Gedankenexperiment halbdurchlässiger Spiegel

26/12/2011 - 09:54 von Harald Rottensteiner | Report spam
Hallo NG!

Ich hàtte da eine Frage zum halbdurchlàssigen Spiegel-
Gedankenexperiment. Ausgangspunkt ist der, dass in der Philosophie die
Frage nach dem Determinismus in der Welt eine wesentliche ist.
(Stichwort Laplace'scher Dàmon) Ich nehme zur "Verteidigung der
Freiheit" dann immer den halbdurchlàssigen Spiegel her und erklàre
dies folgendermaßen, hoffentlich soweit korrekt:
Es gibt in der Quantenphysik Situationen die unvorherbestimmt sind,
z.B ob ein einzelnes Photon durch einen halbdurchlàssigen Spiegel geht
oder reflektiert wird.
Schießt man 10000 Photonen dagegen, gehen 5000 durch, bei 1000 dann
500 usw. Soweit so gut, die Zahl wird nciht exakt sein, aber je mehr
es sind, desto nàher werden die Werte bei 50% liegen.
Man kann also die Voraussage treffen: "Die Hàlfte aller abgefeuerten
Photonen wird durchgehen, die andere reflektiert."
Wie sieht nun die Voraussage für ein einzelnes Photon aus? Es kann nur
eine statistische Aussage geben, nàmlich, dass die Wahrscheinlichkeit
50% betràgt dass mit dem Photon dies oder jenes passiert. Der Versuch
ist also nicht deterministisch vorherbestimmt. (Gött würfelt eben
doch)

So. Nun kommen die "verborgenen Parameter" ins Spiel, diese Idee/das
Argument ist Euch sicher bekannt. Es kommt also zur Gegenfrage: "Was,
wenn es aber im Photon einen verborgenen Parameter gibt, der bestimmt,
ob das Photon durchgeht oder nicht, den wir aber nicht messen konnten
bisher?" Dann wàre der Vorgang sehr wohl deterministisch, jedoch für
uns noch scheinbar zufàllig.

Hierbei war mein Gegenargument dann immer die Kaskadierung
halbdurchlàssiger Spiegel. 50% gehen durch den ersten, dann davon
wieder 50% durch den zweiten von diesen wiederum nur 50% durch den
dritten etc etc. Pro Spiegel benötigt der Determinist dann einen
Parameter, der von den anderen unabhàngig ist. Für die Berechnung der
Wahrscheinlichkeit àndert sich lediglich der Wert. Vorhersagbar und
berechenbar. (Anzahl = 0.5^x mit x Anzahl der Spiegel)

Der plausible Schluß, aber eben leider keinesfalls ein gültiges
Argument, ist also die Beliebigkeit der Anzahl der verborgenen
Parameter, die selbst dan wieder nicht -deterministisch wàre, bzw
müßte es eine quasi unendliche Anzahl an Parametern geben.
Das iast allerdings nur plausibel und eben kein zwingender Schluß.
Gibt es eine andere Löàsung des Problems der "verborgenen" Parameter,
ohne die Bell'sche Ungleichung heranzuziehen?

Schöne Grüße,
Harry
 

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#1 Robert Rohling
26/12/2011 - 10:27 | Warnen spam
Harald Rottensteiner wrote in news:e7a82455-
:

Hallo NG!

Der plausible Schluß, aber eben leider keinesfalls ein gültiges
Argument, ist also die Beliebigkeit der Anzahl der verborgenen
Parameter, die selbst dan wieder nicht -deterministisch wàre, bzw
müßte es eine quasi unendliche Anzahl an Parametern geben.
Das iast allerdings nur plausibel und eben kein zwingender Schluß.
Gibt es eine andere Löàsung des Problems der "verborgenen" Parameter,
ohne die Bell'sche Ungleichung heranzuziehen?



Wie wàr denn folgende Erklàrung:
Das 12738te Photon geht durch den Spiegel, weil der Klingone Gorkon auf
Cronos sich gerade an der Stirne gekratzt hat. Und der hat sich nur deshalb
an der Stirne gekratzt, weil bei dir das 12738te Photon durch den Spiegel
gegangen ist.


Denk mal darüber nach!
(aber nicht zulange...scnr)



Gruß R.R.


Ich bin unschuldig, ich hab sie nicht gewàhlt!

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