Gehirn einschalten

20/10/2016 - 10:53 von Thomas Poeschmann | Report spam
In einem grossen Fotowettbewerb wurde ein Bild zum Sieger erkoren, welches
entstand, indem ein Fahrradfahrer auf einer gesperrten, einsturzgefàhrdeten
Brücke ein Kunststück vorführte.

Ich schrieb den Veranstalter an, und wies auf diese Tatsache hin. Ich
fragte, ob Sie eigentlich den Shitstorm schon wahrgenommen haben, der da
gerade durchs Netz rollt. Ob Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst wàren.
Und was Sie tun würden, um sowas in Zukunft zu verhindern.

Die Antwort lautete, dass eine riesige Jury dieses Foto auserwàhlt hàtte.
Und bei einer fünfstelligen Zahl von Einsendungen wàre es unmöglich, alle
Locations zu kennen, auf denen die Fotos entstanden sind. Und die lokale
Gesetzlage zu kennen. Aber man würde jetzt in Kontakt mit dem Gewinner
stehen, und ein bisschen was wieder gut zu machen. Ein Teil (!) des
Preisgeldes soll jetzt für den Erhalt der Brücke gespendet werden.

Ich habe mich daraufhin artig bedankt, und darauf hingewiesen, dass es
heutzutage normal ist, das die Finalrunden-Teilnehmer bei Fotowettbewerben
das Original binnen einer gewissen Frist einreichen müssen, um die
Authentizitàt eines Fotos zu belegen. Und warum man dann nicht die
Teilnehmer eine Erklàrung unterschreiben làsst, das Sie nicht gegen lokale
uns US-Gesetzt verstossen, keine Menschen oder Tiere in Gefahr gebracht
haben oder gestört usw.

Bull shit :)
 

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#1 Volker Bartheld
20/10/2016 - 12:11 | Warnen spam
On 20 Oct 2016 08:53:32 GMT, Thomas Poeschmann wrote:
In einem grossen Fotowettbewerb wurde ein Bild zum Sieger erkoren, welches
entstand, indem ein Fahrradfahrer auf einer gesperrten, einsturzgefàhrdeten
Brücke ein Kunststück vorführte.
[...]
Ich habe [...] darauf hingewiesen, dass es
heutzutage normal ist, das die Finalrunden-Teilnehmer bei Fotowettbewerben
[...] eine Erklàrung unterschreiben [...], das Sie nicht gegen lokale
uns US-Gesetzt verstossen, keine Menschen oder Tiere in Gefahr gebracht
haben oder gestört usw.

Bull shit :)



Hmmm. Wie meinst jetzt das?

Ich meine:

Für Fotowettbewerbsausrichter (und jeden sonst) gilt natürlich das uralte
Motto: "Mein Haus, meine Regeln.". Er kann also die Teilnehmer
eidesstattlich erklàren lassen, daß sie sich auch immer brav den Hintern
mit vierlagigem Toilettenpapier abputzen, keine aus fossilen Rohstoffen
erzeugte Speicherkarte verwenden, daß das Foto keinen Schweinkram zeigt,
daß an die Rohformatdatei nur Wasser und CD - keinesfalls aber Photoshop -
gelassen wurden und natürlich daß weder bei der Aufnahme noch
Nachbearbeitung Gesetze, Regeln oder sonstige Befindlichkeiten gestört
wurden, z. B. ruhestörende, perkussive Negermusik des Nachts.

Ansonsten würde das Bild umgehend disqualifiziert, der Einreicher mit einer
Vertragsstrafe i. H. v. 1'000'000€ belegt (50% davon gehen an krebskranke
Flüchtlingskinder mit Migrationshintergrund, weitere 25% in einen
Crashkurs "Bundeskanzler-HowTo" für Angela Merkel) und in einen dunklen
Folterknast geworfen, wo ihn hühnenhafte Neonaziwàrter jeden Abend von
hinten... (Die Tastatur stràubt sich).

All das kann man machen. Insofern man dabei nicht selber gegen Gesetze und
Regel verstößt, die die(se) Vertragsfreiheit einschrànken.

Soll heißen: Ich sehe das bei Weitem nicht so eng. Da turnt also jemand mit
seinem MTB verbotswidrig auf einer einsturzgefàhrdeten Brücke herum, es
wird ein Foto geknipst und gewinnt tatsàchlich einen Wettbewerb. Weder ist
das nun Ermutigung, jeder Mensch auf dieser Erde müsse nun auch auf
einsturzgefàhrdeten Brücken herumturnen und dabei für den Darwin-Award
kandidieren, noch kann ich den Shitstorm der Betroffenheit so recht
verstehen.

Welcher Gutmensch den Radler bei der Polizei denunzieren will, kann das
freilich gerne tun und offiziell Anzeige erstatten. Dann forscht man nach
und verhàngt möglicherweise ein Ordnungsgeld oder gar eine Strafe. Falls
der Brücke etwas zuleide getan wurde, hàtte der Eigentümer Anspruch auf
Schadensersatz - auch den kann er auf dem (Zivil)Rechtsweg durchsetzen.

Ein bisserl erinnert mich das übrigens an die Diskussion um die
vertraglichen Grundlagen eines hierzugroup gezeigten Bildes, ob das Modell
denn einen TfP unterschrieben hàtte, oder ob eher ein krasser Fall
dreister Gefühlsràuberei unter Mißachtung des Rechts am eigenen Bild
verlàge. Ja, das sind genau die Sorgen und Überlegungen, die ich bei der
Betrachtung eines Bildes hàtte: Wie kann ich trotzdem das Haar in der
Suppe finden, wenn schon àsthetisch nichts auszusetzen ist?

Die Wutbürger hàtten m. M. n. Wichtigeres zu tun, als sich für den §41 der
Straßenverkehrsordnung oder TBNR 141175 BKatV stark zu machen. Sie könnten
beispielsweise mal kurz die Welt retten. Die Kinder!!!!1111einself.

Oder schlicht kritisch in den Spiegel schauen.

Ciao,
Volker

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