[FYI] Frühe Farbfotografie: Bunt fürs Leben

25/02/2016 - 11:37 von Jochen Kremer | Report spam
„… Bis in die fünfziger Jahre waren Fotos unserer Welt oft schwarzweiß,
die Vergangenheit kannte vor allem eine Farbe: Grau. Dabei schuf eine
Handvoll Mànner schon vor mehr als hundert Jahren die ersten
Farbaufnahmen. …
Noch heute kennen wenige Russen den Mann, der zwischen 1909 und 1914
fast alle Winkel des Riesenreichs bereist und auf Tausenden Farbfotos
festgehalten hatte. Ausgestattet mit einer Vollmacht des Zaren und einem
Sonderzug war Prokudin-Gorski bis nach Zentralasien vorgedrungen, hatte
Menschen, Stàdte und Landschaften fotografiert und so einen wahren
Bilderschatz angehàuft. Der sollte eigentlich dem Landeskundeunterricht
im zaristischen Russland dienen, doch die Bilder landeten beim
Klassenfeind. Prokudin-Gorskij flüchtete 1918 wàhrend der russischen
Revolution nach Frankreich und nahm die Negative mit. Seine Söhne
verkauften den Fotoschatz des Vaters 1948 für 5000 Dollar an die
National Library in den USA. … In seinem Buch "Dreifarbenphotographie
nach der Natur" von 1908 gab Kamera-Erfinder Miethe die
Belichtungszeiten für die unterschiedlichen Filter an. Demnach betrugen
sie für die Blau- und Grünaufnahmen "bei hellem Sommerlicht und
mittlerer Blende 9 jeweils 1/2 Sekunde und für die Rotaufnahme 1 1/4
Sekunde". Im Herbst waren die Belichtungszeiten bei "gutem Licht", also
Sonnenschein, doppelt so lang wie im Sommer. "Zwischen der ersten und
zweiten sowie der zweiten und dritten Aufnahme auf der Fotoplatte kamen
mindestens je eine Sekunde Wechselzeit der Plattenposition hinzu", sagt
Fotohistoriker Koshofer. Kein Wunder, dass viele der Menschen auf
Prokudin-Gorskijs Bildern angespannt wirken. …“
<http://www.spiegel.de/einestages/fr...1.html>

(Mit zahlreichen Bildbeispielen und Links zu weiteren "verwandten Artikeln":
Frühe Farbfotos - Als Deutschland bunt wurde (2008):
<http://www.spiegel.de/einestages/fr...8.html>
Farbfotos aus den USA - Idylle kennt keine Krise (2010):
<http://www.spiegel.de/einestages/fa...3.html>)

Schöne Grüße
Jochen
 

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#1 Juergen Thome
25/02/2016 - 14:15 | Warnen spam
Jochen Kremer schrieb:

„… Bis in die fünfziger Jahre waren Fotos unserer Welt oft schwarzweiß,
die Vergangenheit kannte vor allem eine Farbe: Grau. Dabei schuf eine
Handvoll Mànner schon vor mehr als hundert Jahren die ersten
Farbaufnahmen. …
Noch heute kennen wenige Russen den Mann, der zwischen 1909 und 1914
fast alle Winkel des Riesenreichs bereist und auf Tausenden Farbfotos
festgehalten hatte. Ausgestattet mit einer Vollmacht des Zaren und einem
Sonderzug war Prokudin-Gorski bis nach Zentralasien vorgedrungen, hatte
Menschen, Stàdte und Landschaften fotografiert und so einen wahren
Bilderschatz angehàuft. Der sollte eigentlich dem Landeskundeunterricht
im zaristischen Russland dienen, doch die Bilder landeten beim
Klassenfeind. Prokudin-Gorskij flüchtete 1918 wàhrend der russischen
Revolution nach Frankreich und nahm die Negative mit. Seine Söhne
verkauften den Fotoschatz des Vaters 1948 für 5000 Dollar an die
National Library in den USA. … In seinem Buch "Dreifarbenphotographie
nach der Natur" von 1908 gab Kamera-Erfinder Miethe die
Belichtungszeiten für die unterschiedlichen Filter an. Demnach betrugen
sie für die Blau- und Grünaufnahmen "bei hellem Sommerlicht und
mittlerer Blende 9 jeweils 1/2 Sekunde und für die Rotaufnahme 1 1/4
Sekunde". Im Herbst waren die Belichtungszeiten bei "gutem Licht", also
Sonnenschein, doppelt so lang wie im Sommer. "Zwischen der ersten und
zweiten sowie der zweiten und dritten Aufnahme auf der Fotoplatte kamen
mindestens je eine Sekunde Wechselzeit der Plattenposition hinzu", sagt
Fotohistoriker Koshofer. Kein Wunder, dass viele der Menschen auf
Prokudin-Gorskijs Bildern angespannt wirken. …“
<http://www.spiegel.de/einestages/fr...1.html>

(Mit zahlreichen Bildbeispielen und Links zu weiteren "verwandten Artikeln":
Frühe Farbfotos - Als Deutschland bunt wurde (2008):
<http://www.spiegel.de/einestages/fr...8.html>
Farbfotos aus den USA - Idylle kennt keine Krise (2010):
<http://www.spiegel.de/einestages/fa...3.html>)



Danke für die Links.

Ich erinnere mich noch gut an die Wirkung, als ich zum ersten Mal
Farbbilder aus dem 1. Weltkrieg sah und vor allem auch die
Dokumentation "Der 2. Weltkrieg in Farbe" (auf Youtube mittlerweile)

Da geht die (schützende) historische Distanz verloren, die Menschen
kommen einem nahe, sehen sie doch nun so aus wie wir. - Das ist keine
knipstheorische Aussage!

Die Landschaften sehen real aus und die Schlachtfelder könnten auch
aus unserer Welt sein.

Gruß
Jürgen

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