Für mich ist die Erde eine Fläche, d'Lisa aus Harvard sieht aber dagegen gleich 11 Dimensionen ( wie meine eigene Theorie auch, 2 Zeit, 9 Raum )

21/10/2012 - 21:18 von Black Rioter | Report spam
In der Wissenschaft gilt die Hàufigkeit, mit der ein Forscher zitiert wird, als Maß seiner Bedeutung. Wenn etwas dran ist an dieser Messmethode, dann ist der derzeit bedeutendste theoretische Physiker blond, drahtig, ziemlich klein - und weiblich.

Wer der aparten Frau im Hosenanzug gegenübersteht, könnte Lisa Randall, 43, für die Abteilungsleiterin eines Kaufhauses halten. Wer ihre resolute Stimme hört und ihr selbstbewusstes Auftreten erlebt, würde ihr auch die Rolle der Geschàftsführerin zutrauen. Aber theoretische Physikerin? Eine Frau, die ihre Tage damit verbringt, Paralleluniversen mittels mathematischer Formeln zu erkunden? Nein, darauf kàme man nie.

Auch in ihrem Büro im Jefferson-Gebàude der Harvard University findet sich keine Spur von kreativem Chaos. Die Tafel, so scheint es, bekritzelt sie nur mit Gleichungen, wenn die Fotografen es wünschen. Und die gewaltige Kirschholzplatte ihres Schreibtischs ist so sauber, dass kein Chirurg zögern würde, darauf zu operieren.

Aber derzeit hat Randall ja auch anderes zu tun, als den Geheimnissen des Universums nachzuspüren. Im Moment ist sie ausreichend damit beschàftigt, die Gesetze der Mediengesellschaft zu erlernen. Dicht dràngen sich in ihrem Kalender Radio-, Fernseh-, Reportertermine. Und abends tritt sie dann in brechend vollen Hör- oder Festsàlen ans Mikrofon.

Dort erzàhlt sie dem gebannt lauschenden Publikum von Quarks, versteckten Dimensionen und verbogener Raumzeit. Eigentlich ist das nicht der Stoff, aus dem die Bestseller sind - und doch reißen ihr die Zuhörer das Buch, das sie zum Thema geschrieben hat, begierig aus den Hànden*.

Vor acht Jahren erst begann sich Randall für mögliche Zusatzdimensionen des Universums zu interessieren. Eine kleine Gruppe von Kollegen hatte da schon einen Vorsprung von fast 20 Jahren. Anfang


der achtziger Jahre hatten sie entdeckt, dass sich eine Vielzahl bisher ràtselhafter Phànomene erklàren ließ, wenn man annimmt, dass die Welt in Wirklichkeit nicht aus Teilchen, sondern aus aberwitzig winzigen Fàdchen besteht.

Viel zu kurz sind diese "Strings", als dass sie mit Mikroskopen welcher Art auch immer sichtbar gemacht werden könnten. Wahrnehmbar sind nur ihre Vibrationen - sie àußern sich in Gestalt von Teilchen. Elektronen, Lichtquanten und Quarks sind demnach also nichts anderes als die Schwingungen der eigentlich elementaren Strings.

Rasch allerdings mussten die Physiker einsehen, dass Strings, die im gewöhnlichen dreidimensionalen Raum schwingen, mathematischen Unfug produzieren. Gutmütig verhalten sie sich nur in neun ràumlichen Dimensionen. Das, so hàtte man meinen mögen, sollte reichen, einer Idee den Garaus zu machen. Doch die Physiker waren zu sehr verliebt in die phantastischen Eigenschaften ihrer Strings, um sich von den sechs zusàtzlich erforderlichen Dimensionen schrecken zu lassen. Da sie nicht sichtbar seien, so argumentierten sie forsch, müssten sie eben unsichtbar sein. Aufgerollt zu Knàueln, abermilliardenfach kleiner als Atomkerne, seien sie den Physikern bisher verborgen geblieben.

Lange fand Randall all diese Hypothesen àußerst unbefriedigend. Denn um nachzuweisen, ob es die Strings wirklich gibt, bedürfte es Teilchenbeschleunigern von den Ausmaßen ganzer Galaxien.

Irgendwann jedoch begann sie dann doch, sich für die Theorien der Stringphysiker zu interessieren. Denn in deren Gleichungen waren merkwürdige membranartige Gebilde aufgetaucht, die ihre Neugier weckten. Was, wenn das gesamte beobachtbare Universum eine solche Membran wàre, an die alle Teilchen und Kràfte gefesselt sind? Wenn also die Welt nur eine von vielen dreidimensionalen Inseln in einem viel gewaltigeren Universum wàre?

Randall rechnete und kam zu dem Schluss, dass eine dreidimensionale Membran tatsàchlich den sie umgebenden Raum so gründlich verbiegen kann, dass sie von der Außenwelt vollstàndig isoliert wàre - fast vollstàndig jedenfalls, und genau dieses "fast" faszinierte sie besonders.

Anders als bei den meisten Stringtheorien nàmlich scheinen ihre Ideen überprüfbar zu sein. Schon wenn im nàchsten Jahr der gewaltige Teilchenbeschleuniger LHC am Cern nahe Genf in Betrieb geht, dürfte sich zeigen, wie viel Randalls Spekulationen mit der Wirklichkeit zu tun haben.
 

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#1 Thomas Heger
22/10/2012 - 06:50 | Warnen spam
Am 21.10.2012 21:18, schrieb Black Rioter:
In der Wissenschaft gilt die Hàufigkeit, mit der ein Forscher zitiert wird, als Maß seiner Bedeutung.




Das stimmt, allerdings mit Betonung auf *seiner/ihrer* Bedeutung.

Es geht also um die Popularitàt einer Person, welche sich im Zitieren
ausdrückt.

Diese Popularitàt ist im Medienzeitalter gleichbedeutend mit 'Bedeutung'.

Allerdings sagt dies wenig über das aus, was da zitiert wird, denn
Wissenschaften sind nicht demokratisch organisiert. Es ist also keine
Mehrheitsentscheidung, ob eine These nun zutreffend ist oder nicht.

Bei kontroversen Themen wie der theoretischen Physik kann man eigentlich
vom Gegenteil ausgehen und vermuten, daß die Majoritàt irrt, denn sonst
wàre das Gebiet nicht kontrovers.


TH

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