Geneva Association fordert integrierten Ansatz bei der Handhabung von Extremereignissen und Klimarisiken

27/09/2016 - 01:51 von Business Wire

Geneva Association fordert integrierten Ansatz bei der Handhabung von Extremereignissen und KlimarisikenKatastrophenschäden sind im Anstieg begriffen. 91 % davon wurden durch wetterbedingte Extremereignisse (1980-2015) verursacht. Wetterbedingte Extremereignisse forderten mehr als 600.000 Todesopfer und verursachten wirtschaftliche Schäden von insgesamt mehr als 3 Billionen USD. Detaillierte unabhängige Analysen und Recherchen zeigen, dass sich Länder mit einer robusten Penetration marktbasierter Katastrophenschadensversicherung schneller von den finanziellen Auswirkungen extremer Ereignisse erholen. (Rück-)Versicherung ist jetzt ein Hauptelement der strategischen Bestrebungen von UN- und Regierungsbehörden zur Verringerung des Katastrophenrisikos (z. B. das Sendai Rahmenwerk zur Reduzierung von Katastrophenrisiken und die COP21 Pariser Vereinbarung) Aber die strategische Ausrichtung von Prioritäten und Zusammenarbeit auf Branchenebene zusammen mit wirksamen Partnerschaften mit dem öffentlichen Sektor, der Wissenschaftlergemeinschaft, IGO und NRO werden von höchster Bedeutung sein, um den unverzichtbaren Beitrag von Versicherungsschutz zu steigern.

Wetterbedingte Schäden sind im Anstieg begriffen und verursachen Todesopfer, erhebliche wirtschaftliche Schäden und führen zu bedeutenden wirtschaftlichen Problemen für Privatpersonen und zu gewaltigen Kosten für die Steuerzahler. Rückversicherungs- und Versicherungsschutz (Versicherung) wird heute von Regierungen und internationalen Organisationen als Teil eines umfassenden strategischen Planes zur Reduzierung von Katastrophenrisiken anerkannt. Aber einem heute von der Geneva Association, einem internationalen Thinktank der Versicherungsbranche, veröffentlichten Bericht zufolge bestehen immer noch Hindernisse, die zu überwinden sind, wenn das Potenzial der Branche voll ausgeschöpft werden soll.

In dem Bericht „An Integrated Approach to Managing Extreme Events and Climate Risks – towards a concerted public private approach“ (Ein integrierter Ansatz zur Handhabung von Extremereignissen und Klimarisiken - zu einem konzertierten öffentlich-privaten Ansatz) gibt die Geneva Association Einblicke in die Ursachen und Wirkungen steigender sozialer und wirtschaftlicher Risiken. Hier werden die Hindernisse und Chancen für die vollumfängliche Verwirklichung des Potenzials der Versicherungsbranche analysiert und die Bereiche von Interessengruppen und ihren Rollen abgesteckt. Die Verfasser sprechen konkrete Empfehlungen aus, wie die Beiträge der Versicherungsbranche zum Aufbau einer wirtschaftlichen Widerstandskraft gegen Extremereignisse und Klimarisiken genutzt und weiter ausgedehnt werden können.

Anna Maria D’Hulster, Generalsekretärin der Geneva Association, sagte dazu: „Die Versicherungsbranche macht für Privatpersonen und Regierungen bereits einen bedeutsamen Unterschied, indem sie die Auswirkungen extremer Ereignisse durch Risikomanagement- und Transfermechanismen eindämmt. Es besteht jedoch weiterhin eine gewaltige und bisher nicht wahrgenommene Chance, die Auswirkungen von Katastrophenrisiken weiter zu reduzieren, wenn der öffentliche und der private Sektor die potenziellen Beiträge der Versicherungsbranche wirksamer nutzen könnten. Angesichts steigender Verluste an Menschenleben und wirtschaftlichen Einbußen müssen diese Möglichkeiten unbedingt verwirklicht werden.“

In den letzten 35 Jahren wurde ein steigender Trend von wirtschaftlichen Verlusten aus Unwetterkatastrophen beobachtet. In dem Zeitraum von 1980 bis 2015 hat der NatCatSERVICE der Münchner Re 15.700 Katastrophenschadensfälle identifiziert (Münchner Re, 2016). 91 Prozent davon wurden durch extreme Unwetterereignisse (meteorologische, hydrologische und klimatologische Ereignisse) verursacht. Nach Angaben der Swiss Re (2014) sind mehr als 130 Millionen Menschen diesen Gefahren allein in den Top-5 urbanen Regionen Asiens ausgesetzt (Manila, Perlfluss-Delta, Jakarta, Kalkutta und Shanghai).

Die Schadenanfälligkeit der kritischen Infrastruktur (d. h. Energie, Lebensmittel und Landwirtschaft, Wasser, Transport- und Gesundheitswesen) und die Widerstandskraft von urbanen Systemen und Megastädten gegenüber Schockereignissen wie Naturkatastrophen hat sich für viele Regierungen zu einem Hauptsorgenpunkt entwickelt. Beispielsweise kann die Vernichtung, Störung oder Betriebsunterbrechung von kritischer Infrastruktur eine Kaskadenwirkung über Sektoren und manchmal sogar über Grenzen hinweg auslösen und der Gesundheit und dem finanziellen Wohlergehen der Bevölkerung erheblichen Schaden zufügen. Hinzu kommen bedeutsame direkte und indirekte wirtschaftliche Auswirkungen.

