgrund der Relativitàt der
Gleichzeitigkeit nicht gleich sind.
Für beide Besatzungen beschleunigt die hintere Rakete langsamer und erreicht
erst nach der vorderen Rakete ihre Endgeschwindigkeit.
<<<

Hmmm.

Wenn beide Raketen im freien Fall sind und sich in der Mitte des
Verbindungseils ein Signalgeber befindet, der auf beiden Seiten die Zündung
auslöst, dann zünden, von der Position des Signalgebers aus, beide Raketen
'gleichzeitig'.



Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse hàngt nicht vom Ort des Beobachters
ab, denn zur Feststellung der Gleichzeitigkeit werden die
Lichtlaufzeiten berücksichtigt.

Aber gegeneinander bewegte Beobachter stimmen nicht darin überein,
was gleichzeitig ist.

Abbildung 1.4
http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/relativity/node9.html

Werde beispielsweise jedes Raumschiff mit zwei Stößen
beschleunigt, die für einen ruhenden Beobachter gleichzeitig
stattfinden, so finden die nàchsten Stöße für die Besatzungen,
die nach dem ersten Stoß gegenüber dem ruhenden Beobachter bewegt sind,
nicht gleichzeitig statt, sondern das in Bewegungsrichtung vordere
Raumschiff wird beim zweiten Stoß früher gestoßen als das hintere.

Aberglaube bringt Unglück

www.itp.uni-hannover.de/~dragon

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