Frage zum Thema Speicherdrosseln und Trafos

27/03/2008 - 22:35 von Marcus Woletz | Report spam
Hallo Leute,

ich hoffe, dass ich mich jetzt nicht zum Affen mache, aber es wàre
schön, wenn mir jemand folgende Sachverhalte bestàtigen und/oder
erklàren könnte:

1.) ich meine gelesen zu haben, dass Kernmaterialien mit steiler
Hysteresekurve speziell für Schaltregler geeignet wàren. So weit mir
bekannt ist bedeutet eine steile Hysteresekurve lediglich ein großes ur.
Dadurch geràt der Kern bereits bei kleinen Feldstàrken in die Sàttigung.
Warum soll das vorteilhaft sein (außer dass man für ein gegebenes L
weniger Windungen benötigt)? Ich würde ganz spontan eher Kernmaterialien
mit kleinerem ur (Größenordnung 10..100) wàhlen.
Kann es sein, dass die "Breite" der Hysteresekurve gemeint ist, da eine
kleine Flàche der Hysteresekurve auch generell weniger
Magnetisierungsverluste bedeutet?

2.) Es wird, vor allem bei Schaltnetzteilen, immer von der Problematik
der Gleichstrombelastung durch ungleiche Schaltzeiten der
Leistungstransistoren geschrieben. Mir ist nun nicht klar, welche Folgen
diese "Aufmagnetisierung" durch einen Gleichstrom haben soll. Mir ist
zwar klar, dass es ein Problem geben könnte, wenn der Kern z.B. bei
500mT in die Sàttigung geht, die Gleichstrombelastung 300mT und die
eigentliche Wechselstrommagnetisierung 300mT, also addiert bei jeweils
dem Scheitel der positiven Halbwelle 600mT betràgt, und damit den Kern
in die Sàttigung treibt. Oder ist diese Erklàrung zu einfach und die
Sachverhalte sind komplizierter?

Ich möchte endlich die magnetischen/elektromagnetischen Felder so weit
verstanden haben, dass ich mich da sicher fühle. Ob es dann irgendwann
bis zu Maxwell's Gleichungen reichen wird, mal sehen. Vorerst möchte ich
erstmal Wissen für den praktischen Einsatz ;-)

Vielen Dank schonmal für die Mühe, mein langes Geschreibsel zu lesen.

ciao

Marcus
 

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#1 MaWin
27/03/2008 - 23:16 | Warnen spam
"Marcus Woletz" schrieb im Newsbeitrag
news:

Kernmaterialien mit steiler Hysteresekurve speziell für Schaltregler



Nicht als Speicherspule, sondern nur als Koppeltrafo.
Dummerweise gibt es Schaltregler, die beide beinhalten muessen,
z.B. PC-Netzteile.

Kann es sein, dass die "Breite" der Hysteresekurve gemeint ist



Nein, denn das waeren Hystereseverluste, bei allem ausser EMV-Filtern
unerwuenscht.

Mir ist nun nicht klar, welche Folgen diese "Aufmagnetisierung"
durch einen Gleichstrom haben soll.



Doch, denn du beschreibst sie ja gleich im Nachsatz.
Mit 600mT funktioniert das SNT nicht mehr.
Und es werden sogar mehr als 600mT :-)

Vorerst möchte ich erstmal Wissen für den praktischen Einsatz ;-)



Speicherspulen duerfen bei maximalen Strom nicht in Saettigung gehen,
oder genauer: nicht zu viele Verluste haben, wobei zu viel eine Frage
der gewuenschten Effizienz ist, gegen die Kerngroesse und damit
Kaufpreis angerechnet werden muessen. Kleine Kerne mit zu grossen
Verlusten schlagen nicht nur auf die Bilanz, sondern werden zu heiss.

Damit ein Kern beim Strom nicht in Saettigung geht, muss die
Hyseresekurve breit genug sein. Das macht man bei E-Kernen durch
absichtlich extra eingelegten Luftspalt (n mal Tesa-Film) oder bei
Ringkernen durch verteilten Luftspalt (also bereits bei der
Kaufentscheidung).
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
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