Bei dieser Frage stehen Regierungen angesichts ihrer vielfältigen Aufgaben bei der Schaffung geeigneter Umgebungen (tragfähige politische und regulatorische Rahmenwerke) im Mittelpunkt. Sie legen die institutionellen Grundlagen, die eine besser koordinierte Planung und Mittelzuweisung bezüglich Risikominderung und Vorbereitung auf verschiedenen Regierungsebenen ermöglichen. Sie unterstützen die systematische Erfassung risikobezogener und sozioökonomischer Daten als Grundlage für das Verständnis dieser Risiken und sie investieren in die Bewusstseinssteigerung in der Gesellschaft für Risiken in Verbindung mit Extremereignissen und Klimarisiken und deren Handhabung.

Marktbasierte Versicherungsmechanismen dienen nicht nur dazu, Risiken gemeinsam zu tragen und zu übertragen, sondern sie fördern auch ein risikobewussteres Verhalten. Forschungsergebnisse zeigen, dass sich Länder mit einer robusten Penetration marktbasierter Katastrophenschadensversicherung schneller von den finanziellen Auswirkungen extremer Ereignisse erholen. Von Peter et al. (2012) belegt, dass der nicht versicherte Anteil katastrophenbedingter Verluste die makroökonomischen Kosten in die Höhe treibt, während gut versicherte Katastrophen die wirtschaftliche Aktivität womöglich gar nicht oder sogar positiv beeinflussen. Beispielsweise gelangt Lloyd's (Cebr, 2012) zu dem Schluss, dass eine Anhebung der Versicherungspenetration um einen Prozentpunkt die Belastung der Steuerzahler um 22 Prozent senken kann.

Als Reaktion auf bekannte Risiken, insbesondere in Regionen, wo die Versicherung noch in den Kinderschuhen steckt, kann der Versicherungssektor durch die Entwicklung und Einführung relevanter und innovativer Risikotransferlösungen einen Beitrag leisten. Beispiele dafür sind die Unterstützung innovativer regionaler staatlicher Risiko-Pooling-Programme durch Rückversicherer, wie etwa die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF), African Risk Capacity (ARC) und Pacific Catastrophe Risk Assessment and Financing Initiative (PCRAFI) oder die Strukturierung von Katastrophen-Bonds im Namen von staatlichen Versicherern, wie etwa im Falle von Superstorm Sandy in New York. Darüber hinaus kann die Branche auch ihr ausgedehntes Wissen bezüglich Risiken und ihre Expertise zur Risiko-Preisgestaltung mit anderen teilen, ebenso wie ihre Forschungsergebnisse hinsichtlich Vorbeugungsmaßnahmen und ihre Kapazitäten hinsichtlich einer schnelleren und effizienteren Anspruchsabwicklung.

Um Risikoteilung und Risikotransfer jetzt und längerfristig bestmöglich zu nutzen, muss die Versicherung jedoch in einen nationalen und internationalen integrierten Ansatz für Risikomanagement und Anpassung eingebettet sein, der auf die zugrundeliegenden Quellen des Risikos abzielt. Die strategische Ausrichtung von Prioritäten und Zusammenarbeit auf Branchenebene zusammen mit wirksamen Partnerschaften mit dem öffentlichen Sektor, der Wissenschaftlergemeinschaft, zwischenstaatlichen und Nicht-Regierungsorganisationen sind von grundlegender Bedeutung für eine erfolgreiche Implementierung.

Darum spricht die Geneva Association in ihrem Bericht vier Hauptempfehlungen aus, die zu besseren Ergebnissen von internationalen und nationalen Initiativen zur Reduzierung der Katastrophenrisiken führen werden:

1. Erhöhung des Bewusstseins der sozioökonomischen Vorteile eines integrierten Ansatzes zur Handhabung von Katastrophen- und Klimarisiken durch Dokumentation und Mitteilung empfehlenswerter Methoden

2. Nutzung der Kenntnisse und Expertise der (Rück-)Versicherungsbranche zur Risikomodellierung und Entwicklung einer nächsten Generation prädiktiver Katastrophenrisikomodelle

3. Mitwirkung der Versicherungsbranche an der Steigerung der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur

4. Nutzung von Versicherungslösungen zur Steigerung der Widerstandskraft von Megastädten und urbanen Systemen

ENDE

Ein Exemplar des Berichts erhalten Sie auf der Website der Geneva Association unter:

www.genevaassociation.org/media/952146/20160908_Ecoben20_FINAL.pdf

Eine Zusammenfassung des Berichts erhalten Sie auf der Website der Geneva Association unter:

https://www.genevaassociation.org/media/952149/20160909_ecoben4_final.pdf

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+41 789 20 56 77
anthony_kennaway@genevaassociation.org


Source(s) : Geneva Association

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