Fragen zu einer PV Anlage

04/03/2010 - 11:33 von Carsten Kreft | Report spam
Hallo,
vorweg: Ich bin einfacher Elektrotechniker-Meister, der vornehmlich Anlagen
für kleine und mittlere Gewerbekunden installiert.
Ich mache Telefonanlagen, Netzwerke, Energieverteilung, Licht und kleinere
Steuerungen.
Das reicht mir, im Bereich PV bin ich nicht tàtig und will es auch gar nicht
werden.

Zur Situation:
Ein Bestandskunde hat zwei Solaranlagen mit je 30kW errichten lassen.
Diese sollen ins Netz einspeisen, im Gebàude existieren zwei Firmen mit je
einem eigenen Trafo, einmal Mittelspannungsmessung, einmal
Niederspannungsmessung.
Im Gebàude befinden sich viele Produktionsanlagen, teilweise simple
Steuerungen, teilweise SPS mit Mess- und Regeltechnik, viele FUs (mit max.
90kW Leistung).
Die Anlagen sind auf dem ausgedehnten Flachdach auf Aluminiumgerüsten
montiert.
Das Gebàude verfügt über keinen Blitzschutz - weder àußeren noch inneren.
Auf dem Flachdach existieren einige Aufbauten (Klimageràte,
Abluftventilatoren), die aber - soweit ich das erkenne - nur über den PE der
Versorgungsleitung geerdet sind, aber keinen Anschluss an die Potischiene
haben. Das Gebàude selber ist relativ exponiert, es liegt auf einem Sattel
und ist dort das zweithöchste Gebàude.
Es existieren wohl Banderder ringsum, die aber leider nicht in Beton
eingebettet sind, sondern lediglich in einer Schotterschicht liegen.
Diese Banderder habe ich noch nicht messen können - ich vermute aber, dass
die nicht mehr so dolle sind.
(Verzinkter Stahl im Schotter, zudem TN-C-S System, also fließt auch Strom
über die Erder.)

Zu den Fragen:
Die Firma, die die Solarzellen montiert hat, möchte gerne "eine Erde".
Sollte es tatsàchlich reichen, einen 16mm² massiv von den Gerüsten zur
Potischiene zu legen?
Die Anlage ist mehrere hundert m² groß, sie ist verteilt auf der ca. 60m x
40m großen Dachflàche.

Ist ein Blitzschutz auf dem Dach micht ratsam?
Ist ein "innerer Blitzschutz" (Überspannungsschutz) zumindest an den NSHV,
wo eingespeist wird, nicht dringend zu empfehlen?
Die PV Anlage selber ist versichert.

Die Anlagen sollen in je eine NSHV je einer der beiden im Gebàude ansàssigen
Firmen einspeisen.
Dies soll wohl nötig sein, da bei nur einer Einspeisung die Anlage als
EInzelanlage mit dann 60kW gewertet würde, was wohl weniger Vergütung und
zusàtzliche Technik (Trenner) bedeuten würde.
Die Einspeisung in die NSHV mit Mittelspannungsmessung ist technisch
unproblematisch (der Netzbetreiber ersetzt - zusàtzlich zum
Einspeisezàhler - den vorhandenen Zàhler durch einen Zweirichtungszàhler)
nur hat keiner der beteiligten Installateure daran gedacht, den Inhaber der
NSHV vorher zu fragen. Hier soll dann der Solaranlagenbetreiber mit dem
Firmeninhaber einen Vertrag machen, so dass die Vergütung, die ja dem
Eigentümer der NSHV (und des Zàhlers) gutgeschrieben wird, an den
Solarbetreiber abgeführt wird.
Die andere 30kW Anlage soll in die NSHV der zweiten im Gebàude ansàssigen
Firma eingespeist werden.
Hier besteht aber eine Niederspannungsmessung in einer Kompakttrafostation
auf der Straße, der Netzbetreiber fordert hier, dass VOR dem Messwandler
eingespeist wird,
da - im Gegensatz zu der Mittelspannungsmessung - ja technisch die
Möglichkeit besteht, im Vorzàhler-Bereich einzuspeisen.
Faktisch bedeutet dies, dass ein zusàtzliches Kabel zur Trafostation gezogen
werden muss und man dort einen zusàtzlichen Abgang mit ungemessenem Strom
erstellt.

Sollte hier jemand eine intelligentere Möglichkeit sehen, die Einspeisung
kostengünstig zu realisieren- her damit.
Gelten denn zwei 30kW Anlagen, die über je einen Einspeisezàhler in den
selben "Hausanschluss" einspeisen, auch wieder als _eine_ Anlage?
Wenn nciht, könnte man die Niederspannungsmessung aus der Trafostation in
die Firma herein verlagern, so dass man dort bequem in den ungezàhlten
Bereich einspeisen könnte.

Letzte Frage:
Eine der NSHV befindet sich in einem eigenen Raum.
Dort wurden die beiden Einspeisezàhler durch den Soalr-Experten montiert.
Nun wàre es ja so, dass beim Abschalten des Leistungsschalters der NSHV der
ganze Raum spannungsfrei wàre - bis auf den einen Zàhler, der dort montiert
wurde, aber an die NSHV der Nachbarfirma angeschlossen wurde.
Ist es nicht so, dass der komplette Raum der NSHV spannungsfrei sein muss,
wenn der Liestungsschalter betàtigt wurde?
Reicht dann ein Warnschild oder muss dieser Zàhler schlicht und einfach
versetzt werden?


Ceterum censeo:
Die Anlage wurde ausschließlich von Firmen errichtet, die nichts anderes als
PV-Anlagen machen.
Ich selber wurde erst involviert, als die Notwendigkleit einer "Erde auf dem
Dach" festgestellt wurde.
Für jegliche Planungsfehler, mangelnde Absprache und so weiter also bitte
nicht mich verantwortlich machen.
Momentan dümpelt die Anlage im Leerlauf vor sich hin, da sich der
Netzbetreiber m.E. zu recht weigert, sie anzuschließen.
 

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#1 Uwe Hercksen
04/03/2010 - 15:10 | Warnen spam
Carsten Kreft schrieb:

Die Firma, die die Solarzellen montiert hat, möchte gerne "eine Erde".
Sollte es tatsàchlich reichen, einen 16mm² massiv von den Gerüsten zur
Potischiene zu legen?
Die Anlage ist mehrere hundert m² groß, sie ist verteilt auf der ca. 60m x
40m großen Dachflàche.

Ist ein Blitzschutz auf dem Dach micht ratsam?



Hallo,

bei einer PV Anlage die hier vor kurzen auf einem Puldach errichtet
wurde fielen mir zusàtzliche Blitzableiter auf als senkrechte Stàbe
zwischen den Solarpanelen. Diese Blitzableiter sind etwa 1,5 m hoch und
in regelmàssigen Abstànden angebracht. Nach dem Blitzkugelmodel dürften
die Panele vollstàndig im Schutzraum dieser Blitzableiter liegen. Höhe
und Abstand der Stàbe zueinander sind also so gewàhlt das die
"Blitzkugel" beim Abrollen über das Dach nur die Spitzen der
Blitzableiter berührt aber nicht die Solarpanele.

Bye

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